Archiv 2014

 

03.01.2015 Kopfsache!

Die letzten 4 Trainingstage beschränkte sich mein Blickfeld vorwiegend auf eine lange schwarze Gerade, welche sich beinahe endlos vor mir herzog! Reine Kopfsache also, denn in den 4 Tagen absolvierte ich über 550 Km. Im allgemeinen waren die vergangenen 3 Wochen sehr intensiv und so kamen über 60 Trainingstunden auf dem Bike sowie einige Gym- Besuche dazu. Nach dem Trip in den Norden feierten wir Weihnachten bei 39 Grad im Schatten in Windhoek. Ein eher spezielles Gefühl, denn so richtig Weihnachtsstimmung kam bei mir nicht auf. Zudem verbrachte ich eh den halben Tag auf dem Rad. Der Weihnachtsbaum sah ebenfalls ein wenig anders aus als bei uns in der Schweiz und da sich die Kerzen bei der Hitze auch ohne Feuer biegen und schmelzen würden, kamen hier Elektrokerzen zum Zuge! Um der Hitzewelle etwas entgegen zu setzen, fuhren wir am 25. zum Van Bach Damm, ein Stausee gut 70 Km entfernt von Windhoek. Dieser liefert das Wasser für die Stadt und wird natürlich auch für den Wassersport verwendet! Da die Meisten Namibier um diese Jahreszeit nach Swakopmund an die Küste reisen und dort ihren Urlaub verbringen (an der Küste ist es wesentlich kühler, so um 25 Grad), hatten wir den gesamten Campingplatz für uns alleine. Vera’s Onkel ist immer noch Mitglied des Wasserski-Clubs und so verbrachten wir den ganzen Nachmittag auf dem Wasser, sei es auf dem Motorboot, auf den Wasserskiern oder auf dem Wakeboard. Eine angenehme Erfrischung also nach dem Training am Vormittag und so hatte ich auch ohne Schnee die Gelegenheit, auf ein paar Brettern ein paar Bögen zu reissen!

Nach zwei Tagen Campen zog es dann auch uns nach Swakop, denn schliesslich stand Neujahr bevor und da wollte Vera natürlich auch ihre Kolleginnen sehen und gemeinsam anstossen. Ich war vor allem auf den Effekt des Höhentrainings gespannt, denn bisher hatte ich noch nie ein Höhentrainingslager absolviert, da mir während der Saison stets die Zeit dazu fehlt. Da Windhoek auf 1600 Metern liegt, trainierte ich nun seit 6 Wochen in der Höhe und so sollte ich auf Meeresniveau sicher ein wenig mehr Sauserstoff kriegen. Die Trainingswerte zeigten eine eindeutige Sprache und so kehrten wir bereits am 1. Januar wieder zurück in die Höhe nach Windhoek um den Höheneffekt beizubehalten, zumal auch das Wetter in Swakop meistens schlecht war.

Noch kurz ein paar Facts….. Swakopmund ist die „Urlaubsoase“ Namibias, so wie das Tessin bei uns oder die Adria oder Costa Brava im Süden Europas. Die Stadt gleicht praktisch das ganze Jahr einer Geisterstadt und wird nur von Touristen heimgesucht. Viele Namibier haben hier ein Ferienhaus oder Wohnung und in der Urlaubszeit platzt die Stadt dann aus allen Nähten! Das Meer ist rau und das Wasser sehr kalt. Dafür gibt es kilometerlange Sandstrände wo viel geangelt oder gesurft wird. Gleich hinter der Küstenstrasse türmen sich riesige Sanddünen, auf welchen auch wir ein paar Bögen auf dem Sandboard ziehen konnten! Leider fehlte der „Skilift“ und so geht es nach einer Fahrt mächtig in die Beine, wenn man die gesamte Düne wieder hinauf kraxeln muss! Dazu kommt auch noch, dass ich lieber den ganzen Skianzug voll Schnee habe, als die Badehose voll Sand, welcher leider nicht schmelzen kann und so nach einem Sturz noch bis zur nächsten Dusche in den Ohren kleben bleibt!

Hinter den Dünen folgt die Sandstrasse (siehe Bild ganz oben), welche bis nach Walvis Bay führt (55 Km). Hier donnert nur ab und zu ein grosser Lastwagen über die Strasse, ansonsten ist es eher verkehrsfrei. Dafür bläst der Wind so stark, dass man 1/3 der Zeit für den Rückweg dazu rechnen sollte! In die andere Richtung führt ebenfalls eine Sandstrasse nach Henties Bay und dann gibt es noch eine Strasse zurück nach Windhoek (340 Km), womit die Trainingsoptionen auf 3 Strassen begrenzt sind und so die Trainings ziemlich emotionslos gestaltet sind…. Kopfsache eben!

Ganz ehrlich muss man als Schweizer oder Europäer sowieso den Hut ziehen von allen Rad Fahrern hier in Namibia. Denn die Trainingsmöglichkeiten sind selbst in Windhoek sehr beschränkt. Während meiner 150 Km Runde absolviere ich beinahe jede Teerstrasse 2 Mal, dafür ist die Chance, dass man sich verfährt minimal! Das Speziellste beim Training sind die wilden Tiere, die man ab und zu an der Seite bei den hohen Zäunen der Farmen zu Gesicht bekommt. Neulich rannte während Minuten ein riesiger Eland (Elanantilope) direkt neben uns her!

Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr gerutscht und hattet schöne Festtage und frohe Weihnachten! Vielleicht habt ihr euch etwas Zeit genommen und das vergangene Jahr zusammen gefasst und bereits ein paar neue Vorsätze oder Ziele fürs kommende Jahr gesteckt! Etwas weiter unten findet ihr einen „kurzen“ Jahresrückblick, den Jahresausblick gibt’s schon bald im Rennkalender! Ich werde nun noch ein paar Tage in Windhoek trainieren, bevor wir Ende nächster Woche zurück nach Stellenbosch reisen und eine neue Wohnung beziehen werden. In 14 Tagen, am 17. Januar werde ich mein nächstes grosses Rennen fahren, das Attackwas in Oudsthoorn, einer der grössten Klassikern in Südafrika über 120 Km und 2900 Hm. Bis dahin werde ich wohl noch das ein oder andere Mal meine Runden um Windhoek drehen!

FullGaz, wie immer!

 

Rückblick aufs 2014!

Ein intensives und erlebnisreiches Jahr mit einigen Hochs & Tiefs liegt hinter mir! Rollen wir die letzten 365 Tage doch nochmals „kurz“ auf!

Das neue Jahr startete für mich verheissungsvoll und ich reiste bereits ende Januar nach Südafrika, wo ich mich in Stellenbosch einquartierte. Die vergangenen Jahre flog ich stets mehrer Male in den Süden (Mallorca, Gran Canaria usw.), doch dieses Jahr entschied ich mich, für längere Zeit am selben Ort zu trainieren. Da ich Südafrika zuvor nur vom Cape Epic kannte und noch nie in diesem Land trainierte, war für mich vieles neu und vor allem die unbekannten  Trainingsrouten gaben mir viel neue Motivation fürs Training! Bereits anfangs Februar startete ich erfolgreich bei den ersten Rennen und ich fand mich relativ schnell Zurecht im „neuen Land“! Das Hauptziel meines Aufenthaltes war stets das Cape Epic, welches ich ja bereits 2011 + 2012 gefahren bin. Als Vorbereitung fuhr ich auch noch eine Strassenrundfahrt und schliesslich konnte ich in der Form meines Lebens zum ersten grossen Saisonziel starten! Mein Partner war dabei Hannes Genze aus Deutschland, welcher bei seinen bisherigen 5 Starts stets in die Top 5 fahren konnte. Die Ausgangslage war demnach vielversprechend und nach 3 Tagen lagen wir dann auch tatsächlich auf Rang 4 in der Gesamtwertung bei der „Tour de France“ des MTB Sports! Der Rückstand aufs Podest war minimal und wir waren uns sicher, dass wir dieses Ziel erreichen würden. Noch nie zuvor fiel es mir so leicht, in der Weltspitze mitzufahren und ich war einfach nur Happy, dass sich das harte Training in der Vorbereitung auf den Punkt genau ausbezahlt hatte! Obwohl alles so gut aussah, kam dann doch alles anders! Bereits am Anfang der 4. Etappe stürzte Hannes schwer und musste das Rennen aufgeben. Da das Cape Epic ein Teamrennen ist (immer im 2 er Team), bedeutete der Sturz auch für mich das Aus. Innerhalb weniger Sekunden wurden alle meine Hoffnungen auf einen Spitzenplatz zunichte gemacht. Das ganze Training, die gesamte Vorbereitung war für nichts, denn obwohl ich das Rennen als Einzelfahrer fertig fahren konnte, gab es für mich nichts mehr zu gewinnen. 4 Tage fuhr ich so noch alleine sämtliche Etappen zu Ende und obwohl es eine grosse Enttäuschung war und nach 2011 (wo ich nach einem folgenschweren Rahmenbruch ebenfalls alleine fertig fuhr) die zweite bittere Erfahrung bei diesem Rennen, schöpfte ich für den weiteren Saisonverlauf grosse Zuversicht!

Wie es manchmal so kommen muss im Leben lernte ich während meines Aufenthaltes eine neue Liebe kennen und so hielt ich mich nach dem Cape Epic noch länger in Stellenbosch auf. Seit August 2013 arbeitete ich zudem mit einem neuen Trainer zusammen und stellte mein Training radikal um. Statt Umfänge fing ich an, hochintensive Intervalle zu fahren wie es heutzutage eben die Meisten machen. Ich war mir einfach sicher, dass ich mit dem bisherigen Training nicht mehr weiter kommen würde und meine Verfassung beim Epic zeigte mir, dass sich die Veränderung über den Winter ausbezahlt hat. Zudem optimierte ich meine Ernährung und eigentlich schien alles zu passen und so wollte ich nach dem Misserfolg für die Rennen in Europa nochmals einen drauf setzen. Was ich zu jenem Zeitpunkt nicht wusste war, dass das Intervalltraining extrem viel Energie von mir saugte und ich nach dem Epic eigentlich mehr Pause benötigt hätte und wesentlich mehr Energie, sprich hätte essen sollen.

Ende April kehrte ich zurück in die Schweiz und holte mir auch gleich einen Sieg beim EKZ Cup in Schwändi. Auf der Welle der guten Form startete ich jedes Wochenende bei einem Rennen und holte mir überall Podestplätze! Dies dauerte bis zum grössten Bike Festival in Deutschland in Willingen Mitte Juni an, doch dieser über 120 Kilometer führende Marathon brach mir sprichwörtlich das Genick. Ich wusste im Vorfeld, dass ich dieses Rennen hätte gewinnen können und ignorierte die körperlichen Signale von einer hochkommenden Grippe. Komplett erschöpft erreichte ich zwar noch den zweiten Rang hinter meinem Epic Partner Genze, doch mein Körper war komplett ausgelaugt und erschöpft. Danach brachte ich noch ein Rennen ins Ziel, ehe zwei Rennaufgaben sowie Startverzichte folgten. Das Hauptziel, die Transalp Mitte Juli (welche ich 2011 gewann), rückte schnell näher und obwohl ich noch so sehr wollte, brachte ich einfach keine Leistung mehr. Irgendwas schien falsch zu laufen und mein Körper war nicht mehr im Gleichgewicht! Leider schaffte ich die Wende bis zum Rennen nicht mehr und so fuhr ich chancenlos und weit unter meinen Möglichkeiten der Konkurrenz hinterher. Die Situation verschlechterte sich täglich und so zogen wir als Team nach der 4. Etappe die Notbremse und stiegen aus dem Rennen aus. Ich war zutiefst gekränkt und war mir nicht sicher, ob ich nochmals ins Renngeschehen eingreifen soll.

Zur Ablenkung flog ich nach meiner Aufgabe nach Glasgow, wo ich meine Freundin bei den Commonwealth Games als Zuschauer begleitete. 10 Tage Pause ohne Fahrrad und ganz ohne Training wurden mir von meinem Arzt und auch meinem Trainer verordnet! Während dieser Zeit musste ich mir Gedanken machen, wie und wann ich zurück kommen würde. Von Mitte bis Ende August standen die drei ganz grossen Klassiker (dazu mein Lieblingsrennen) in der Schweiz an und mir war klar, dass ich nicht in der Lage sein würde, um auf meinem eigentlichen Niveau anzutreten. Eine erneute Niederlage und der nächste mentale Dämpfer waren vorprogrammiert und nach den riesigen Enttäuschungen beim Epic sowie der Transalp war ich mir sicher, dass ich keine weiteren ertragen würde.

Das Niveau in unserem Sport und die Leistungsdichte hat sich in den letzten zwei/drei Jahren extrem verdichtet! Im Jahr 2011 fuhr ich noch 51 Renntage und bei sämtlichen grossen Rennen fuhr ich in die Top 5. Heute werden die Rennen massiv härter gefahren und ich brauche länger, um mich nach einem Rennen zu erholen. Auch mental muss man bei jedem Rennen bei 150 % fahren wenn man was gewinnen will, zudem muss man stets an seine äussersten Grenzen gehen, sei es physisch wie psychisch. Ein Marathonrennen ist meistens ein „langsames Sterben“ und am Ende ist es meistens nur noch Kopfsache, wer am längsten leiden kann!

Dazu war ich nach meiner Pause nicht bereit und so kehrte ich an den Ort zurück, an welchem ich bereits einmal in diesem Jahr einen erfolgreichen Aufbau machen konnte, nach Stellenbosch (Südafrika). Mein Teamchef gab mir diesbezüglich sämtliche Freiheiten und unterstützte mich bei allen meinen Entscheidungen!

Stellenbosch wurde für mich eine neue Heimat, nirgendwo sonst habe ich jemals eine solch gute Infrastruktur für meinen Trainingsalltag gefunden. Der Lifestyle ist einzigartig und die Möglichkeiten fürs Training sind schlicht perfekt! So trainierte ich während 3,5 Wochen erneut intensiv an einem Neuaufbau, da ich diese Saison nicht in dieser Form beenden wollte! Ich wollte nochmals zurück an die Spitze kommen!

Ende August reiste ich zurück in die Schweiz, doch ich war leider nicht da, wo ich gerne sein wollte. Was ich brauchte war ganz einfach Zeit. Mein Heimrennen musste ich aufgeben, da spielte mir vor allem die Reiserei einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Beim ersten Marathon Anfangs September zeigte ich dann trotz Defekt ein solides Rennen und so arbeitete ich fleissig weiter. Mein Ziel war das Cape Pioneer, welches Mitte Oktober in Südafrika statt finden würde. Ein 7 Tagesrennen, welches im selben Rennformat  wie das Cape Epic ausgetragen wird. Dazu hatte ich den Südafrikanischen Landesmeister als Partner zur Seite.

Das Finale der Schweizer Rennsaison bildete wie jedes Jahr das Iron Bike Race in Einsiedeln. Das über 101 Km und knapp 4000 Hm führende Rennen ist ein ganz grosser Klassiker und siehe da, ich konnte meine bisher beste Zeit fahren und beendete das Rennen auf Rang 5. Einen Tag nach dem Rennen flog ich wieder nach Südafrika, denn die Saison war in Europa zu Ende und ich war zuversichtlich, dass ich wieder zu meiner Stärke gefunden habe. Kurz nach meiner Ankunft fuhr ich ein dreitägiges Vorbereitungsrennen mit meinem Partner fürs Pioneer. Durch die gesamte Reiserei sowie die enorme Belastung des Iron Bikes, konnte ich nicht ganz meine Topleistung abrufen und wir erreichten nach einem Etappensieg und zwei Podestplätzen nur Rang 3 bei diesem Rennen. Dies war dem Teamchef des Teams, für welches ich als Gastfahrer hätte fahren sollen zu wenig und er setzte nicht mehr auf mich. 5 Tage vor dem Start stand ich somit ohne Team da, doch da es bei diesem Rennen eine Einzelwertung gab, konnte ich trotzdem starten.

Trotz dieser Gewissheit war diese Nichtselektion ein erneuter Dämpfer und ich war unglaublich enttäuscht, dass es solche Leute in unserem Sport gibt. Mit der Wut im Bauch wollte ich es allen zeigen und dies gelang mir ausgerechnet bei der Königsetappe am besten. Da stand am Ende die prestigeträchtigste Bergankunft des gesamten Rennens an und genau da konnte ich es allen zeigen. Ich gewann die Etappe und war  definitiv wieder auf meinem Top-Niveau angelangt!

Leider hatte ich auf zwei Etappen an der Spitze liegend einen Plattfuss und so hatte ich keine Chance, die Gesamteinzelwertung zu gewinnen. Dafür wurde meine Leistung von meinem Schweizer Rennfahrer-Kollegen und mehrfachem Weltmeister Christof Sauser anerkannt und er lud mich zu einem gemeinsamen 3 Tagesrennen, dem Teilnehmer -mässig grössten Rennen Südafrikas (4500 Starter), ein!

Eine unglaubliche Ehre für mich, mit einem der erfolgreichsten Mountainbiker der Geschichte Seite an Seite ein Rennen zu fahren! Der Druck war natürlich gross, doch mein Selbstvertrauen ebenfalls und so konnten wir das Rennen während 3 Tagen dominieren und überlegen gewinnen! Was für eine Genugtuung am Ende dieser schwierigen Saison!

Nach dem Sieg gönnte ich mir nochmals ein paar Tage Pause, ehe ich noch beim grössten Mannschafts- Strassenrennen, dem Double Century über 202 Km einen weiteren Sieg einfahren konnte.

Ende November reiste ich mit meiner Freundin von Stellenbosch in ihre Heimat nach Windhoek in Namibia. Nach drei Wochen, in denen ich das Land erkundete, startete ich Anfangs Dezember bei einer ganz neuen Herausforderung, dem Desert Dash. Dieses Rennen führte von Windhoek über 369 Km nach Swakop an die Küste. Der Startschuss fiel am Nachmittag um 3 Uhr und gefahren wurde durch die gesamte Nacht. Ich fuhr im Mixed-Team mit meiner Freundin und gemeinsam konnten wir das Rennen überlegen gewinnen. Die Erlebnisse und Eindrücke dieses Rennens waren einmalig und dieser tolle Event bildete zugleich der Schlussstrich der Saison 2014.

Wie sieht es 2015 aus?

Ich werde das kommende Jahr erneut beim Cape Epic starten und meine gesamte Vorbereitung wieder in Stellenbosch machen. Bereits Anfangs Januar werde ich nach Südafrika zurück reisen und am 17. beim ersten Rennen starten. Natürlich habe ich aus meinen Fehlern gelernt und ich habe einige Neuigkeiten, um mein Training und mein aktueller Standpunkt noch genauer zu überwachen, damit ich solche Tiefs wie letzten Sommer vermeiden kann. Im Moment gelingt es mir sehr gut, meine Form auf einem konstant hohen Niveau zu halten und ich blicke zuversichtlich auf die kommenden Monate. Ich werde in Stellenbosch mit meiner Freundin eine eigene Wohnung beziehen und da die Saison in Europa erst so richtig Ende Mai beginnt, werde ich voraussichtlich bis dann in Südafrika bleiben. Ich habe nicht nur eine wunderbare Freundin hier, sondern auch festgestellt, dass ich in diesem Terrain wesentlich stärker fahren kann und meine Stärken perfekt auf die Rennen hier zugeschnitten sind. Somit kann ich erstens mehr Erfolge einfahren und durch die vielen neuen Rennen auch immer wieder neue Motivation tanken! Zudem darf ich durch all die vielen Rennen immer wieder neue Leute kennen lernen und auch die Zeit in Namibia war einzigartig und geprägt von neuen Eindrücken! Ich lernte viel über ein weiteres Land, deren Menschen und deren Kultur kennen, wodurch mein Weltbild einmal mehr erweitert wurde!

Ich werde auch die kommende Saison in den Farben des Wheeler-iXS Pro Teams für die Schweizer Firma Intercycle unterwegs sein! Dass es ein Team gibt, dass einem Fahrer so viel Freiraum und Möglichkeiten gibt, ist, so glaube ich einzigartig und ich bin unglaublich dankbar dafür! Auch mein Umfeld und mein Trainer versuchen und machen alles dafür, um mir perfekten Support und Unterstützung zu geben, damit ich meine Ziele erreichen kann.  Danke für die grossartige Unterstützung allen, die mich auf meinem teilweise holprigen Weg unterstützen!

Mein Sprichwort fürs neue Jahr ist dasselbe wie letztes Jahr: „Wer immer das tut, was er schon kann, bleibt das, was er schon ist“!

Alles Gute und auf ein erfolgreiches neues Jahr!

Konny

 

21.12.2014 Eine Woche auf Rädern!

Die vergangene Woche war einmal mehr super intensiv. Nach dem Desert Dash verbrachten wir noch zwei Tage in Swakopmund, wo wir uns eigentlich ziemlich gut von der Belastung erholen konnten. Die Beine drehten zwar am Montag noch eher viereckig als rund, trotzdem beschlossen wir, unsere Reise weiter zu ziehen. So reisten wir am Montagnachmittag nach einem kurzen Training auf die Farm Omatako, wo wir eine Freundin von Vera besuchten. Die Fahrt dauerte rund 4 Stunden und führte am Ende wieder alles auf Schotterstrasse. Die Farm ist wunderschön gelegen und liegt am Fusse eines kleinen Berges inmitten des weiten Buschlandes. Am Dienstag stand dann wieder das erste richtige Training an und siehe da, während 4 Stunden sahen wir kein einziges Auto, keine Abgase, kein Verkehr, einfach nur das Geholper auf der Kiesstrasse! Auf der Farm leben unter anderem auch 3 zahme Geparde, welche natürlich ein einmaliges Erlebnis darstellten, denn so oft werde ich wohl kaum solche „Katzen“ streicheln können! Nach meiner Angst beim Dash war ich ganz froh, dass ich diese Tiere auf der Farm und nicht hinter einem Busch draussen im Feld angetroffen habe! Am Abend stand dann noch eine ganz spezielle Jagd bevor und so kam noch einmal ein grosses Erlebnis dazu. Am Mittwoch reisten wir dann nach dem Training weiter auf die nächste Farm und erneut lag eine 4 stündige Autofahrt vor uns. Diesmal ging’s hinauf in den Norden nach Otavi. Auch hier trafen wir wieder auf eine wunderschöne Farm, gut 15 Kilometer ausserhalb des kleinen Dörfchens. Idyllisch eingebettet in die weiten Feldern und unter grossen Bäumen liegt die Farm der Familie Falk. Da besuchten wir unsere Kollegen aus Stellenbosch, welche unter dem Jahr in Südafrika studieren. Am Abend ging ich das erste Mal in meinem Leben auf eine Jagd mit Pfeil und Bogen… als Zuschauer natürlich. Direkt am Wasserloch warteten wir rund 2 Stunden auf das Wild, doch es hatte keine Lust auf uns und so kehrten wir erfolglos zurück. Ganz speziell war für mich, den Wechsel der Natur zu erleben. Während in Windhoek kaum ein grüner Fleck zu sehen ist, sprüht hier das Mais und die Felder sind saftig grün!

Früh aufstehen!

Am Donnerstag nutzten wir dann den Ruhetag, um in die Etosha Pfanne zu fahren. Bereits um 4 Uhr ging’s los, denn vor uns lag erst einmal eine 2 stündige Autofahrt. Pünktlich um 6 Uhr erreichten wir dann das Tor des Nationalparks. Wir waren die allerersten und ich fühlte mich wie im „Jurassic Park“, als das Tor vor uns geöffnet wurde und wir ins Land der wilden Tiere fahren durften! Die Etosha Pfanne erstreckt sich über 4760 Quadratkilometer und hier leben alle wilden Tiere, die man sich auf diesem Kontinent so vorstellt. Gleich zu Beginn sahen wir eine Hyäne beim Fressen, doch danach begann das lange Suchen auf die Elefanten und Löwen. Da es die letzten Wochen oft geregnet hatte, brauchten die Tiere nicht unbedingt an die Wasserlöcher zu kommen, da sie genügend Wasser im „Feld“ haben. Somit war es extrem schwierig, die Tiere von nahe zu sehen. Erst am Ende sahen wir dann doch noch einen riesigen Elefantenbulle, welcher direkt vor uns über die Strasse watschelte! Bis auf die Löwen und Nashörner sahen wir so ziemlich alle Tiere und so kehrten wir müde zurück auf die Farm. Rund 8 Stunden verbrachten wir im Auto und so kam es, dass ich bei der anschliessenden Jagd im Hochsitz beim Warten eingeschlafen bin, haha!

Am Freitag zeigte uns Michael dann eine seiner Trainingsrunde. Während 120 Kilometern fuhren wir durch die weiten Feldern und auch da kreuzten wir gerade zweimal ein Auto während dem gesamten Training! Am Nachmittag reisten wir dann nach einer Woche auf Rädern zurück nach Windhoek. Über 2000 Km legten wir dabei mit dem Auto zurück! Es war eine intensive Woche mit unglaublich vielen Eindrücken und Erlebnissen! Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Familie Woortman http://www.omatako.de/ sowie der Familie Falk http://www.ondjondjo.iway.na/contact.htm für die unglaubliche Gastfreundschaft!

Es war oftmals anstrengend, das intensive Training mit der ganzen Reiserei zu kombinieren, doch es hat sich mehr als gelohnt und bereits am Samstag führte ich den Trainingsblock in Windhoek weiter. Nun werden wir bis nach Weihnachten hier bleiben, ehe unsere Reise weiter geht!

Stay tuned!

Leere Strassen soweit das Auge reicht!

 

13.12.2014 Sieg beim Desert Dash im Mixed Team! 369 Km von Windhoek nach Swakopmund! Eine lange Reise und eine ebenso lange Geschichte ;) !

Phuu… ich weiss gar nicht wie und wo ich anfangen soll. Ich bin überwältigt von den Emotionen, denn das was ich die letzten 15 Stunden auf dem Bike erlebt habe, war etwas vom verrücktesten und zugleich eindrücklichsten, was ich je in meinem Leben gemacht habe! Fangen wir mal ganz von vorne an….. Bereits um 6 Uhr Morgens erwachte ich gestern Freitag, denn die innerliche Anspannung und Nervosität war grösser, als vor einer WM! Zu gross war meine Ungewissheit und Respekt, was mich die kommenden 369 Km oder eben 15 Stunden auf dem Weg von Windhoek nach Swakopmund erwarten würde. Der Desert Dash ist mit keinem meiner bisherigen Rennen zu vergleichen, super hart und für jeden Fahrer (ob Profi oder Hobby-Fahrer) eine Grenzerfahrung! Noch nie zuvor sass ich 230 Km auf dem MTB und ich hatte einige berechtigte Fragezeichen! Wie reagiert mein Körper auf all die Schläge, wie schaffe ich es ohne Schlaf durch die Nacht zu fahren, wie verpflege ich mich am besten usw……

Den Dash kann man als Solofahrer, im 2 er oder im 4 er Team absolvieren. Dazu gibt es noch Unterteilungen in Mixed, reines Männer oder reines Frauen Team! Gemeinsam mit meiner Freundin startete ich im „Mixed“ 2 er Team! Als Titelverteidigerin und „Namibias Sportswomen of the Year“ waren die Erwartungen verständlicherweise hoch! Gemeinsam mit über 500 Fahrern stellten wir uns in der grössten Mittagshitze um 15 Uhr an die Startlinie! Das Thermometer nahe der 40 Grad Grenze und der Schweiss floss alleine schon vom Rumstehen! Die ersten 100 Km hatten wir ja vor 2 Wochen als Training absolviert und somit wussten wir, was am Anfang auf uns zukommen wird. Nach einem kurzen Flachstück ging’s dann die ersten 30 Km stetig hinauf zum Kupferbergpass und bereits nach 5 Km bogen wir auf die holprige Schotterstrasse ab! Von da an sollten wir bis zur Ziellinie mächtig durchgeschüttelt werden! Das Tempo war sehr zügig und bald einmal musste ich Vera etwas helfen, damit wir in der ersten Gruppe bleiben würden. Ganz überdrehen wollten wir natürlich nicht und so kamen wir nach 1,15 Std. in der zweiten Gruppe zur 30 Km Marke, von da an musste Vera nun alleine die nächsten 69 Km zurücklegen, während ich ins Begleitfahrzeug steigen durfte. Bei sämtlichen Teams läuft es so ab, dass alle Fahrer gemeinsam die ersten 30 und die letzten 46 Km absolvieren müssen. Dazwischen gibt es 4 Etappen, wobei im 4 er Team jeder nur eine Etappe fährt und im 2 er Team logischerweise jeder deren 2. Wie man die Einsätze verteilt, ist jedem selber überlassen.

Während Vera an der Spitze der Mixed -Wertung in der grössten Hitze ihre Etappe fuhr, mussten wir mit dem Auto rasch möglichst zum nächsten Übergabepunkt. Kurz verpflegen und dann wieder alles ready machen für meinen Einsatz. Kurz nach 19 Uhr erreichte Vera mit gut 20 Minuten Rückstand auf die Gesamtführenden die erste Wechselstelle. Unsere engsten Gegner hatten eine andere Taktik gewählt und liessen den Mann die erste Etappe fahren. So startete ich an zweiter Stelle mit nur wenig Rückstand in die Etappe. Bereits nach kurzer Zeit hatte ich die Führung dann wieder übernommen und nun galt es, auf den 76 Km (Königsetappe, da es ein ständiges Auf- und Ab ist) einen möglichst grossen Vorsprung heraus zu fahren. Da in Namibia bereits um 19.30 Uhr die Sonne untergeht, fuhr ich direkt in den Sonnenuntergang hinein. Eine unglaubliche Atmosphäre, denn ich war komplett alleine unterwegs und neben mir war nur Steppe und die weite Prärie Namibias zu sehen. Bald einmal war ich auf mein Scheinwerferlicht angewiesen, denn vor mir war nur noch eine Abenddämmerung zu erkennen und hinter mich holte mich die dunkle Nacht ein und der Sternenhimmel tat sich wie ein riesiger Lichterhimmel über mir auf! Hier ist es eben nicht wie in Europa, wo es nie richtig „Nacht & dunkel“ wird!

Obwohl es extrem schön war, krabbelte ein ziemlich ungutes Gefühl in mir hoch… nein besser noch, es war Angst! Denn ausser die zehn Meter vor mir sah ich nichts mehr und ab und zu erkannte ich zwei Augen an der Strassenseite! Ihr könnt euch denken was ich fühlte, denn ich befand mich nicht in einem Waldstück in der Schweiz, wo es vielleicht mal einen Fuchs oder ein Reh zu sehen gibt, nein!!! …. ich befand mich im Reich der Leoparde, Hyänen und was weiss ich zum Henker noch so alles auf mich wartete! Ich raste so schnell ich konnte und irgendwie half mir meine Angst zu einer unglaublichen Power, die ich heute aufs Pedal brachte. Nach 30 Km überholten mich die ersten Begleitfahrzeuge, obwohl nur sehr spärlich, doch ich sah, dass es Vera gut ging und das stimmte mich positiv auf den weiteren Rennverlauf. Nach 40 Km erkannte ich dann plötzlich ein blinkendes Rücklicht vor mir und so hämmerte ich weiter in die Pedalen und holte Fahrer um Fahrer ein. Nach 3,04 Std. erreichte ich mit 3′ Rückstand auf die Gesamtführenden die zweite Wechselstelle, ich konnte dabei über 10 Fahrer ein und überholen und nun war Vera für die nächsten 74 Km in der Dunkelheit auf sich alleine gestellt.

Die Abstände waren bereits riesig und nun versuchte ich mich während der Autofahrt so gut es geht zu erholen. Um 1.15 Uhr erreichte Vera den dritten Übergabeort und obwohl wir ungefährdet an der Spitze der Mixed Kategorie lagen, wollte ich die gut 10-15 Minütige Lücke aufs Gesamtpodest wieder zufahren. Veras Etappe führte aus dem Hügelland raus und war beinahe komplett flach. Im selben Stil ging es für mich weiter. Wieder startete ich alleine auf die nächsten 74 Km, doch diesmal konnte ich über eine breite Salzstrasse donnern. In der Wechselzone hatten mir die Leute von den Hyänen erzählt, welche in dieser Gegend oftmals gesichtet werden. Ihr könnt mir glauben, dem Schweizer Landei war es erneut gar nicht ums Lachen und so hetzte ich wie ein Gestörter durch die Dunkelheit. Um mich herum war es „muxmäuschen“ still, einzig das Rauschen des Windes und das monotone Geräusch der Laufräder huschte durch die pechschwarze Nacht! Was tun wenn ich jetzt einen Plattfuss habe??!! Dann wäre ich wohl ein gefundenes und hilfloses Opfer der wilden Tiere! Oje oje… zum Glück hatte ich nach 30 Km andere Gedanken, denn die Strasse bog auf eine sandige und ruppige Sandstrasse ab und es war volle Konzentration gefragt!

Am allermeisten überrascht war ich von meiner Perfomance. Obwohl es Mittlerweilen nachts um 3 Uhr war, spürte ich keinerlei Müdigkeit und die Beine drehten wie von alleine. Nach 50 Km sah ich schliesslich wieder Rücklichter vor mir, denn durch den aufkommenden „Dunst“ war die Sicht in die Weite ziemlich begrenzt! Erst nach 60 Km hatte ich schliesslich den Kontakt hergestellt und nun lag ich Overall auf Rang 3, gefolgt von meinen 3 Begleitern, welche ich bis zum nächsten Wechsel nicht mehr abschütteln musste. Nach 2,26 Std. hatte ich die 74 Km hinter mir und nun lagen die letzten 46 Km gemeinsam mit Vera vor mir. Mittlerweilen war es Morgens um 4 Uhr und wir hatten beide bereits 180 Km in den Beinen. Die Gruppe ums Gesamtpodest konnten wir nicht halten, doch das spielte absolut keine Rolle. Wichtig war, dass wir sicher ankommen würden. Wer jetzt denkt, die letzte Etappe wäre die leichteste, der irrt sich. Der Dash begann nun, uns mental zu zermürben. Denn es folgten unzählige Anstiege im losen „Salzsand“ und die Abfahrten waren schwierig und forderten nochmals volle Konzentration. Um 5.30 Uhr erblickten wir endlich die Lichter von Swakopmund, doch es zog sich nochmals eine gefühlte Ewigkeit, bis wir schliesslich nach 14.51 Std. um 5.51 Uhr über die Ziellinie fuhren! 24 Stunden wach und jeder 230 Km in den Beinen!!!

Als ich vom Rad stieg, da überkam mich eine endlose Müdigkeit, doch diese wurde weggedrückt vom ganzen Stolz und Hochachtung der Leistung meiner Freundin. Mit 21 Jahren hat sie zum zweiten Mal den Dash bezwungen! Das Zeitlimit ist am Nachmittag um 3 Uhr, also genau 24 Std. nach dem Startschuss in Windhoek! Ich ziehe vor jedem Fahrer, der sich dieser Herausforderung stellt, mit grösstem Respekt den Hut! Es war eine unglaubliche Nacht im Sattel und der Dunkelheit, ein „Ride“ eben, den ich nie mehr vergessen werde! Dass ich zum jetzigen Zeitpunkt eine der besten Leistungen des gesamten Jahres abrufen konnte, freut mich zusätzlich.

Nach diesem Bericht werde ich mir jetzt erst einmal einen „fetten Burger“ im Strandcafe am Meer vorne gönnen, bevor wir um 16 Uhr den Siegerpreis bekommen werden! Die nächsten drei Tage werden wir uns wohl mit den Folgen dieser Grenzbelastung auseinandersetzen, bevor wir noch zwei Tage in die Etosha Pfanne fahren, um den wilden Tieren bei Tageslicht in die Augen zu schauen. Danach geht das Training über Weihnachten in Windhoek weiter!

Also, wer sich einmal mental oder physisch so richtig testen möchte, der sollte sich dieses Rennen dick in den Kalender schreiben! Die Startplätze werden an einem bestimmten Datum vergeben und obwohl man bei diesem Rennen so viel leiden muss, waren dieses Jahr die Startplätze in 9 Sekunden ausverkauft….. verrückte Welt oder nicht?

Ein ganz grosses Dankeschön an dieser Stelle noch an Till Drobisch, welcher für uns die ganze Nacht das Begleitfahrzeug fuhr und nach uns schaute! Danke auch an Tissot Südafrika sowie Adrian&Meyer Juwelier für den Support!

 

08.12.2014 Inmitten der Wüste Namibias… im Sossusvlei! Trainingsstart mit LD und ein Weekend auf der Farm!

Am vergangenen Montag reiste ich mit Vera an den wohl abgeschiedensten Ort, an dem ich je in meinem Leben gewesen war…. in die Wüste Namibias nach Sossusvlei. Die Autofahrt von Windhoek dauerte über 4 Stunden und führte knapp 300 Km auf Schotter & Kiesstrasse. Die Temperatur stieg bei jedem gefahrenen Kilometer und als wir schliesslich unsere Lodge inmitten des Parks erreichten, zeigte das Thermometer über 50 Grad an (die Schweizer Schokolade fing sprichwörtlich an zu verlaufen!). Unsere „Luxus-Strohhütte“ stand nun wirklich am A…. der Welt an einem kleinen felsigen Berg und vor uns lag einfach nur das weite Nichts! Schon bei der Fahrt hatten wir während 300 Km ganze 4 Autos gekreuzt! Unglaublich einfach, dass hier noch Leute leben. Unsere Lodge ist die Einzige, die im „Park“ liegt und so konnten wir als allererste zum Sonnenaufgang in die riesigen Sanddünen fahren. Dazu mussten wir am Dienstag um 4 Uhr los, denn vor uns lag nochmals eine knappe Autostunde in die Sandwüste, bevor wir das Sossusvlei erreichten. Die letzten 5 Kilometer mussten wir dann bei unserem Pickup den Reifendruck senken, damit wir durch den tiefen Sand kamen. Ausser uns war kein Mensch mehr in Sicht und während es langsam hell wurde, kraxelten wir die erste Sanddüne hinauf. Eine unbeschreibliche Stimmung, denn unten im Vlei waren Gemsböcke, Springböcke und Straussen unterwegs und ausser einem kleinen Rauschen des Windes war einfach rein gar nichts zu hören. Genau beim Sonnenaufgang um 6 Uhr erreichten wir den Gipfel der Düne und so packten wir unser Frühstück aus und genossen die ersten Sonnenstrahlen!

Lange hatten wir nicht Zeit, denn wir wollten noch auf den „Big Daddy“, die höchste Düne der Umgebung und dazu mussten wir nochmals eine gute Stunde durch den Sand stampfen. Da wir erneut die ersten waren, musste ich die Spur hinauf zum Gipfel pflügen. Das war ganz schön anstrengend, doch die Aussicht von da oben entschädigte für das Frühaufstehen und den ganzen Schweissverlust! Einfach nur unbeschreiblich, diese Landschaft! So weit das Auge reicht einfach nur Sand und unberührte Natur! Der Abstieg ging dann wesentlich leichter und so waren wir noch bevor es richtig heiss wurde wieder zurück in unserer Strohhütte! Da diese natürlich keine Klimaanlage hatte, wusste ich spätestens um die Mittagszeit, wie sich wohl ein Brathändel im Ofen fühlen muss!

Offizieller Trainingsstart

Die letzten Wochen nach dem Wines2Whales hatte ich keine richtige Trainingsstruktur mehr verfolgt und grösstenteils pausiert. Damit ich wieder genau weiss, wo ich im Moment stehe absolvierte ich am Freitag einen ersten Leistungstest, um die aktuellen Trainingswerte zu ermitteln. Mit dem Resultat bin ich ganz zufrieden. Spannend war vor allem zu sehen, wie gross der Leistungsunterschied in der Höhe (Windhoek liegt auf über 1600 Metern) im Vergleich zur Tiefe ist. Ich werde noch ein paar Wochen / Tage brauchen, bis ich mich voll und ganz an die Höhe angepasst habe. Doch die Kurbel dreht schon wieder ziemlich rund und der viereckige Tritt der ersten Kilometer ist verschwunden ;)!

Das vergangene Wochenende fuhren wir mit dann mit dem Bike auf eine Farm, gut 70 Kilometer ausserhalb von Windhoek. Auch da war natürlich weit und breit kein Mensch mehr in Sicht. So erlebte ich für 3 Tage das Farmleben und einmal mehr bekam ich wieder viele wilde Tiere wie Gemsböcke, Zebras , Kudus, Wildschweine, Adler, Wüstendachse usw. zu Gesicht. Schon ein spezielles Gefühl, denn während einem ausgiebigen BBQ am Abend auf der Terrasse, kann man mit der Taschenlampe keine 50 Meter entfernt im Feld die ganzen Tiere sehen, welche sich in der Dunkelheit ganz nah an die Farm heran schleichen. Auch Leoparde und Geparde leben in dieser Gegend, doch zum guten Glück bin ich keinem über den Weg gelaufen (wir sahen nur die Überreste eines gefressenen Zebras & Kudus, welche beide Opfer der Leoparden geworden waren). Nach einer Wanderung am Sonntag Morgen mitten durch das Buschland fuhr ich am Nachmittag wieder mit dem Bike zurück in die Stadt. Irgendwie hatte ich dann doch ein bisschen Gänsehaut, so ganz alleine inmitten der Wildnis. Ab und zu sprang nämlich ein Gemsbock oder Kudu direkt vor mir über die Strasse und ich hoffte immer nur, dass es nicht plötzlich ein Leopard sein würde. Doch wahrscheinlich hätte ihm das Schweizer Fleisch sowieso nicht geschmeckt und an einem Gemsbock wäre er sicher eher satt geworden, als an einem ausgetrockneten Mountainbiker!

Nun trainiere ich bis Freitag in Windhoek, denn dann steht das nächste Rennen auf dem Programm. Als Mixed Team werde ich mit Vera beim Desert Dash starten. Das Rennen führt von Windhoek über 365 Kilometer nach Swakop an die Küste. Die ersten 30 Km werden wir gemeinsam fahren, danach werden wir abwechselnd je 2 Etappen à ca. 70 Km fahren und abschliessend die letzten 40 Km wieder zusammen. Der Start ist am Nachmittag um 15 Uhr und das Ziel erwarten wir am Samstag Morgen zwischen 6 und 7 Uhr. Gefahren wird somit grösstenteils durch die Nacht! Es wird sicher ein sehr spezielles Erlebnis, mal schauen, wie ich damit zurecht komme!

Stay tuned!

 

30.11.2014 Fahrt nach Windhoek, Desert Dash Pre-ride und vieles mehr!

Nachdem wir am vergangenen Sonntag vom Double Century zurück nach Stellenbosch gereist sind, entschieden wir uns definitiv, dass wir bereits am Montag nach Windhoek fahren würden. Um 4 Uhr klingelte der Wecker und um 4.45 Uhr sassen wir bereits im Auto, dieses haben wir bis zum „Gehtnichtmehr“ vollgepackt! Vor uns lag eine 15 stündige Autofahrt und ich war gespannt, was mich da alles erwarten würde! Zuerst ging’s durch die Cederberge und die unendlich grossen Weinfelder, dann durch die felsige Landschaft bis nach Springbok und von da durch die „Wüste“ bis zur Grenze. Diese erreichten wir dann nach gut 7 Fahrstunden! Das Grenzhaus glich einer reinsten Bruchbude, eigentlich genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir mussten kurz unsere Pässe abstempeln und dann inspizierte einer der gut 5 Soldaten, welche unter einem schattenspendenden Zelt auf die Durchreisenden warteten, noch kurz unser Auto. Zum Glück mussten wir nicht alles ausräumen und so ging’s zügig weiter! Die Strasse wurde nun schmaler und wie bereits zuvor, war weit und breit kein Mensch oder Auto mehr zu sehen. Die Strasse schnurgerade und das Ende kaum mehr in Sicht! Links und rechts einfach nichts, ausser Steppe! So ging’s kilometerweise weiter, alle 50 Km kam dann doch ab und zu ein Auto entgegen und alle 100 Km überholten wir eines! Genau 3 Mal durchquerten wir ein kleines Dorf, irgendwo im Nirgendwo und bei mir stapelten sich die Fragezeichen! Was machen diese Menschen hier, von was leben sie und wie ist die ganze Infrastruktur hier aufgebaut?! Für einen Europäer kaum vorstellbar, denn hier gibt’s keine nervenden Staus, keine Ampeln, keine chronischen 60 Fahrer bei Tempo 80! Hier wird Jeder gegrüsst, der entgegen kommt, denn wer weiss, wann man den nächstes sieht!

Ab und zu sahen wir ein paar abgemagerte Kühe oder Pferde an der Strasse und da liess sich erahnen, dass irgendwo doch eine Farm stehen würde und anscheinend gibt es Menschen, welche die grenzenlose Natur bewirtschaften! Mit dem eindunkeln erreichten wir schliesslich nach 1500 Km endlich Windhoek! Die Hauptstadt Namibia’s liegt eingebetet in ein paar Hügelzüge inmitten der „Buschlandschaft“. Überwältigt aber todmüde von den ganzen Eindrücken fielen wir am Abend ins Bett.

Die nächsten Tage verschaffte mir dann Vera einen Überblick von der Stadt! Der erste Bikeride durch den Bikepark und ich begriff sofort, wieso man hier MTB fährt! Unzählige super coole Trails säumen einen kleinen Berg am Rande der Stadt! Diese ist wie ein Stern gebaut und während im Zentrum der Puls der Wirtschaft beinahe wie in einer europäischen Grossstadt zu spüren ist, befindet man sich 10 Minuten später inmitten des „Nichts“! Ich hatte am Anfang noch etwas Mühe mit der Höhe (Windhoek liegt auf 1650 Meter), doch vielmehr kämpfte ich mit der Hitze, denn das Thermometer steigt hier tagsüber auf knapp 40 Grad im Schatten! Trainiert wird hier um 6 oder 7 Uhr und für die meisten Menschen ist es normal, um 5 Uhr aufzustehen!

In zwei Wochen findet der Desert Dash (Rennen von Windhoek an die Küste über 369 Km) statt. Dieses Rennen werde ich mit Vera im Mixed Team fahren (später mehr dazu). Gestern Samstag fand dazu ein Pre-Ride statt, wo viele Fun-Fahrer gemeinsam die ersten 100 km des Rennens fahren konnten. um 6 Uhr trafen wir uns alle beim Country Club in Windhoek, dazu mussten wir um 5.30 Uhr mit dem Rad los fahren! Der für das Pro Tour (Europcar) fahrende Einheimische Dan Craven kam auch mit uns mit und so wartete ich mit ihm noch ein wenig, bis wir uns auch auf die Strecke machten. Schliesslich holten wir schon nach kurzer Zeit wieder alle ein und nach dem ersten Anstieg führten wir eine kleine Gruppe durch die weite „Buschlandschaft“! Mir wurde schnell mal klar, wieso wir so früh gestartet sind, denn je höher die Sonne stand, desto unerbärmlicher wurde die Hitze! Schliesslich erreichten wir nach 4,5 Std. das Ziel. Eine Brücke mitten in einem Canyon. Die Begleitfahrzeuge erreichten ebenfalls den Verpflegungspunkt und bereits nach kurzer Zeit hatten alle ihre Campingstühle ausgeräumt und fingen an zu Grillen, natürlich unter der Brücke, den dies war der einzige Ort, wo es Schatten gab! Nach einem gemütlichen BBQ inmitten der „Buschlandschaft“, wurden wir mit dem Pickup wieder nach Hause gebracht! Ein wirklich cooler „Ride“ und ich freue mich bereits jetzt aufs Rennen!

Morgen werden wir für 3 Tage in die wirkliche Wüste nach Sossusvlei fahren. Dort gilt es dann die höchste Düne „Big Daddy“ der Region zu erklimmen! Natürlich ist auch da wieder richtig früh aufstehen angesagt, ansonsten wird mir wahrscheinlich die Sohle unter den Füssen weg schmelzen!

Stay tuned!

Die Aussicht während 15 Autostunden! Nichts, nichts und nochmals nichts! Alle 50 Km ein entgegen kommendes Auto, alle 100 Km eine andere Landschaft.

 

 

23.11.2014 Sieg beim Double Century! Eine unglaubliche Erfahrung!

Was für ein Weekend! Gestern Freitag fuhren wir am Nachmittag nach Swellendam (200 Km östlich von Stellenbosch). Unsere Unterkunft lag gut 20 Kilometer ausserhalb des kleinen Dörfchens und um dahin zu kommen, mussten wir über eine für einen normalen PW grenzwertige Schotterstrasse fahren. „Breederevier“, so heisst der idyllische Fluss, wo wir schliesslich in unseren kleinen Strohhütten eincheckten. Für einmal ein Hotel der anderen Art. Pünktlich aufs Abendessen war unser 14 köpfiges Team dann komplett. 2 Betreuer, 3 Frauen und 9 Männer. Obwohl es eigentlich ein Strassenrennen war, umfasste unser Team nur Mountainbiker & Triathleten.

202 Kilometer als 12 er Mannschaftsfahren, dabei mussten wir alle unsere 3 Frauen ins Ziel bringen und die Zeit des 6 ten Fahrers wurde als Endzeit genommen. Somit konnten wir also einige Fahrer verlieren, doch um möglichst schnell unterwegs zu sein, sollten alle so lange wie möglich zusammen bleiben, um die Kräfte und somit die Führungsarbeiten aufzuteilen. Keine leichte Aufgabe, denn auf 202 Km kann so Einiges passieren. Das Wichtigste sollte einfach sein, die Frauen möglichst gut aus dem Wind und das Tempo stets konstant zu halten!

Die ersten der über 200 Teams (2400 Teilnehmer) starteten bereits um 5 Uhr. Unser Start war glücklicherweise erst um 7.01 Uhr! Unsere stärksten Gegner starteten 30 Sekunden hinter uns und holten uns schon nach wenigen Kilometern ein und fuhren auch gleich an uns vorbei. Das war uns ganz recht, denn so konnten wir einfach mit kleinem Abstand folgen und wir liessen die andern das Tempo bestimmen. Nach 30 Km folgte der erste lange Anstieg und da konnten wir uns dann das erste Mal einen Überblick verschaffen, wie stark wir und unsere Gegner wirklich sind. Leider verloren wir bereits da unseren „Boss“ und Sponsor, welcher selber ebenfalls bei uns im Team startete. Dafür sahen wir, dass wir ziemlich gleich stark sind wie unsere Gegner und so folgten wir ihnen weiter mit kleinem Abstand, um das Ganze zu kontrollieren.

Die Atmosphäre war einmalig, denn am Anfang starteten wir im Nebel und kurz nach 8 Uhr kam die Sonne raus und es wurde immer wärmer (bis 37 Grad am Mittag!!)! Dazu überholten wir unzählige Teams, für die Meisten geht es bei diesem Rennen nur ums Ankommen! Als wir einmal auf eine lange wellige Gerade kamen, da sah ich vor mir einen gut 5 Kilometer langen „Faden“ an Radfahrern. Eine einzige Linie des gesamten Starterfeldes, Wahnsinn! Bis wir die erste Verpflegungsstelle nach 115 Km erreicht hatten, führten wir die ganze Zeit einen erbitterten Kampf mit unserem direkten „Gegner“, wobei keiner einen entscheidenden Unterschied machen konnte.

In der Feedzone hatten dann alle Teams Zeit, sich während maximal 30′ zu verpflegen. Die Zeit wurde eingangs der Zone gestoppt und jedes Team konnte selber entscheiden, wann es weiter fuhr. Die Verpflegungszone war bestimmt 3 Km lang und wir waren ganz am Ende stationiert. Unsere Gegner fuhren etwas vor uns los und so hatten wir bis zur zweiten Zone nach 160 Km keinen direkten Vergleich mehr. So langsam fingen die Kräfte in unserem Team an zu schwinden, doch bei mir traf genau das Gegenteil ein. Da ich die letzten zwei Wochen grösstenteils pausiert hatte, brauchte ich eine Weile, bis ich wieder in Fahrt kam. Dies geschah dann nach gut 140 Km und so konnte ich bis zum Ende sehr viel arbeiten.

Die letzten 40 Km waren dann extrem hart und es folgten viele kleine „Wellen“, wobei ich unsere Frauen abwechslungsweise hinaufzog. Dazu kam die Hitze und leider verloren wir bis zum Ende nochmals 3 Fahrer. Der bisherige Streckenrekord lag bei 5,44 Std., beim Abendessen hatte ich noch gespottet und gesagt, dass wir es in 5,30 fahren würden. Am Ende stoppte unsere Zeit bei 5,28 Std., womit wir nicht nur einen neuen Streckenrekord aufstellten, sonder uns damit auch mit etwas über 5′ Vorsprung den Sieg sicherten! Ich war super zufrieden mit meiner Performance und alle im Team waren trotz des harten Tages sehr glücklich und stolz auf ihre Leistung! Allen voran unser „Boss“, welcher das Rennen alleine zu Ende fuhr und super stolz auf seine Mannschaft war. Für die meisten Teams ist das ein extrem wichtiger Wettkampf, denn sie setzen sich schon früh im Jahr zusammen und trainieren gemeinsam in ihren Gruppen auf dieses eine Rennen hin. Es ist sehr schön zu sehen, was für Leute alle diese Distanz schaffen und teilweise über 10 Stunden unterwegs sind! Chapeau vor jedem, der dieses Rennen zu Ende fährt!

Wir schlossen unseren Tag beim gemütlichen Beisammensein auf unserer Lodge irgendwo im „Nirgendwo“ bei einem lekkeren BBQ ab! Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle ans gesamte Team und an Sure Global Travel für das geniale Weekend! Dieses Erlebnis werde ich nicht so schnell vergessen!

Morgen werden wir zurück nach Stellenbosch reisen und am Montag geht es für mich das erste Mal nach Namibia! Auf mich wartet eine 15 stündige Autofahrt nach Windhoek, mal schauen was ich dabei alles sehen werde! Ich bin super gespannt auf dieses bis jetzt unbekannte Land. Die kommenden 6 Wochen werde ich jedoch sicher genügend Zeit haben, um den einen oder anderen Flecken zu entdecken!

FullGaz on the road!

Speziell war auch die Unterkunft. Für einmal kein gewöhnliches Hotel! Gemütlich war’s allemal!

„Breederevier“, so heisst der idyllische Fluss! Die Unterkunft lag fernab jeglicher Zivilisation, gut 20 Kilometer grobe Schotterstrasse trennten diese zum Startort in Swellendam.

19.11.2014 Unterwegs mit den Songo.info -Kids, auf dem Gipfel des „Hans se kop“ sowie eine nicht alltägliche Kontrolle! Ein Rück-/ Ausblick!

Das vergangene Wochenende war für einmal rennfrei! Nachdem ich die ganze Woche das Bike in der Ecke stehen liess und nur ein paar Gym Besuche machte, konnte ich es am Sonntag dann doch nicht lassen und schloss mich einer ganzen Bike-Gruppe an. Mit dabei waren neben Sauser & Kleinhans auch der Künstler Richard Scott, Benno Willeit und Oliver Munnik (Mr.Enduro RSA)! Gemeinsam fuhren wir von Grabouw auf den Hans se kop, von wo man eine geniale Aussicht auf die gesamte Gordons Bay geniessen kann!

Am Montag hatte ich dann die Gelegenheit, einmal mit den Songokids auf dem G-Spot Trail in Stellenbosch herum zu heizen! Der Trail ist ein super schneller verlängerter „Pump Track“ mit vielen Sprüngen und Steilwand-Kurven! Einige der Jungs haben es mächtig drauf und springen sämtliche Jumps des Trails! Es ist sehr schön zu sehen, wie viel Freude diese Kinder am Radfahren haben und dank der Songo Stiftung wird ihnen die Möglichkeit gegeben, auf gesponserten Bikes und Equipment ihrem Hobby nach zu gehen!

Als ich am Abend nach dem Training nach Hause kam, klingelte es plötzlich an der Tür. Mir war schnell klar, dass es sich um denselben besuch wie in der CH handeln würde, wenn mich am späten Abend noch jemand besuchen kommt. Doch dass ich nach einer Blutkontrolle noch am Abend um 22 Uhr noch nach Kapstadt fahren musste, da die Kontrolleure das Equipment für die Urin-Kontrolle vergessen hatten, war dann doch sehr speziell! Ausgemacht hat mir das nichts, denn ich finde es sehr gut, dass auch der Südafrikanische Verband seine Pflichten ernst nimmt!

Am kommenden Freitag reise ich nach Swellendam, denn am Samstag werde ich das Double Century (http://www.coronationdc.co.za/) , ein Strassenrennen über 202 Km, welches als Team-Staffel gefahren wird bestreiten! Das Rennen werde ich in einem Mixed Team fahren. Gestartet werden kann mit 12 Fahrern, wobei deren 6 gemeinsam ins Ziel kommen müssen, da die Zeit des sechsten zählt. Da wir ein Mixed Team haben, müssen wir auch noch mind. 3 Frauen ins Ziel bringen. Harte Arbeit also, denn als Titelverteidiger kann von unserem Team ja nur eines erwartet werden… oder nicht?

Am Montag nach dem Rennen werde ich dann mit dem Auto nach Namibia (Windhoek) reisen, wo ich bis Mitte Januar bleiben werde. Anfangs Dezember wartet ein weiteres grosses Abenteuer auf mich und meine Freundin, mehr dazu später!

Auf dem Gipfel des „Hans se kop“! Im Hintergrund die geniale Aussicht auf die Gordons Bay, Sommerset West. Unten rechts die Lourensford Farm, wo jeweils das Ziel des Cape Epic’s ist sowie Startort des diesjährigen Wines2Whales!

14.11.2014 Besuch bei Richard Scott! http://www.richardscott.com/

Was für eine unvergesslicher Tag! Seit Wines2Whales mache ich etwas Pause mit dem striktem Training und so habe ich viel Zeit, um für einmal ein paar andere Dinge zu unternehmen! Gestern war ein ganz speziell cooler Tag, denn gemeinsam mit Christoph Sauser und Erik Kleinhans fuhr ich zum berühmten Künstler Richard Scott. Ihn kenne ich sonst nur vom Rennplatz, denn er war im Team Meerendal beim Cape Epic und auch am letzten Weekend war er Teil des Songo-Teams, da er in seiner Freizeit ein sehr vergifteter Mountainbiker ist und auch gerne Rennen fährt. Sein Studio hat Richard gleich in seinem Haus, welches beinahe direkt am Meer steht und von wo man einen schönen Ausblick auf den Tabel Mountain hat! Richard zeigte uns, wie er seine Werke erstellt und nach einer kurzen Instruktion durften wir dann selber ans Werk. Zack, zuerst eine weisse Paste auf den Bilderrahmen schmieren und dann darauf zeichnen. Wir gaben uns alle drei extrem Mühe, doch am Ende sah man dann eben doch deutlich, wieso man nicht so einfach Künstler wird, hehe! Auf Richards Website könnt ihr viele Werke sehen, ich finde sie genial und ich bin gespannt, wie mein Bild aussehen wird, nachdem er es mit der richtigen Farbe bemalt hat! Vielen Dank Richard an dieser Stelle für deine Zeit und Geduld mit uns!

Am späteren Nachmittag fuhren wir dann noch in die Stadt und „rannten“ auf den Lions Head, von wo man eine gigantische Aussicht auf Kapstadt geniessen kann! Diese Stadt ist einfach einmalig und super cool! Bei einer after-work Bar inmitten der hohen Wolkenkratzer kann man bei einem Abend-BBQ und einem „fetten Burger“ den Tag gemütlich ausklingen lassen!

Naja… ich weiss nicht welche Arbeitsbekleidung mir besser steht, die des Künstlers oder die des MTB er’s….

http://www.richardscott.com/

Mein Werk wird nun trocknen und später von Richard mit Farbe bemalt. Denke nicht, dass es bei mir zum Künstler reicht, hehe!

 

 

13.11.2014 Eine Uhr für die SONGO Stiftung! http://www.songo.info/

Das vergangene Rennen war ich ja Gastfahrer für das Team Meerendal-Songo. Vor dem Cape Epic hatte ich über die Songo-Stiftung ausführlich berichtet. Hier nochmals ein Überblick:

Christoph Sauser gründete zusammen mit Mr. Songo und mit Hilfe von Sponsoren wie Specialized die Stiftung und nutzte dazu seine sowie Burry Standers Popularität hier in Südafrika, um vor allem bei der Cape Epic auf die Charity aufmerksam zu machen! Mittlerweile steht inmitten des Kayamandi Dorfes (Township von Stellenbosch) eine Pump Track Bahn und ein renoviertes Gebäude. Hier können die Kinder nach der Schule ihre Hausaufgaben machen und erhalten dabei Unterstützung einer Fachkraft. Dazu können sie sich hier umziehen, duschen und neben Computern auch einen Kraftraum fürs Training nutzen. Durch die Unterstützung der Stiftung wurde bereits einigen Kindern eine Möglichkeit geboten, um an Weltklasse Wettkämpfen wie beispielsweise der Transalp oder WM teilnehmen zu können. Mit diesen Möglichkeiten haben die Kinder eine Vision und ein Ziel vor Augen, welches sie durch gesponsertes Material und mit harter Arbeit eines Tages womöglich erreichen können. Für das vergangene Rennen erhielten wir sogar eine Karte der „jungen Rennfahrern“, welche ich extrem süss finde! Danke Amila für deine Glückwünsche!

Wie jede Charity ist auch die Songo-Stiftung auf Unterstützung angewiesen. Dazu gibt es im Moment die Möglichkeit, durch den Kauf einer wertvollen Uhr einen Teil zur Förderung der Songo-Kids beizutragen. Vielleicht hat jemand noch kein Weihnachtsgeschenk oder möchte sich selber und den Kindern ein Geschenk machen….. Der Mindestpreis der Uhr beträgt aktuell 2050.- SFr.!

Der Mindestpreis liegt aktuell bei 2050.- SFr.-

http://www.songo.info/

 

 

09.11.2014 Gesamtsieg und Rang 2 auf der 3. Etappe beim FNB WINES2WHALES

Was für ein schöner Abschluss dieser langen Rennsaison, Gesamtsieg beim Wines2Whales! Doch wer jetzt denkt, dass wir es heute mit einem über 9 Minütigen Vorsprung gemütlich nehmen konnten, der liegt hier definitiv falsch! Heute war erneut ein richtiger Arbeitstag und wir fuhren noch einmal Rennen auf sehr hohem Niveau! Die Kargo Fahrer schenkten uns gar nichts und machten von Anfang an Druck. So waren wir einmal mehr bereits nach wenigen Kilometern nur noch mit ihnen unterwegs! Obwohl es nach dem ersten langen Singletrail nochmals flach und schnell wurde, kamen die hinteren Teams nicht mehr heran. Ich wollte auch heute nochmals Rennen fahren, da ich im Rennmodus viel mehr bei der Sache bin und es auch wesentlich mehr Spass macht! Ausserdem kann man ja beim letzten richtigen Rennen nochmals alle übrig gebliebenen Körner verschiessen!!

Die Strecke war erneut einfach nur genial und es folgten immer wieder Singletrails! Obwohl wir abwechselnd immer wieder das Tempo verschärften, konnten uns weder die Kargo Jungs noch wir sie abschütteln. Die letzte längere Welle folgte knappe 20 Km vor dem Ziel. Ich attackierte ein letztes Mal und konnte auch eine Lücke aufreissen, welche Sauser kurz vor dem Gipfel wie bereits am ersten Tag schloss. Doch der Abstand war zu gering und Kargo schloss die Lücke wieder. So konnten wir oben auf der Bergkante doch noch kurz einen Blick auf die geniale Aussicht auf das Meer und das Städtchen Hermanus werfen! Nach einer schnellen Abfahrt folgten nochmals gut 8 Km feinster Singletrail, bevor wir über eine Holzbrücke am Strand die letzten Meter vor dem Ziel zurück legten. Da wir es bei der letzten Welle nicht schafften uns abzusetzen war klar, dass wir nicht mehr um den Tagessieg sprinten würden. Trotzdem machten wir nochmals bis zum Ende Tempo und so waren am Ende alle super Happy! Die Kargo-Boys feierten ihren ersten Etappensieg und wir den Gesamtsieg! Was für drei geniale Renntage, was für eine geniale Strecke, was für ein geniales Team, was für ein genialer Teampartner und Champion! Dieses Rennen war für mich schlicht eines der schönsten und besten, die ich bis jetzt gefahren bin! Danke allen, die dabei involviert waren, danke Susi, danke http://www.songo.info/, danke Meerendal, danke Wheeler, danke Intercycle!

Nach der Etappe konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Wal sehen! Dazu setzten wir uns in ein gemütliches Strandcafe und schauten den gut 70 Metern vor der Küste im Wasser liegenden Buckel-Walen zu! Dieses Land ist einfach in allem einzigartig, sei es die Tierwelt, die Landschaft oder die Art der Rennen! I like!

Nun stehen zwei etwas ruhigere Wochen bevor. In zwei Wochen fahre ich noch ein Spassrennen auf der Strasse und danach reise ich mit meiner Freundin nach Namibia, wo wir bis Mitte Januar bleiben werden, ehe wir eine neue Wohnung hier zum Ende des Monats beziehen werden. Anfangs Dezember steht dann nochmals ein richtiges Abendteuer bevor, mehr dazu bald!

08.11.2014 Sieg auf der 2. Etappe beim FNB WINES2WHALES

Mit dem Leadertrikot auf der Brust stand ich heute ausgeschlafen und wie neu geboren am Start. Befreit vom Druck hatte ich gestern absolut keine Probleme mehr beim Einschlafen und ich fuhr mich extra etwas länger ein als gestern, damit ich diesmal vom ersten Meter an ready sein würde. Das war ich dann auch und so konnte ich das Rennen von der Spitze aus kontrollieren. Die ersten 15 Km führten über breite Feldstrassen und es waren einzig das Team Kargo und ich, welche das Tempo bestimmten. Sauser liess mich ganz mein Rennen fahren und dies während 40 Km lang! Als wir die ersten 15 Km hatten, begann eine der besten Etappen, die ich je gefahren bin! Es folgten Singletrail an Singletrail! Ich machte bereits im ersten Trail Druck, denn wenn man mal schon so gute Beine hat, dann kann man dies ja auch ausnützen oder nicht? So kam es, dass wir nach 20 Km erneut nur noch mit dem Team Kargo unterwegs waren. Nach 44 Km folgte ein Bergpreis auf einer breiten Schotterstrasse, perfekt also für einen richtigen Bergsprint. Ich konnte den Sprint um die 5000 Rand zwar gewinnen, doch Sauser liess den Preis den beiden „Jungen“ und platzierte auf der „Sprint-Linie“ eine Attacke, da es noch etwas weiter bergauf ging, ehe die Welle zu Ende war! Da ich noch etwas Reserve hatte, setzte ich sofort nach und da war sie da, die Rennentscheidende Lücke! Es blieben noch gut 20 Km vor uns und obwohl wir von gestern bereits einen komfortablen Vorsprung gehabt hätten, wollten wir unser Polster nochmals vergrössern. So fuhren wir Vollgas dem zweiten Etappensieg entgegen und konnten somit das Leadertrikot erfolgreich verteidigen! Die Strecke war schlicht genial und ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so viele Trails bei einem Rennen gefahren bin, Mountainbiken vom Feinsten einfach!

Mit über 4000 Teilnehmer verteilt auf 3 verschiedene Rennen ist dieser Event sowieso von A bis Z schlicht perfekt organisiert! Wir wohnen übrigens mit dem Songo.info-Team etwas ausserhalb des Renngeländes in coolen kleinen Hütten mit einem Zelt als Dach! Die Stimmung im Team ist perfekt und es macht einfach nur Spass, hier dabei zu sein! Morgen stehen nochmals 75 Km bevor, welche uns von Grabouw nach Hermanus ans Meer führen werden! Keep on pushing hard!

07.11.2014 Sieg auf der 1. Etappe beim FNB WINES2WHALES!

Ach du Sch…. wie um Himmels Willen soll ich heute ein Rennen fahren mit Christoph Sauser??!! Als ich gestern mit Susi das Abschlusstraining gemacht habe, hatte ich ein perfektes Gefühl in den Beinen. Wir fuhren noch ein bisschen die spielerischen Trails rund um Stellenbosch und reisten dann nach Sommerset, wo wir ein geniales Hotel und ein gemeinsames Nachtessen mit dem gesamten Songo.info Team hatten. Doch leider machte mir eine der schlimmsten Nächte seit langem einen Strich durch die Rechnung. Ich lag bis 2 Uhr morgens im Bett und konnte einfach nicht einschlafen. Eigentlich war ich nicht wirklich nervös, doch irgendwas hielt mich vom Schlaf ab, selbst die Schlaftablette verfehlte ihre Wirkung! Um 5 Uhr klingelte dann bereits der Wecker und ich fühlte mich so richtig beschi……! Die Espresso Maschine gab dann natürlich auch noch genau bei meinem Kaffee den Geist auf und so fuhr ich ziemlich demoralisiert zum Start!

Gleich nach dem Start führte es in den ersten Berg und schon nach wenigen Metern war es das Kargo Pro Team, welches dermassen aufs Tempo drückte, dass bald einmal nur noch wir folgen konnten. Mir war schwindelig und ich bekam Herzflackern, die beinahe schlaflose Nacht hatte ihre Spuren hinterlassen! So war ich schon früh im Rennen auf meine Hammer-Espresso-Gels angewiesen und kurz vor dem ersten Berg verlor ich auch bereits den Anschluss zur Spitze! Susi fuhr dann das Loch in der Abfahrt souverän wieder zu und nach 10 Km kam dann endlich auch mein Motor zum Laufen. Ich fühlte mich von Km zu Km immer besser und wir konnten viel Druck machen. Obwohl wir nicht Vollgas unterwegs waren, konnte nach dem ersten Anstieg neben dem Team Kargo nur noch ein Team aufschliessen. Kurz vor der zweiten Verpflegung bei 40 Km fuhr ich eine Welle etwas schneller hoch und als ich zurück blickte, war eine grosse Lücke zu meinen Begleitern. Ich schaltete schnell nochmals einen Gang höher und als der Abstand genügend gross war, sprintete Sauser zu mir nach vorne und weg waren wir. Nach der Verpflegung folgte eine gut 15 Minütige Tragepassage. Diese musste ich bereits 3 Mal jeweils auf der letzten Etappe bei der Cape Epic hinunter rennen! Obwohl berghoch das Bike geschultert werden musste, war es wesentlich angenehmer als bergab. Als wir oben angekommen waren, hatten wir knappe 1,5 Minuten Vorsprung und es lagen noch gut 30 Km vor uns. Diese führten dann beinahe nur noch über die geilsten Singletrails und ein paar kurze giftige Anstiege inmitten durch die grossen Wein & Apfelplantagen rund um Grabouw. Nach Etwas über 3 Stunden Fahrzeit erreichten wir das Ziel in Oak Valley (ebenfalls Etappen-Ort beim Cape Epic) als Etappensieger. Dabei konnten wir unseren Vorsprung während der letzten Rennstunde auf über 7 Minuten ausbauen!! Ich war unglaublich froh, dass ich nach einem missglückten Start doch noch so schnell ins Rennen fand, meine Form fühlt sich noch etwas besser an als beim Pioneer und ich hoffe jetzt, dass ich Morgen von Anfang an den richtigen Tritt finde.

Vielleicht war es doch ein wenig die Nervosität, denn was wird anders erwartet als ein Sieg, wenn man mit Christoph Sauser fährt?!

06.11.2014 FNB WINES2WHALES is calling! Racing with Christoph Sauser!

Als ich vor 14 Jahren als 11 Jähriger mit dem Rennsport begann, da war mir schnell klar, dass ich irgendeinmal als Profi fahren möchte. Während meiner ganzen Jugend hatte ich natürlich meine Vorbilder und Idole, welche oftmals auf grossen Postern an meiner Zimmerwand hängten! Nach meinen Rennen schaute ich jedes Mal die Rennen der Profis und fragte nach dem Rennen „ziemlich scheu“ nach den Startnummern der „Stars der Szene“! Viele dieser Fahrer haben ihre Karriere inzwischen beendet, doch einer der erfolgreichsten Mountainbiker der Geschichte fährt noch genau gleich motiviert wie vor 20 Jahren, als er seine Karriere begann! Natürlich hingen auch einige seiner Bilder in meinem Zimmer und auch seine Startnummer war schön eingerahmt in einem Regal, mein Vorbild eben! Sein Palmares ist einzigartig und es war bereits ein sehr spezielles Gefühl, als ich vor ein paar Jahren das erste Mal selber gegen ihn fahren durfte. Dieses Jahr fuhren wir zusammen mit dem Freerider um den Mt.Blanc und Morgen Freitag habe ich die grosse Ehre, mit ihm gemeinsam das prestigeträchtige Dreitagesrennen, Wines2Whales zu fahren! Richtig, ich darf mit Christoph Sauser für das Team Meerendal-Songo-Specialized-WHEELER ins Rennen gehen! Kurz vor dem Cape Pioneer erhielt ich die Anfrage von Sauser selber und nun vergehen keine 24 Stunden mehr, bis wir gemeinsam an der Startlinie stehen werden! Bereits seit vielen Jahren ist Stellenbosch die zweite Heimat für Sauser und als mehrfacher Sieger des Cape Epic’s ist er hier sowieso ein Superstar! Das Rennen „Wines2Whales“ ist für viele das letzte Rennen der Saison und es gibt einige gute Fahrer, die das Rennen „just for fun“ mit ihren Sponsoren oder für eine Charity (guten Zweck) bestreiten. Doch da es von den Teilnehmerzahlen das grösste Rennen hier in Südafrika ist, geht es auch um sehr viel Prestige. Das Rennen erhält extrem viel Medienpräsenz und dieses Jahr stehen viele starke Teams am Start. Ich fühle mich ziemlich gut und freue mich extrem auf die kommenden drei Tage! Dass ich zum Saisonende zu dieser Ehre komme, macht mich extrem stolz! Heute steht noch das zweite gemeinsame Training auf dem Plan, bevor wir am späteren Nachmittag nach Sommerset West zum Hotel fahren werden. Morgen geht es bereits um 7 Uhr los, die erste Etappe führt über 72 Km und 1620 Hm von Lourensford nach Grabouw, beide Plätze kenne ich bereits sehr gut vom Cape Epic! Alle Infos zum Rennen gibt es auf der offiziellen Website sowie auf Twitter! Ich werde versuchen, Euch auf dem Laufenden zu halten, wenn’s nicht klappt, dann gibt’s natürlich die ganze Story am Montag!

Website: http://wines2whales.co.za/

Twitter: @Sauserwind, @KonnyLooser, @w2wmtb

http://www.sauserwind.com/

 

30.10.2014 Volle Überwachung Dank dem Vitalmonitor! Trainieren mit der neusten Technik von Pulse7! http://www.vital-monitor.com/

Seitdem ich in Südafrika bin, arbeite ich mit einer neuen Trainingsüberwachung, einem EKG-Messgerät von Pulse7 aus Österreich. Mehrmals täglich und vor allem gleich nach dem Aufstehen messe ich mit einem normalen Brustgurt (vitalmonitor) meine EKG- und HRV-Werte ! Dies geschieht per Handy App. Die Messung dauert 240 Sekunden und nach Abschluss der Messung werden die Daten direkt aufs Netz geladen, wo sie mein Trainer Mathias Nothegger sofort anschauen und beurteilen kann! Somit sehe ich täglich meinen aktuellen Erholungsstatus und kann dementsprechend genau mein Training steuern! Auf einer Grafik auf dem Handy sehe ich schön den Wochenüberblick sowie meine % Zahlen der Erholung sowie Stress, wobei sich logischerweise eine Trainings / Belastungsempfehlung ergibt! Auf dem Internet können nach der Messung die genauen EKG sowie HRV Werte angeschaut werden! Mit dieser neuen Technik und Überwachung hoffe ich, dass ich in Zukunft Überbelastungen vermeiden kann! Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Pulse7 für dieses Produkt bedanken! Ein weiterer Mosaikstein in der Trainingssteuerung und Abstimmung meines Trainings auf der Suche nach der persönlichen Höchstleistung!

 

Per Handy-App sehe ich genau den Verlauf meiner Erholung. Bild rechts zeigt die Erholung während dem Cape Pioneer, da habe ich jeweils 2 Messungen vorgenommen, eine am Morgen und eine nach der Etappe. Man sieht deutlich, wie gut ich mich jeweils erholen konnte! Bild links zeigt den Verlauf der letzten Tage. Der Knick nach unten in der Mitte der Grafik war am Sonntag nach dem Kriterium. Dass ich in diesem Zustand noch aufs Podest fuhr, war für mich irgendwie unerklärlich oder einfach nur Kopfsache!

phu….. taffes weekend! (oben rechts Table Mountain)

26.10.2014 Rang 3 beim Buffet Olives in Paarl!

Nach dem gestrigen Kriterium klingelte Heute bereits wieder um 5.30 Uhr der Wecker, denn ich startete zum ersten Mal beim Buffet Olive auf einer Farm in Paarl. Das Rennen führte nur über 42 Kilometer, doch diese hatten es in sich (viele Höhenmeter und extrem ruppiges Terrain). Mit den beiden BULLS Fahrer Sahm & Stiebjahn standen zwei weitere sehr schnelle Europäer am Start. Bereits kurz nach dem Start machten wir uns dann auch gleich zu Dritt aus dem Staub. Allerdings nicht mit vollem Einsatz, denn Sahm hatte gerade eine vierwöchige Pause hinter sich und Stiebjahn kämpfte wie ich immer noch mit den Folgen des Cape Pioneers, welches er ja gewinnen konnte. Zudem steckte mir das gestrige Kriterium noch ganz schön in den Beinen. So fuhren wir lange Zeit zu Dritt, ehe ich in einem Singletrail zuerst Stiebjahns, später auch Sahms Hinterrad verlor. Ich war einfach zu wenig bei der Sache und unkonzentriert. Es folgte eine Streckentrennung und da fehlten dann auch noch Pfeile. So drehte ich irgendwann wieder um, da ich mir sicher war, dass ich falsch gefahren bin. Zu meiner Überraschung kamen mir plötzlich die folgenden Fahrer entgegen und somit durfte ich wieder drehen und musste zusehen, dass ich mich wieder absetzen konnte, damit es noch fürs Podest reichen würde. Klar, die Lücke nach vorne war damit zu gross und so schaute ich nur noch darauf, dass ich den Abstand nach Hinten konstant halten konnte. Dies gelang mir dann ganz gut und ich war froh, dass ich am Ende mit relativ geringem Aufwand doch noch aufs Podest fahren konnte. Nach dem Rennen fuhr ich dann noch mit dem Rad zurück nach Stellenbosch, im Gepäck ein sehr erlebnisreiches Weekend und ich genoss jeden Kilometer, den ich durch die vielen Weinfelder auf dem Weg zu meiner neuen Heimat zurücklegen konnte! Mit 32 Grad war es zudem schon ganz schön heiss, doch wie sagt man, ohne Schweiss -kein Preis!

Podest von links, Stiebjahn, Sahm

25.10.2014 Cycle in the City Kriterium Kapstadt!

Heute startete ich seit langem wieder einmal bei einem Strassenrennen. Die „cycle in the city“ Serie machte diesmal halt in Kapstadt, direkt beim Weltcup Fussball Stadion beim Sea Point. Beste Lage also mit einer eindrücklichen Kulisse unterhalb des Tabel Mountains und Signal Hills! Das Rennen wurde als Kriterium ausgetragen und somit betrug die Runde nur gerade etwas mehr als 1 Km. 50 Minuten FullGaz also und obwohl ich noch elend müde war vom Pioneer, wollte ich es heute versuchen und möglichst lange mithalten. Diese Art von Rennen (Kriterium) ist hochintensiv und es ist ein stetiges Wechseln von Sprints und Antritten (bei mir bis auf 1300 Watt). Zudem muss man stets den Überblick behalten, da extrem taktisch gefahren wird.

Am Start standen gut 60 Fahrer, darunter auch die Pro’s der Südafrikanischen Eliteteams wie MTN & Bonitas. Die erste Runde fuhr ich gleich Vollgas, so wie es sich für einen Mountainbiker auch gehört. Das Feld war ein einziger langer Faden und durch die vielen Kurven war es nur von Vorteil, sich ganz vorne aufzuhalten. Dies tat ich dann auch das ganze Rennen lang, obwohl die Beine endlos brannten und das Tempo stets enorm war. Die Mannschaften nutzten natürlich ihre Teamtaktik gegeneinander aus und so lag es als Einzelfahrer oftmals an mir, die Lücken wieder zuzufahren, was mir auch ziemlich oft gelang. Am Ende fehlte mir dann leider die nötige Frische und die letzte Konsequenz, um im Finale voll rein zu hebeln! Schliesslich kam ich auf Rang 11 ins Ziel, gar nicht so schlecht mit den Voraussetzungen, denn bis auf 15 Fahrer wurden alle anderen überrundet und raus genommen! Eine coole Erfahrung und ich bin mir sicher, dass ich in einem frischeren Zustand auch im Finale noch etwas weiter vorne hätten sein können.

Die Strecke führte direkt beim Worldcup Stadion in Kapstadt vorbei!

oben Links der Signal Hill!

23.10.2014 Kriterium Kapstadt!

Das Cape Pioneer ist eigentlich bereits Geschichte, doch mit den Folgen der Belastungen kämpfe ich noch immer. Klar, nach 7 Tagen Rennen fahren braucht der Körper etwas mehr Erholung, zudem ist es bereits Ende einer sehr langen Saison. Es fühlt sich an, wie eine Lawine, die über einem herzieht. Mit einer neuen Trainingsüberwachung (Pulse7, nächste Woche mehr dazu), sehe ich genau, wo ich mit der Erholung stehe. Am Montag stand ich noch am Berg oben, denn mit dem Restposten an Anspannung kam die Lawine noch nicht ins Rollen. Doch je mehr ich los liess und die Erholung einsetzte, desto weiter runter zog mich die Lawine. Es ist auch eine Ansammlung der letzten paar Wochen, viel Training im Vorfeld, viel Reiserei und zuletzt noch einiges an Stress!

Es wird schon wieder, denn in zwei Wochen steht mit einem weiteren 3 Tagesrennen, (Wines2Wales) ein weiteres Highlight bevor! Das Rennen werde ich wie die meisten Rennen im Zweierteam fahren, zu welcher Ehre ich dabei kam, erfährt ihr bald! Am kommenden Samstagabend werde ich in Kapstadt vor dem grossen Stadion noch ein Kriterium auf der Strasse fahren. Es wird sicherlich sehr viele Zuschauer haben und ein cooles Erlebnis sein, mal wieder auf den dünnen Pneus ein Rennen zu fahren!

Bis dahin muss ich wohl noch ein wenig Körner sammeln!

Mal schauen, ob ich am Wochenende bereits wieder die richtige Spur treffe!

18.10.2014 6. Etappe Cape Pioneer, erfolgreicher Abschluss!

2,38 Std. , 32,7 km/h bei einem Bikerennen mit 86 km und 1000 Hm, alles auf Schotter, groben Kieswegen oder Jeeptracks! Die Eckdaten der heutigen letzten Etappe sagen eigentlich alles aus, wie heute gefahren wurde. Dass ich zum Abschluss nochmals einen Top-Tag erwischte und mit den Sieger Teams Bulls & Asrin ins Ziel kam und in der Einzelwertung auch nochmals eine Etappe gewinnen konnte, machte mich sehr glücklich!

Nach einem zügigen Start blieb das Rennen eigentlich lange Zeit offen und die Spitzengruppe war ziemlich gross, da die Streckenführung zu wenig selektiv war. Erst als es knapp 30 Km vor dem Ziel in den ruppigen Jeeptrack führte, wurde ein regelrechtes Schlussfeuerwerk gezündet. Das Team Scott verschärfte dermassen, dass bereits nach wenigen Metern nur noch Bulls, Asrin & ich folgen konnten. Den Anstieg konnten sie allerdings nicht voll durchziehen und so fielen sie ihrem eigenen Angriff zum Opfer. Während Scott zurück fiel übernahm Bulls die Führung und setzte sich ab. Jetzt lag es an Asrin die Lücke zu schliessen, ich und Sololeader Travis Walker waren dabei noch die einzigen, die mitgehen konnten. Ganze 5 km brauchten wir, bis wir an Bulls dran waren. Ich spürte mich eigentlich schon lange nicht mehr, denn ausser dem Hinterrad vor mir nahm ich nichts mehr wahr…..  auch wenn die Beine noch so brannten, heute liess ich mich von keinem abschütteln! Das Tempo war so hoch, dass Travis 15 Km vor dem Ziel gar auf der Fläche aus dem Windschatten flog, dazu reichte ein kleiner Fahrfehler in einer sandigen Kurve! Somit hatte ich den Tagessieg auf sicher und ich fuhr einfach noch die letzten Km mit Bulls & Asrin ins Ziel. Die beiden gaben sich bis zum letzten Meter die Kante, wobei Bulls schliesslich den Sprint um den Tagessieg gewann. Asrin fehlten am Ende weniger als 40 Sekunden, um in der Gesamtwertung noch aufs Podest zu klettern!

Die heutige letzte Rennstunde ist eine derjenigen, an die ich mich wohl für immer erinnern werde. Das unglaubliche Brennen in den Beinen, die entscheidenden Rennsituationen, die Verfolgung vom TV Helikopter und das einmalige Gefühl, so schnell MTB fahren zu können! Das ist genau der Lohn des ganzen Trainings, das Resultat, wenn die Planung mit dem Trainer aufgeht und ich dank meinem einmaligen Umfeld meine Bestleistung abrufen kann!

Nach meiner Zieleinfahrt und einem kurzen Kaffeestopp fuhr ich nochmals auf der Strecke zurück und drehte als mein Papa kam. So konnte ich mit ihm seine letzten Kilometer zurück legen bei diesem Rennen, ein schönes Gefühl und ich war einfach nur stolz auf ihn! Meine Mama und Freundin und das gesamte Team warteten im Ziel und alle waren glücklich, dass sie diese Woche erfolgreich und ohne Stürze & Verletzungen beendet haben!

Danke Intercycle, danke Meerendal, danke Wheeler, danke allen, die mir diese Woche ermöglicht haben! Obwohl mich das Pech um den Gesamterfolg brachte, war das Rennen für mich ein grosser Erfolg! Nun werde ich Morgen Sonntag bereits wieder zurück nach Stellenbosch fahren, damit ich mich so schnell wie möglich erholen kann, denn:

In zwei Wochen steht ein weiteres Highlight bevor, mehr News dazu gibt’s Mitte Woche!

welches sind die nächsten Ziele??

17.10.2014 5. Etappe Cape Pioneer, eine kurze Angelegenheit!

Wie bereits vor einem Jahr musste die heutige Etappe aufgrund der starken Regenschauer von gestern verkürzt werden. Die ersten 20 Km, welche ausschließlich auf Singletrails gewesen wären, fielen aus und somit hatte die Etappe noch kurze 51 Km. Die einzige Schwierigkeit war der lange Anstieg gleich zu Beginn der Etappe. Nach einer 6 km langer neutralisierten Startphase, bei welchem das ganze Feld durch die Stadt Goerge gezogen wurde, ging sofort die Post ab. Das Team Scott hatte gestern durch einen Defekt das Leadertrikot an Bulls abgegeben und musste heute alles versuchen, um dieses wieder zurück zu holen. Die beiden Teams machten sich schnell aus dem Staub, denn dem abartig hohen Tempo konnte nur noch ein Solofahrer folgen. Ich hatte heute nicht die Beine und versuchte es gar nicht erst. So fand ich mich in der dritten Gruppe wieder und da alle gut harmonierten, flogen wir schnell Richtung Ziel. 20 Km davor konnte ich mich dann noch mit einem weiteren Solofahrer aus der Gruppe lösen und so sprinteten wir um den zweiten Rang der Einzelwertung. Diesen konnte ich dann zu meinen Gunsten entscheiden. Besonders zufrieden war ich nicht mit meiner Leistung heute, denn irgendwie tat ich mich erneut schwer, ans Limit zu gehen, da es unmöglich noch für einen Podestplatz in der Gesamtwertung reichen wird. Jetzt hoffe ich, dass ich Morgen auf der Schlussetappe nochmals einen guten Tag erwische… vielleicht. reicht es dann nochmals für einen Spitzenplatz.

perfekte Verpflegung während dem Cape Pioneer! Im Ziel gab’s diesmal sogar Straussenspiesschen!

 

16.10.2014 4.Etappe…. nicht mein Tag!

Eigentlich ist das Cape Pioneer nicht als härtestes Rennen ausgeschrieben. Doch die heutige Etappe war eine der längsten und härtesten, die ich je an einem Etappenrennen gefahren bin. Vor einem Jahr sind wir diese Teilstrecke in zwei Etappen gefahren, heute sollten wir alles an einem Stück bewältigen. Wie bereits im Vorjahr kam auch heute die Kehrseite des Wetters und es regnete beinahe die ganze Zeit. Ich fühlte mich am Anfang sehr gut und konnte die ersten 20 Km das Tempo bestimmen. Für einmal durften wir auf einer guten Schotterstrasse fahren, doch kurz vor dem ersten Gipfel wurde der Weg wieder schmal und extrem ruppig. Mir verklemmte es den ganzen Rücken und ich brachte einfach kein Druck mehr auf die Pedalen. Dazu fehlte mir heute schlicht die Motivation, um an mein Limit zu gehen… der erneute Rückschlag gestern und der uneinholbare Rückstand aufs Podest trugen dazu ihren Beitrag! So liess ich die Spitze ziehen und versuchte, einen guten Rhythmus zu finden. Nach einer sehr steilen Abfahrt und einer weiteren giftigen Welle folgte ein weiterer Pfad durch verwachsenes „Gebüsch“. Steine, Wassergraben und Absätze… einfach alles, was einem am gleichmässigen Treten hindern kann :D ! Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich den zweiten Gipfel, am Ende der dritten Gruppe. Die folgende Abfahrt war einmal mehr sehr steinig und ich wollte auf gar keinen Fall erneut einen Plattfuss einfahren. So fuhr ich sehr vorsichtig und mit der fehlenden Anspannung liess auch die Konzentration nach. Ich gurkte sprichwörtlich runter und als ich unten war, hatte mich eine weitere Gruppe ein und überholt. Dunkle Wolken zogen auf und irgendwie war ich plötzlich leer. Die nächsten 50 Km sollte ich dann ganz alleine zurücklegen. Die Strecke unglaublich zäh & hart und es musste sprichwörtlich jeder einzelne Kilometer abverdient werden.

20 Km vor dem Ziel sah ich weit hinter mir einen Fahrer. Ich wartete kurz und so konnte mein Südafrikanischer Kollege Dylen zu mir aufschliessen. Gemeinsam legten wir die verbleibenden Kilometer zurück und erreichten schliesslich nach über 5,30 Std. das Ziel in George. Heute fehlte mir schlichtweg der Biss und die Energie, welche ich in den letzten Tagen durch die Plattfüsse liegen gelassen habe! Meine Gedanken waren heute beinahe die ganze Zeit bei meinem Papa, welcher das Rennen ebenfalls als Solofahrer fährt und immer noch unterwegs ist, während ich nach der Dopingkontrolle, der warmen Dusche und dem Mittagessen diesen Bericht schreibe. Eine wahnsinnige Leistung, auf die ich unglaublich stolz bin!

Mal schauen wies Morgen aussieht, vielleicht erwische ich nochmals einen guten Tag, denn solche Rennstunden wie heute machen nicht ganz so viel Spass ;) !

tolle Woche mit Teamkollege Lucien Besancon & Bärti Bucher!

Fluchtgruppe nach 20 Km

15.10.2014 Ein fast perfekter Tag……

Die Etappe kannte ich noch sehr gut aus dem Vorjahr. Hier stürzte ich und der folgende Rennverlauf brachte mich wohl um einen möglichen Gesamtsieg. Die ersten 40 Km waren praktisch flach und obwohl ich gestern viel investiert hatte, fühlten sich meine Beine heute wieder super an. Ich fuhr erneut stets an der Spitze und nachdem 15 km lang gar nichts passierte, setzte das Team Altech eine Attacke aus dem Feld. Ich setzte sofort nach und auch Erik Kleinhans von RECM setzte nach. Wenig später kam auch noch sein Teamkollege Nico Bell nach vorne und siehe da, das Feld rückte immer weiter weg. Ein cooles Gefühl, denn nun wurden wir vom Helikopter und den Motorrädern regelrecht verfolgt. nach 25 Km bogen wir von der breiten Strasse auf einen schmalen Feldweg ein. Dieser war ruppig und es hatte viele sandige Abschnitte, welche extrem viel Kraft brauchten. Lustigerweise fielen die Initiatoren der Fluchtgruppe (Altech) zurück und so war ich nur noch mit den beiden RECM Fahrern unterwegs. Ohne Positionskämpfe kamen wir durch den ruppigen Streckenabschnitt, doch da das Tempo zusammen fiel, konnten von hinten wieder ein paar Teams aufschliessen. So füllte es die Gruppe bis zum ersten Anstieg nach gut 45Km wieder auf. Der folgende ruppige und extrem steinige Aufstieg brachte schliesslich eine weitere Selektion. Nach der brutalen Abfahrt (Steine und Felsen ohne Ende) folgten weitere flache Kilometer. Nun harmonierte die Gruppe erfreulicherweise und ich fuhr einem sicheren Etappensieg in der Einzelwertung entgegen. Zumal ich das Tempo der Gruppe immer wieder aufbauen konnte, da irgendwie alle müde schienen. 25 Km vor dem Ziel stachen wir in den letzten Singletrail und bämmmm…. es erwischte wieder mich. Ein Stein schlitze meine Seitenflanke auf und innert Sekunden fuhr ich auf der Felge. Die Spitzengruppe war weg und ich stand einmal mehr ganz alleine in der Wildnis. Der „Plug“ half nichts, da der Schnitt zu gross war. Ich musste also einen Schlauch rein machen, nachdem ich noch fünf 3 cm lange Dornen aus dem Pneu bohrte. Ich verlor viel Zeit und als ich wieder auf dem Rad sass, waren auch mehrere nachfolgende Gruppen an mir vorbei gezogen. Die letzten 20 Km führten auf einer Teerstrasse eine Schlucht hinunter. Eine schöne Strasse, doch der starke Gegenwind brachte mich beinahe um den Verstand. Bis ins Ziel hagelte es für mich alleine Minuten und statt das Leadertrikot zu übernehmen, liege ich nun wieder satte 17 Minuten zurück! Es ist einfach extrem frustrierend, denn auch heute war ich einer der Stärksten und ich hatte sehr viel gearbeitet. Offensichtlich ist im Moment der Wurm drin und das Glück steht nicht auf meiner Seite.

Abhaken und nach vorne schauen. Vielleicht erwische ich Morgen wieder einen guten Tag und dann kann ich der härtesten Etappe mit 109 Km und 2800 Hm ein zweites Mal den Stempel aufdrücken!

FullGaz!

What the fuck!

Die Gegend hier ist einfach unglaublich schön und trotz des ganzen Pechs sehe ich es als grosses Privileg, dass ich dieses Rennen hier erleben kann! Dank den Trailern vom Team Meerendal bleibe ich vom campieren verschont, trotzdem sind wir den ganzen Tag draussen in der Natur! Es macht allen Spass und die Stimmung im Team ist super! Danke Wheeler, Danke Meerendal, danke allen, die mir das hier ermöglichen!

 

14.10.2014 Alles richtig gemacht. Sieg auf der zweiten Etappe!

Heute stand also die berüchtigte Prestigeetappe auf dem Programm. 85 km mit 2700 Hm und am Ende der 12 Kilometer lange Schlussanstieg mit 1200 Hm am Stück. Fürs erste Team gab’s oben satte 125’00 Rand, doch vor allem mussten heute alle ihre Karten auf den Tisch legen. Nach dem gestrigen Pech war ich heute umso mehr motiviert, um meine Form zu beweisen und dementsprechend offensiv fuhr ich die heutige Etappe. Gleich nach dem Start setzte ich mich an die Spitze des Feldes, ich war bei jeder Spitzengruppe dabei und führte oft das Rennen an. Doch bis zum Hauptanstieg kam nie eine Gruppe durch und so war es noch ein sehr grosses Feld und der Showdown umso spannender. Gleich zu Beginn des Anstieges setzte Hermann Pernsteiner vom Asrin Team die erste satte Attacke. Es konnten nur noch BULLS, Scott und ein spanisches Team sowie ein weiterer Solofahrer folgen. Nach kurzer Zeit platzierte Hermann die zweite Attacke und da konnte keiner mehr folgen. Ich dachte, dass es einem Team sicherlich gelingen wird, Verantwortung zu übernehmen und die Lücke wieder zu zu fahren. Ich selber durfte keine Nachführarbeit leisten und so blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Nach einer kurzen Weile fiel das Tempo zusammen und zu meiner Überraschung fiel BULLS aus der Entscheidung. Nun war es noch ein Abnützungskampf zwischen den Spaniern, Scott und Asrin. Gute 2 Km vor dem Ziel fiel James Reid ab und somit brachte Hermanns Solofahrt kein Erfolg. Dafür attackierte Scott und ich setzte sofort nach. Langsam plagten mich Krampfansätze doch meinen Begleitern ging es nicht besser. Kurz vor dem Ziel konnte ich dann schliesslich nochmals zusetzen und der Etappe den Stempel aufdrücken, indem ich die Ziellinie als erster überquerte. Es war eine reine Prestigesache, denn meine Zieleinfahrt interessierte niemanden. Der Fokus und die Aufmerksamkeit lag ganz alleine dem siegreichen Team Scott, da sie das hohe Preisgeld für sich entschieden. Auch wenn es nichts zu gewinnen gab war es für mich ein stiller Sieg mit einer riesigen Genugtuung. Nach dem Rauswurf konnte ich es heute allen zeigen, dass ich es drauf gehabt hätte, dieses Gefühl tat gut und ich war sehr zufrieden mit dem Tag. In der Gesamtwertung der Einzelwertung konnte ich ganze 10 Minuten auf den Leader gut machen und so liege ich nun noch 6 Minuten hinter dem Leadertrikot. Wenn alles so weiter läuft kann ich das Pech aus dem Vortag noch wett machen…. Keep on pushing hard!

13.10.2014 Kein Glück auf der ersten Etappe!

Da ich bei diesem Rennen nun ziemlich frei bin und auf mich selber schauen kann, entschied ich mich diesmal für mein Hardtail-Bike! Ich bin mir bewusst, dass ich einiges an Schlägen abbekommen werde in der kommenden Woche, doch ich möchte mit dem SRM System mal kräftig Daten sammeln, damit ich mit meinem Trainer Mathias dann für die Cape Epic etwas genauere Abstimmungen machen kann. Zudem scheint mein Rücken im Moment sehr stabil und ich hoffe, ohne Schmerzen durchzukommen!

Um 7.30 Uhr ging’s los und vor uns lagen hartnäckige 100 Kilometer. Ich fühlte mich heute super und so fuhr ich stets in den vordersten Positionen. Das Tempo war nicht sehr hoch, einzig in den Abfahrten wurde ab und zu der Druck erhöht. So blieb lange Zeit eine grosse Gruppe zusammen, aus welcher ich mich dann als Einziger exakt bei der ersten Verpflegung nach 35 Km verabschiedete. Zu jenem Zeitpunkt hatten wir schon unzählige super steinige Kilometer zurück gelegt und nun sollte ich tatsächlich auf einer breiten Kiesstrasse einen Plattfuss haben. Ein Fahrer informierte mich über meinen bevorstehenden Plattfuss, denn ich hatte es gar nicht gemerkt und noch weniger erwartet! So griff ich in die Trikottasche um den Adapter für die Patrone bereit zu machen. Im selben Moment flog auch noch meine kleine Handpumpe aus der Tasche und da ich im ganzen Pulk fuhr, konnte ich nicht sofort anhalten. Wenig später fuhr ich zur Seite und zack… Patrone rein und hoffen dass das Loch schliessen würde. Ich stand mitten auf der Strasse und musste warten, bis die Milch das Loch dichtete. Danach musste ich umdrehen und die Pumpe suchen und zum Glück konnte ich nach geschätzten 2 Minuten weiter fahren, da die Milch schliesslich ihren Dienst verrichtete.

Nun lagen also 65 Km vor mir und die ganze Spitzengruppe war weg und weit und breit war keiner mehr in Sicht. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es einmal mehr viel mentale Stärke brauchte um nicht aufzugeben und locker weiter zu fahren. Nicht heute sagte ich mir, nicht mit diesen Beinen und so pushte ich mich und siehe da, während den folgenden 20 Km flog ich an allen Fahrern vorbei, die nach und nach den Anschluss zur Spitze verloren hatten. Bei der zweiten Verpflegung sah ich die Spitze unmittelbar vor mir, doch ich musste anhalten und meine Flasche füllen. Erneut verlor ich Zeit, doch nach wenigen Kilometern hatte ich den Anschluss zur Spitze nach 55 Km und 20 Km Solofahrt tatsächlich wieder hergestellt. Es folgte eine weitere ruppige Abfahrt und pffff……… genau, erneut zischte die Luft raus, doch diesmal nützte auch die Milch nichts mehr. Der Riss auf der Lauffläche war zu gross und so musste ich einen Schlauch rein machen. Das war’s also für mich, der heutige Tag war gelaufen! Der Vorderreifen war durch ein paar Dornen ebenfalls papp und bis ins Ziel musste ich noch ganze 3 Mal nachpumpen. Im Ziel hatte ich somit eher saure Arme vom Pumpen als vom Treten!

Nach der ganzen Enttäuschung in den letzten Tagen erhielt ich heute noch einmal eins fadengerade in die Fre…..! Keine Ahnung mit was ich das verdient habe, doch irgendwie muss ich mich wohl ein weiteres Mal aufrappeln. Inzwischen muss ich sogar darüber schmunzeln…..! Satte 16 Minuten habe ich nun auch in der Solowertung Rückstand auf den ersten Platz. Da ich denke, dass ich diesen bis Ende Woche nochmals aufholen kann, werde ich wohl auch Morgen wieder aufs Bike steigen und weiter machen. Viel schlechter kann’s ja nicht mehr kommen ;)!

Ich freue mich auf jeden Fall auf Morgen, denn mit dem langen Schlussanstieg auf den Swartberg-Pass steht ein richtiger Showdown an. Da ich nun Einzelfahrer bin, wurde mir die Chance ebenfalls genommen, um für die 120’000 Rand Preisgeld, welches auf das erste Team wartet, zu fahren! Zeigen dass ich’s drauf habe kann ich trotzdem, mal schauen wie’s läuft!

FullGaz!

11.10.2014 Rang 2 zum Auftakt beim Prolog!

Standesgemäss (wie beim grossen Bruder vom Cape Pioneer, dem Cape Epic) wurde auch heute das Rennen mit einem Prolog eröffnet. Da ich nun als Solofahrer starten musste, war es für mich eine neue Erfahrung, 15 Km alleine Vollgas zu fahren. Im Abstand von 1 Minute wurden die Fahrer oder Teams einzeln los gelassen. Ich startete bereits um 10.09 Uhr und war somit der 9 te Fahrer, welcher auf den schnellen und technisch relativ anspruchsvollen Kurs geschickt wurde. Vor mir starteten alles Solo-Fahrerinnen, was mich ziemlich ärgerte und ich auch nicht verstehen konnte. Denn wie es kommen musste, hatte ich bereits alle im ersten Singletrail eingeholt und da es links und rechts nur Dornen-Büsche gab, konnte ich nur mit grosser Mühe überholen. Erst in der zweiten Hälfte hatte ich dann freie Fahrt und so konnte ich noch eine gute Zeit hinlegen. Leider konnte ich am Vortag die Strecke auch nicht mehr besichtigen, da wir ohne Startnummern nicht auf den Kurs gelassen wurden, damit verschenkte ich sicherlich auch noch ein paar Sekunden. Am Nachmittag wurden dann die Spitzenteams im Abstand von 2′ los gelassen und meine Zeit wurde einzig von zwei Teams unterboten. Ich führte also beinahe den ganzen Tag, doch am Ende war noch ein Einzelfahrer knappe 9 Sekunden schneller als ich. Da sein Partner krankheitsbedingt ausfiel, konnte er den Vorteil von einer freien Strecke nutzen, da er im Elitestartblock starten konnte. In Anbetracht meiner turbullenten und sehr enttäuschenden Woche war ich mit dem Resultat am Ende doch sehr zufrieden. Gestern fuhr ich ausserdem noch mit dem Auto die lange Strecke von Stellenbosch nach Oudtshoorn. Morgen beginnt das Rennen so richtig und da ich die Etappe im Vorjahr gewinnen konnte, weiss ich genau was auf mich zukommt.

 

10.10.2014 Ein erneuter Rückschlag!

Es hört sich an wie ein schlechter Witz doch leider musste ich einmal mehr eine sehr schmerzhafte Erfahrung machen. Als ich am vergangenen Montag beim Mittagessen war, erhielt ich eine Absage für das bevorstehende Cape Pioneer. Dass ich 5 Tage vor dem Start zum Rennen aus dem Team geworfen wurde, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Ich hatte den ganzen Fokus auf dieses Rennen gerichtet und mich nach der Pause nach der Transalp stets an diesem Ziel motiviert, noch einmal einen Aufbau zu machen. In Einsiedeln bekam ich die Bestätigung, das mein Formaufbau stimmte und ich fühlte mich auch dementsprechend gut. Dass Rennen in Mankele sollte eine Art „Trainingslager“ unter Rennbelastung für mich und James werden, damit wir einmal zusammen fahren und die letzten Abstimmungen betreffend Fahrstil, Materialwahl etc. machen können. Schliesslich sind wir noch nie zusammen gefahren. Nun war die ganze Vorbereitung für nichts….

Nach dem definitiven Entscheid am Montag Abend fühlte ich mich so, als wäre mir der Boden unter den Füssen weggezogen worden. Es ist nicht einmal die Tatsache, dass ich nicht fahren kann, sondern vielmehr die Art der Kommunikation und der persönliche Umgang. Ich hatte alles geplant, sogar meine Eltern und zwei Kollege kamen nach Südafrika, da sie und mein Papa ebenfalls das Pioneer bestreiten werden. Jetzt wird es für mich um nichts mehr gehen bei diesem Rennen und obwohl ich die Möglichkeit habe§, das Rennen solo zu fahren bin ich mir nicht sicher, ob ich es schaffen werde. Die komplette Anspannung, Vorfreude und Motivation wurde in einer Nachricht zerstört. Die vergangenen Tage überholte mich eine riesige Müdigkeit und endlose Leere, gefüllt aus Enttäuschung und Unverständnis.

Die Rückschläge in diesem Jahr, der Ausfall beim Cape Epic, das Formtief bei der Transalp, die verpassten Highlights…. und jetzt noch diese Hiobsbotschaft! Ich erhielt einige aufmunternde Mails nach dem Iron Bike, dass es endlich wieder besser läuft…… leider dreht sich meine Spirale jetzt erneut nach unten.

Morgen Samstag müsste ich bereits die lange Reise von Stellenbosch nach Oudtshoorn zurücklegen, denn bereits am Sonntag startet das Rennen mit dem Prolog. Ob ich mich bis Morgen wieder aufrappeln kann, weiss ich heute noch nicht. Die ganze Neuorganisation und Neuorientierung brauchte mich extrem viel Energie, Energie die mir die kommende Woche zu 100 % fehlen wird. Vielleicht versuche ich einfach das Gute zu sehen und eine Woche mit einem coolen Bike über coole Strecken in der Südafrikanischen Prärie herum zu heizen!

Für weitere Infos konny_looser@bluewin.ch

 

05.10.2014 Kein Glück auf der dritten Etappe. …

Heute stand bereits wieder die letzte Etappe bevor. Diese sollte mit 45 Km super schnell werden und unsere Aufgabe, im Gesamtklassement 2′ gut zu machen, war überaus schwierig! Trotzdem waren wir bereit, um zu versuchen. Der super schnelle Start führte direkt in einen extrem steilen Anstieg. Ich konnte förmlich spüren, wie jede einzelne einzelne Muskelzelle explodierte und leider reichte es nicht ganz, um mit den Cross Country Spezialisten mitzuhalten. Wie schon gestern jagten wir denselben drei Teams hinterher, nur konnten wir den Abstand bis zum Bergpreis konstant bei 20-30 Sekunden halten. Die folgende Abfahrt war steinig und leider besiegelte besiegelte ein scharfer Stein, welcher meine Seitenwand aufschlitzte jegliche Chance, um nochmals heran zu kommen. Der Schnitt war so gross, dass wir einen Schlauch + Gel rein machen mussten. Auf Rang 8 zurück gefallen stiegen wir zurück ins Rennen. Es lief gut und bis wir den letzten Anstieg und somit den finalen ultimativen Singletrail erreicht hatten, konnten wir uns wieder bis auf Rang 4 vorarbeiten.

Leider war da noch einmal ein spitzer Stein zu viel, welcher nun James sein Vorderreifen zerstörte. Halb papp konnten wir noch eine Weile weiter fahren, doch natürlich war der ganze Flow verfallen. Die nächsten Teams warfen uns zum Glück eine Patrone zu und so konnten wir die letzten 2 Km doch noch fahrend bewältigen. Leider fehlte uns das nötige Glück heute, doch immerhin konnten wir mir dem 3 ten Gesamtrang doch noch aufs Podest steigen.
Dasselbe Schicksal traf meine Freundin! Sie traf es leider noch schlimmer und am Ende verpassten sie den sicher geglaubten Sieg um knappe 4′!

Alles in allem war es ein sehr schönes Wochenende. Es waren Rennen auf sehr hohem Niveau und ich bin mir sicher, dass ich ohne Reisestress und ohne Magenbeschwerden in einer Woche bereit sein werde. James und ich harmonieren sehr gut und wir freuen uns beide auf das bevorstehende Highlight! Das vergangene Wochenende war vor allem sehr lehrreich, sei es in Team Taktik, Materialwahl und auch Zwischenmenschlich!

Nun sitze ich bereits wieder im Flieger nach Kapstadt. Die kommenden Tage ist vor allem Erholung angesagt!

 

04.10.2014 Rang 3 auf der zweiten Etappe…

 

Nach dem schönen Start gestern hielt die Freude nicht sehr lange … denn nach der Etappe verschlechterte sich meine „Bauchsituation“ zunehmends und ich konnte nicht mehr richtig essen.

Die Beine waren dann heute Morgen eigentlich gut, doch ich fühlte mich leer und obwohl die Beschwerden weg waren, konnte ich nicht richtig essen. Mit dem Leadertrikot starteten wir um 7 Uhr zur zweiten Etappe, der Vorsprung lag dabei bei 1 Sekunde und somit stand ein spannendes Rennen bevor. Gleich nach dem Start begann das Feuerwerk schon auf den ersten Kilometer, einer breiten Schotterstrasse. Kurze Zeit später begann der erste Singletrail und da befand ich mich in einer sehr ungünstigen Situation. Die späteren Sieger und gestrigen Etappendritte sowie die Gesamtzweiten vom Scott Team sowie James konnten sich etwas absetzen, während ich hinter einem Fahrer festsass. Die Kilometer nach dem Trail waren super hart und ein ständiges Auf- und Ab und ich verschoss unglaublich viele Körner, um den Kontakt wieder herzustellen. Vorne nahmen sie natürlich wahr, dass ich ein paar Sekunden zurück lag und so wurde entsprechend gefahren.

Nach gut 20 Km begann der lange Hauptanstieg und da war ich bereits ziemlich kaputt. Leider konnte ich den Anschluss nicht lange halten und so setzten sich die vorher genannten Teams ab. Die Situation blieb bis ins Ziel unverändert, die einzige Zuversicht war, dass wir unseren Rückstand von Km 50 bis 70 von 3,5′ auf 2′ auf das Team Scott verringern konnten. Das Ziel erreichten wir schließlich auf dem dritten Rang und nun liegen wir mit 2′ auf dem zweiten Gesamtrang, 1′ vor Rang 3. Eine sehr spannende Ausgangslage vor dem letzten Tag hier in Mankele. Mal schauen, ob ich mich heute wieder sammeln kann. 2′ auf 50 km ist viel, doch wie immer sind die Rennen erst im Ziel zu Ende! Unmittelbar nach der Etappe werden wir zurück nach Johannesburg fahren und dann runter nach Kapstadt fliegen. Danach gilt der Fokus einzig und alleine dem bevorstehenden Cape Pioneer!

 

03.10.2014 Back in South Africa  …  Sieg auf der ersten Etappe bei der Isuzu 3 towers Challenge!

Phuu…. den Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen, hatte ich mir wesentlich einfacher vorgestellt! Letztes Jahr konnte ich ebenfalls die erste Etappe und später auch die Gesamtwertung gewinnen. Als ich heute Morgen um 5 Uhr mein Frühstück runter würgen musste, merkte ich schnell, dass es heute nicht mein Tag sein würde. Ich hatte Bauchkrämpfe und brachte kaum was runter…. Die vergangenen Tage waren sehr hektisch und so brauchte ich auch nichts andres zu erwarten.

Nachdem ich den gesamten Montag noch alles erledigt hatte, flog ich am Abend durch die Nacht nach Johannesburg. Von da mit einem Umweg über Durban nach Kapstadt, womit ich erst am Abend in Stellenbosch war. Nach einem ruhigeren Mittwoch reiste ich gestern mit James Reid und meiner Freundin nach Mankele. Erneut hiess es ins Flugzeug steigen, von Kapstadt nach Johannesburg zu fliegen und dann mit dem Auto nochmals 3 Fahrstunden zurücklegen. Der Veranstalter stellte uns als Favoriten eine schöne Unterkunft zur Verfügung und schließlich schafften wir es noch vor dem Eindunkeln kurz aufs Rad. Das Rennen selber findet im Nirgendwo statt und ich war froh, dass ich nicht im kleinen Zelt übernachten musste.

Die Strecke kannte ich noch gut aus dem Vorjahr und eigentlich freute ich mich riesig auf die schönen Singletrails! Am Start stand die komplette Südafrikanische Elite und ich wurde herzlich willkommen, als wäre ich einer von ihnen!

Nach einem kurzen Flachstück ging’s dann gleich zur Sache und als erstes war es Kevin Evans, der das Tempo bestimmte. Ich fühlte mich einfach schei…., doch irgendwie blieb ich dran und im obersten Abschnitt ging’s dann endlich besser und wir konnten den Bergpreis für uns entscheiden. Zu jenem Zeitpunkt hatten wir uns mit drei weiteren Teams abgesetzt. Diese Situation blieb unverändert bis zu jener Flussdurchquerung, bei welcher wir bereits letztes Jahr die Entscheidung herbei führten. Das Wasser führte bis zum Bauchnabel und die Steine waren so rutschig, dass ich komplett ins Wasser fiel. Egal, denn James und ich konnten uns von unseren Begleitern absetzen. Der folgende lange Anstieg ging’s leider wieder nicht ganz so, wie ich wollte wollte und so brachten wir nur eine halbe Minute Vorsprung in die Abfahrt. Hinter uns zersplitterte die ganze Gruppe und so konnte einzig das Team Scott mit Philipp Buys und Matthys Beukes nochmals aufschliessen.

Ich wusste, dass kurz vor Ende nochmals ein Anstieg folgte und so blieben wir zusammen. James setzte sich am Anstieg ab und ich rettete ebenfalls ein paar Sekunden in die Abfahrt. Erneut konnten die beiden jedoch wieder aufschliessen und da James vorne alleine die letzten flachen Km durchzog, lag es an mir, den Sprint zu gewinnen. Dies gelang mir schließlich und so konnten wir den ersten Sieg als Team gewinnen.

Hoffentlich geht’s morgen bisschen besser, denn heute waren es zähe Stunden im Sattel! Keep on riding!

 

28.09.2014 Rang 5 beim Iron Bike Race! Es geht aufwärts…..

 

Spitzengruppe AlpGrueb, pic by Martin Platter

Die vergangene Woche war nicht sehr leicht. Das ich die Schweiz und somit auch meine Heimat für das nächste halbe Jahr verlassen werde, beschäftigte mich schon ein wenig. Vor allem durch das schöne Wetter und die langen Trainingsstunden zeigten mir einmal mehr auf, wie schön unser Land ist! Nach einer etwas ernüchternden O-Tour beschloss ich, für einmal meinem inneren Instinkt zu folgen und einfach so lange Rad zu fahren, bis das gute Gefühl zurück kehren würde. Während viele meiner Kollegen am Swiss Epic noch die letzten Rennkilometer sammelten, verbrachte ich in 3 Tagen rund 19 Stunden im Sattel. Danach fühlte ich mich wie neu geboren und so konnte ich noch die gesamte Woche über gut trainieren und ich blickte dem Iron Bike mit wesentlich mehr Zuversicht entgegen!

Die Strecke mit ihren 101 Km und 3600 Hm ist kein Zuckerschleck, vor allem die Zahl der Anstiege machen das Rennen schwer und hart. Heute schien jedoch der perfekte Biketag, denn es lag keine Wolke am Himmel und die Temperaturen sollten nach einem relativ frischen Start ebenfalls für Höchstleistungen passen! Der Start verlief im Gegensatz zu anderen Jahren eher gemächlich und so fühlte es sich beinahe wie eine gemeinsame Biketour mit Kollegen an. Erst nach dem Etzel folgten ein paar Tempoverschärfungen, bei denen einzig meine Teamkollegen Buchli & Besancon, die beiden BULLS Fahrer Huber & Dietsch sowie Huguenin zusammen blieben. Ich fuhr stets sehr offensiv und hoffte, dass ich mein gutes Gefühl bis zum Ende über des Rennens halten kann. Beim dritten längeren Anstieg folgte im steilen Schlussteil nach der Sattelegg eine weitere Selektion. Während Besancon den Kontakt ganz verlor, kam ich mit etwas Rückstand in die Abfahrt, doch nach wenigen Metern hatte ich die Lücke auf den nassen und glitschigen Holztremmeln wieder geschlossen. Dafür verklemmte es Huguenin die Kette, sodass dieser ebenfalls zurück fiel. Buchli & Huber hatten sich in der folgenden Abfahrt etwas abgesetzt und so bog ich mit Dietsch in die nächste Steigung hinauf zur „Wisstannen“ ein. Ich verschärfte gleich am Anfang, sodass wir die Lücke rasch wieder schliessen konnten. Somit waren wir noch zu viert übrig. Nach ein paar Metern erhöhte dann Dietsch und zeigte nach seinem Sieg bei der O-Tour erneut, in welcher Form er sich befindet. Huber & Buchli setzten ihm nicht nach und blieben hinter mir, womit es an mir lag, den Abstand in Grenzen zu halten. 50 Sekunden stach der Franzose schliesslich vor uns in die Abfahrt zurück ins Tal nach Studen. Buchli kannte die Abfahrt sehr gut und so bretterten wir so schnell runter, dass wir schliesslich den Kontakt unmittelbar nach der Abfahrt wieder hergestellt hatten. Somit waren wir wieder zu viert unterwegs und gemeinsam fuhren wir über das lange Flachstück, bis wir den Hauptanstieg hinauf zum Spirstock erreichten. Die Bilder von meinem Einbruch aus dem Vorjahr hatte ich noch genau vor mir und so schaltete ich von Anfang an einen Gang zurück. Ich war mir bewusst, dass sich meine drei Begleiter alle in einer super Form befinden und ich so besser meinen eigenen Rhythmus suchen würde, sofern ich ohne Parkschein nach Einsiedeln kommen wollte. Etwas weiter hinter mir tauchte sowieso Huguenin wieder auf und so versuchte ich mich kurz zu sammeln, damit ich dann bei ihm dran bleiben könnte.

Kurz vor der Tragepassage beim „Adlerhorst“ (ca. Hälfte des Anstieges) schloss Huguenin dann zu mir auf und so fuhren wir gemeinsam bis zum Gipfel. Heute setzte ich auf sehr leichte Pneus (Schwalbe Thunderbird) und so hatte ich grösste Mühe, um im folgenden Downhill dran zu bleiben, zumal mich Huguenin offensichtlich distanzieren wollte. Volle Konzentration war also gefragt und zum guten Glück kam ich schliesslich unbeschadet auf die Ybergeregg. Genau da holten wir Teamkollege Buchli ein, er hatte einen Plattfuss erlitten und somit die Chance auf den Sieg verloren. Jetzt war also für uns alle drei wieder der letzte verbleibende Podestplatz möglich und so fuhren wir dann bis zur ruppigen Abfahrt „Holzegg“ gemeinsam. So eine Sch… dachte ich mir, denn kaum musste ich das erste Mal vom Rad und den verblockten Wanderweg hinunter rennen, zog es mir erst zum zweiten Mal in meinem Leben einen Krampf rein. Da nützte Alles nichts, ich konnte den Kontakt einfach unmöglich halten. Da Buchli den untersten Teil fahrend bewältigte, legte er auch zu Huguenin die entscheidenden Meter und setzte sich wieder auf Rang 3 ab und zog durch. Huguenin war auch irgendwann ganz weg und so blieb mir wie 2012 der fünfte Rang.

Mit diesem Resultat war ich heute sehr zufrieden, zumal ich noch 2 Minuten schneller war als letztes Jahr, obwohl die ersten 2 Rennstunden deren 2′ langsamer waren. Es geht wieder aufwärts und ich hoffe, dass ich jetzt genau aufs Cape Pioneer dann wieder richtig in Fahrt bin. Mit den vielen Gedanken in meinem Kopf war dieses Rennwochenende gar nicht so leicht. Für unser Team und auch die meisten Fahrer war es das letzte Rennen in dieser Saison. Zeit also, von der Rennfahrerfamilie Abschied für die kommenden Wintermonate zu nehmen. Allen alles Gute zu wünschen und Danke zu sagen! Der Dank gilt vor allem dem Team, allen Betreuern und meinem Sponsor, aber auch meiner Familie und meiner Freundin, die immer für mich da sind!

Für mich geht die Reise bereits Morgen (Montag Abend) weiter nach Südafrika. Da wird Stellenbosch für mich für die kommenden Monate meine neue Heimat werden. Bereits am nächsten Donnerstag reise ich dann von Kapstadt nach Nelspruit (nähe Krügerpark), wo ich das erste von mehreren Etappenrennen von Freitag bis Sonntag bestreiten werde. Dieses wird die letzte Vorbereitung mit meinem Cape Pioneer Partner James Reid sein, bevor wir dann eine Woche später in Oudtshoorn zum 7 tägigen Highlight starten werden! Sofern ich Internet und Zeit finde, werde ich versuchen, täglich von den Rennen zu berichten, ob das nächste Woche klappt, weiss ich noch nicht! Es stehen jedoch noch unzählige spannende Erlebnisse bevor, dran bleiben lohnt sich also!

Stay tuned!

 

Start in Einsiedeln, pic by Martin Platter

22.09.2014 Viel passiert……!

Das man manchmal Glück im Unglück hat, musste ich gestern am eigenen Leib erfahren. Premiere auf dem Rennrad würde ich sagen, denn seit ich vor 15 Jahren damit angefangen habe, hat’s mich noch nie auf die Fre… gelegt! Die ganze letzte Woche war sowieso erlebnisreich. Seit langem stand ich wieder mal auf dem Dach und hämmerte auf den Ziegeln rum, hehe! Aber auch eine Freeridetour in Davos (Bahnentour) machte richtig Spass. Am Wochenende beschloss ich dann, noch einmal meine Lieblingsrunden zu drehen. Da ich nur noch diese Woche daheim bin und dann voraussichtlich erst wieder Ende Mai zurück komme, bleibt mir ja nicht mehr allzu viel Zeit dazu. So kamen einige Kilometer zusammen und auch ein paar Höhenmeter. Pragelpass, Yebergeregg, Sattelegg und Klausen… die meiste Zeit war ich ganz alleine unterwegs. Der Pragelpass ist sowieso Autofrei und am Sonntag war das Wetter wohl zu schlecht für die Sonntags-Touristen, um bei Regenschauer auf den Klausen zu fahren. Der Regen war mir ziemlich egal, denn das Wichtigste war für mich der Spass am Training. Leider wurde dieser durch einen unnötigen Sturz etwas unterbrochen. Blutende Hände und aufgeschlagene Hüfte & Knie. Die Stulpen liess ich schön zerrissen an den Beinen, erst als ich zu Hause war, durfte ich die angeklebten Beinlinge vom blutenden Knie reissen. Berufsrisiko halt…. Zum Glück verletzte ich mich nicht schlimmer, denn in drei Wochen beginnt mein grosses Ziel, das Cape Pioneer und am kommenden Sonntag das Schweizer Saisonfinale in Einsiedeln!

Einer meiner Lieblingspässe, der Klausenpass von Uri ins Glarnerland

Dass ich mal auf andere Gedanken komme als Radfahren, dafür sorgte ein ganz netter Fun-Biker, welcher ebenfalls bei der IXS Classic die Marathons fährt. Als ehemaliger Eishockeyspieler lud er mich nach Zug in die neue Eishockeyarena zum Spiel EV Zug gegen Lausanne ein! Es war schon eine Weile her, seitdem ich das letzte Mal in einem Eisstadion war! Eine super Stimmung, ein extrem schneller Sport und ein cooler Abend! Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung!

14.09.2014 Rang 9 bei der O-Tour! Das Rennen ins Ziel gebracht….

Dass ich nach einer siebenwöchigen Rennabstinenz nicht gleich wieder auf allerhöchstem Niveau fahren kann, dass war ich mir bewusst. Nach einer Pause und einem vierwöchigen „Neuaufbau“ in Südafrika würde es sicherlich mehr als einen Renneinsatz brauchen, um über 4 Stunden den Rennrhythmus halten zu können. Ich hatte mich im Vorfeld darauf eingestellt, dass ich früh von der Spitze abfliegen würde und nahm mir vor, mich danach auf mein eigenes Rennen zu konzentrieren. Vlt. würde es mir mit dieser Taktik am Ende gelingen, wieder ein paar einzusammeln, die am Anfang überdreht haben. Dazu setzte ich als einziger der top-ten Fahrer zum ersten Mal auf mein Fully, damit ich schmerzfrei und so mit mehr Freude ins Renngeschehen zurück kommen konnte.

Um 8.15 Uhr erfolgte der Startschuss und nach wenigen Metern begann der lange Anstieg. Das Tempo war im Vergleich zum Vorjahr beinahe „langsam“, was mir natürlich extrem entgegen kam. Nach ein paar Kehren wurde es dann doch immer schneller und ich merkte schnell, dass ich dieses Tempo nicht lange mithalten kann. So fuhr ich meinen eigenen Rhythmus und nach gut der Hälfte des ersten Anstieges konnte ich wieder zu einer Gruppe vor mir aufschliessen. Gemeinsam mit Sahm, Thie und Teamkollege Besancon erreichte ich den ersten Kulminationspunkt. Die letzten Meter des Anstieges waren extrem ruppig und es folgte umgehend eine kurze Abfahrt auf einem alten Römerweg. Endlich profitierte ich davon, dass ich davor etwas mehr Gewicht hinauf schleppte und so konnte ich ohne Verkrampfungen und entspannt darüber brettern. In einer kurzen Senke vor einer Gegenwelle wollte ich eine vor uns gestartete Frau überholen, doch genau an dem Punkt in der Wiese waren zwei scharfe Steine, welche ich durch das hohe Gras wohl übersehen hatte. Das Resultat könnt ihr euch denken…… pfff…. genau, dass meist gehasste Geräusch auf dem Fahrrad! Ich versuchte ruhig zu bleiben und fuhr einfach weiter. Nach einer Weile verstummte das Geräusch und es war noch genügend Luft drin, um noch über das kurze Flachstück mit der Gruppe zu kommen. Nach einer kurzen Steigung musste ich dann doch anhalten und nachpumpen. Logischerweise verlor ich die Gruppe und statt in der folgenden Passage Zeit gut zu machen und evtl. zur vorderen Gruppe aufzuschliessen, musste ich erstmals die Lücke zu meinen Begleitern wieder schliessen. Zum Glück kam ein technischer Singletrail und so war ich rasch wieder dran, dafür die Luft wieder draussen! Ok… nochmals durchschnaufen und hoffen, dass die Luft bis zur Verpflegung reichen würde. Es folgten ein paar schnelle und leicht ansteigende Km, bevor die Verpflegung kam. Unmittelbar davor war  noch ein extrem holpriger Abschnitt und genau da nützte ich wieder die Vorteile meines Fullys aus und fuhr etwas Vorsprung raus. Zack, Rad wechseln und weiter…. ich hatte wohl keine 20 Sekunden gebraucht und konnte gerade wieder an die Hinterräder meiner Begleiter aufschliessen.

Nach ein paar kurzen Wellen folgte die lange Abfahrt zurück nach Alpnach und da konnte ich es dann richtig brettern lassen. Besancon und Thie blieben jedoch dran, während Sahm abfiel. Der Rückstand nach vorne betrug auch nicht allzu viel und so harmonierten wir gut über das längere Flachstück, bevor wir den letzten Anstieg erreichten. Leider merkte ich bereits früh, dass es wohl einfach noch nicht reichen würde und so musste ich meine Begleiter alle ziehen lassen. Ich versuchte einen guten Rhythmus zu finden, doch irgendwie war es dann doch mehr ein „Geknorze“, bis ich auch den zweiten Kulminationspunkt erreicht hatte. Die finale Abfahrt mit ein paar kurzen Wellen machte dann dank dem Fully wieder richtig Spass und Freude und so kam ich wie bereits letztes Jahr auf dem 9 ten Rang ins Ziel. Extrem einfach, dass ich rund 16 Minuten langsamer war als vor einem Jahr, damals hatte ich genau solange wie Sieger Dietsch in diesem Jahr…..

Wie es wohl ohne diesen Platten gewesen wäre, ob ich vlt. zur Gruppe vor mir hätte aufschliessen können und ob es dann am zweiten Anstieg besser gelaufen wäre, weiss ich nicht. Wichtig war für mich, dass ich wieder ein Rennen ins Ziel bringen konnte. Die nächste Gelegenheit, es besser zu machen habe ich bereits in zwei Wochen beim Schweizer Saisonfinale in Einsiedeln!

Danke für die vielen netten Gespräche, danke dem Team und danke allen Betreuern! Es war schön, wieder Teil der „Bikerfamilie“ zu sein!

12.09.2014 Intercycle Hausmesse & O-Tour in Alpnach

Bereits seit einer knappen Woche präsentiert mein Sponsor Intercycle bei der eigenen Hausmesse sämtliche Neuheiten der hauseigenen Produkte für die Zukunft. Neben den Accessoires von IXS usw. kann in einer riesigen Ausstellung die komplette Fahrradpalette von WHEELER & BiXS bestaunt werden! Ein Besuch lohnt sich also! Morgen Samstag ist noch einmal Publikumstag für alle! http://www.intercycle.com/news/index/detail/id/750 Ich bin extrem stolz, die Marke WHEELER vertreten zu können und möchte mich bei der Firma Intercycle einmal mehr für den genialen Support und Unterstützung bedanken!

So reiste auch ich diese Woche nach Sursee und besprach meine Pläne bis zum Jahresende. Schliesslich habe ich noch einige Projekte und Ziele vor mir. Das ganz grosse Highlight wird das Cape Pioneer Mitte Oktober sein. Für dieses gab es nochmals einige Änderungen, doch seit kurzem ist alles definitiv. Ich werde neu zusammen mit dem Südafrikanischen Marathon Meister und Youngster James Reid in den Farben von „Asrin“ das Rennen fahren. James gewann letztes Jahr 3 Etappen, unter anderem die berüchtigte Bergetappe. Zusammen werden wir ein extrem junges Team bilden und ich bin gespannt, wie gut wir beide harmonieren werden!

Das Rennen in Hinwil hatte ich am Montag Mittag definitiv abgeschlossen, indem wir auch den letzten Pfahl wieder an seinem richtigen Lagerplatz abgeladen haben. Dort wird er jetzt ein Jahr auf seinen nächsten Einsatz warten und mit dem Schliessen der Scheunentüre konnte auch ich definitiv mit dem Wochenende abschliessen. Es war wahrscheinlich einfach etwas zu viel, die Reise und das ganze Aufstellen…. aber es hat sich trotzdem gelohnt und ich blicke zuversichtlich nach vorne. Ein gutes Interview gab es diese Woche von meinem Rennfahrerkollegen Tim Böhme. http://acrossthecountry.net/tim-bohme-im-interview-mit-dem-alten-system-zum-titel/ Im Moment ist sich in der Trainingsmethodik extrem viel am tun. Man hört und liest sehr viel und es gibt unzählige verschiedene Fahrertypen. Jeder trainiert ein wenig anders und trotzdem sind die Unterschiede am Ende nicht sehr gross, dies zeigt die aktuelle Leistungsdichte deutlich. Der Körper ist eine hochsensible Maschine und alle Spitzensportler sind stets auf der Suche nach der besten Performance und Einstellung des Systems, um die Höchstleistungen abrufen zu können. Im Hintergrund arbeiten und begleiten diverse Trainer unzählige Stunden am richtigen Programm oder Übungen. Aus der beinahe endlosen Auswahl an Trainingsmethoden und Varianten gilt es, die bestmögliche individuelle Anpassung zu finden. Dies braucht natürlich Erfahrung und Zeit. Wer nichts probiert, erfährt auch nie das Resultat. Was für 20 Athleten gilt, kann bei Nr. 21 total in die Hose gehen. Genau dies zeichnet ja ältere Athleten aus, denn diese bringen die Erfahrungen über mehrere Jahre mit und neigen zu weniger Fehlern, da sie genau wissen, welche Methoden bei ihnen anschlägt. Christoph Sauser zB. bringt über 20 Jahre Renn- und Trainingserfahrung in eine neue Saison…. Irgendwann werde ich sicherlich auch soweit sein! Die Arbeit von meinem Trainier Mathias Nothegger möchte ich an dieser Stelle einmal herausheben. Dank unzähligen Gesprächen und Bemühungen von seiner Seite werde ich immer wieder aufgemuntert, an meinen Zielen festzuhalten und weiter zu arbeiten!

Auch ich habe meine Erfahrungen dieses Jahr gemacht und viel Neues ausprobiert. Schwarz auf weiss erhielt ich dank der SRM Trainingssteuerung am letzten Dienstag meine aktuellen Werte. Das erstaunliche ist, dass ich im Moment die besseren Werte fahren kann, als unmittelbar vor und nach dem Cape Epic. Genau zu der Zeit also, wo ich mich so gut gefühlt hatte und ohne Blockaden fahren konnte. Die enge Zusammenarbeit mit Mathias in den letzten Wochen war zumindest trainingstechnisch ein grosser Erfolg, jetzt gilt es nur noch, die Arbeit in Resultate umzusetzen. Was ich die letzten Monate und Wochen jedoch für eine mentale Achterbahn erlebte, muss ich erstmals versuchen weg zu stecken. Die vielen Enttäuschungen haben extrem viel Substanz gebraucht und im Moment werde ich einfach versuchen, mit Lockerheit und Freude wieder in den Rennrhythmus zu kommen. Die erste richtige Gelegenheit bietet sich am kommenden Sonntag bei der O-Tour in Alpnach. Mal schauen, wie ich mit den 83 Km und 3000 Hm zurecht kommen werde! „Dosiertes“ FullGaz also :D !

 

07.09.2014 Heimrennen Hinwil! Eine weitere Enttäuschung…

Am Donnerstag Mittag stieg ich nach einer etwas zähen Heimreise (ich flog das erste Mal über Dubai und musste mitten in der Nacht 3 Std. umsteigen) um 13.20 Uhr in Zürich aus dem Flieger. Um 15.30 Uhr sass ich bereits in Überhose und Handwerker Montur im Lieferwagen und sammelte die ganzen Pfähle und das Brückenmaterial für die Trails bei unserem Rennen ein. Zusammen mit den Bachtelbikern hämmerten wir dann bis es dunkel wurde im Wald die Brücken in der Abfahrt zusammen. Am Freitag dann dasselbe Spiel. Von Morgens um 8 Uhr bis Abends um 6 Uhr stellten wir das Festzelt, schlugen dutzende von Pfählen ein und transportierten unzähliges Material auf das Renngelände. Am Abend fuhr ich dann noch eine Runde auf dem Bike, damit ich wenigstens ein bisschen die Beine lockern konnte von der ganzen Reiserei usw. Die Beine fühlten sich super an und es machte richtig Spass, während dem Sonnenuntergang nach Hause zu fahren. Am Samstag hiess es dann alles fertig machen, damit die Strecke ab dem Mittag bereit war fürs Training. Erst am Abend waren alle kleinen Arbeiten erledigt und das ganze OK konnte zuversichtlich auf den bevorstehenden Renntag blicken!

Dieser begann bereits um 8 Uhr. Als Streckenchef musste ich nochmals die letzten Bänder spannen und alle Helfer auf ihre Posten schicken. Um 8.45 Uhr fiel bereits der Startschuss zum ersten Rennen! Da wir mittlerweilen ein eingespieltes Team sind, verlief alles reibungslos und so konnte ich den Fokus in den folgenden Stunden noch etwas auf mein Rennen richten. Wie jedes Jahr fuhr ich bei den kleinen Kategorien noch als Vorfahrer voraus und markierte somit die Spitze. Es war einfach eine super Stimmung, da viele Zuschauer an der Strecke standen und die kleinen anfeuerten!

Um 13.30 Uhr stand ich dann selber an der Startlinie. Obwohl es nur ein EKZ war, war ich noch selten zuvor so angespannt und nervös vor einem Rennen wie heute. Ich wollte einfach ein solides Rennen fahren und wieder das gute Gefühl in den Beinen erleben, wie es die letzten Tage der Fall war. Die Startrunde war nicht super schnell und ich konnte noch an der Spitze fahren, genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Nach wenigen hundert Metern der ersten Runde folgte der lange Anstieg und genau da machten die Beine wieder komplett zu. Keine Kraft, kein Speed und natürlich auch keine Chance, der Spitze zu folgen. Was sich in meinen Oberschenkeln abspielte glich an einem Neujahrsfeuerwerk in Zürich, bei welchem ein paar Mio. (SFr.-) oder eben Zellen in wenigen Minuten vernichtet werden! Was am Ende des Anstieges vom Feuerwerk zurück blieb, war eine dicke Nebelschwade, welche mir in der folgenden Abfahrt die Linienwahl ziemlich versaute. Das Resultat war ein unaufholbarer Rückstand und das ganze nach der ersten von 6 Runden! Der Rest ist schnell erzählt. Ich fuhr noch 2 Runden weiter, bevor ich stinksauer und enttäuscht aus dem Rennen stieg. Da ich mitten in der Strecke wohne, konnte ich nach der halben Runde direkt nach Hause fahren und da brauchte ich erst einmal ein paar Minuten für mich alleine.

Einmal mehr ist es mir ein Rätsel, wieso ich während 4 Wochen perfekt trainieren und gute Werte erzielen kann und kaum habe ich eine Startnummer am Bike, geht rein gar nichts mehr. Es ist im Moment eben einfach wie es ist und es ist wohl einfach ein wenig Geduld gefragt.

Um 20 Uhr beendete ich dann meinen Arbeitstag, bis dann hatten wir dank vielen unermüdlichen Helfern beinahe das komplette Rennen abgebaut. Morgen Montag gilt es dann noch, die verbleibenden Arbeiten zu ende zu führen und dann ist unser Heimrennen definitiv bereits wieder Geschichte! Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die heute nach Girenbad gekommen sind, sei es als Zuschauer, Fan oder Helfer! Es war trotz allem ein geniales Weekend! Schade konnte ich einmal mehr nicht zeigen, für was ich jeden Tag so hart trainiere…..

Next week, next chance @ IXS Classic O-Tour!

28.08.2014 Back on track!

Vor rund 6 Wochen war es offensichtlich, dass ich auf dem schmalen Grat auf der Suche nach der besten Performance wohl etwas in Schieflage geraten war und mein Körper aus dem Gleichgewicht fiel. Viel schlimmer als die physischen Merkmale waren die mentalen Folgen, die sich aus den Misserfolgen und dem Ausbleiben der gewünschten Form ergeben haben. Es war nicht alleine der Auftritt bei der Transalp, welcher mir so sehr zu schaffen machte… vielmehr war es eine Ansammlung vieler kleiner Enttäuschungen, welche sich über mehrere Wochen anhäuften. Bereits bei der Cape Epic musste ich einen riesigen Rückschlag verarbeiten, doch da konnte ich mich daran aufbauen, dass ich es bei den Eintagesrennen in Europa später Allen zeigen werde, wie gut und hart ich über den Winter an mir gearbeitet und mich gesteigert habe. Da ich beim Epic dann wohl auch in der Form meines Lebens war, steigerten sich meine eigenen Erwartungen zusätzlich.

Im Mai verbesserte ich meine persönlichen Trainingswerte auf Gran Canaria noch einmal und optimierte nebenbei auch noch meine Ernährung. Eine Weile ging alles auf, doch ein kleiner Infekt beim Rennen in Willingen warf mich aus der Bahn. Ich hatte bis dahin extrem viel von mir selber verlangt und meinen Körper ans Maximum getrieben. Mental realisierte ich es damals noch nicht und so fuhr ich noch die Rennen in Fribourg und Kitzbühel, letzteres endete gar mit einer kraftlosen Aufgabe! Diese Aufgabe schmerzte extrem und da musste ich einsehen, dass der Knick wohl gekommen war.. doch in wenigen Wochen sollte die Transalp beginnen, das Rennen, bei welchem ich mir so viel vorgenommen habe! Nach einer Pause munterte mich Christoph Sauser zu einer Freeridetour auf und siehe da, mit der Freude kam auch wieder das gute Gefühl. Obwohl es eine super coole Tour war, ging es in den folgenden Trainings trotz Zuversicht wieder bergab und so stapelten sich die Enttäuschungen wie ein Schatten hinter mir auf. Die Transalp begann und am ersten Tag konnte ich dank des Transalp-Fiebers noch einigermassen mithalten. Doch bereits am Zweiten streikte mein Körper erneut und wollte einfach nichts mehr hergeben. Die restliche Geschichte zum Rennen kennt ihr…. ! Enttäuscht stieg ich aus dem Rennen aus und zur Ablenkung flog ich weiter nach Glasgow als Zuschauer zu den Commonwealth Games.

Die grosse Enttäuschung setzte erst nach ein paar Tagen ein, als mir bewusst wurde, was alles abgelaufen war. Ich blickte zurück und versuchte zu analysieren, was ich alles falsch gemacht habe. Wieso gelang es mir diesmal nicht, das gesamte Programm abzuspulen. Die Größen der Szene können es ja auch und in der Vergangenheit gelang mir es eigentlich auch ziemlich gut. Da sich das Niveau und die Leistungsdichte in den letzten zwei/drei Jahren jedoch massiv steigerte, wird bei jedem Rennen mit 150% und wesentlich härter gefahren. Dies spiegelt sich natürlich auch im Training wider und um diese neuen Reize zu setzen, setzte ich mich wesentlich härteren Belastungen aus. Diese brachten mir am Anfang des Jahres auch den erhofften Kick, doch mit der Zeit raubte es mich wohl zu viel Substanz und ich laugte mich immer mehr aus….. so versuche ich es mir zumindest zu erklären. Nach vielen Überlegungen über den restlichen Saisonverlauf versuchte ich einzuschätzen, was ich dieses Jahr noch erreichen kann und welcher Weg am meisten Sinn macht. Um Abstand zu gewinnen reiste ich nach meiner Rückkehr am 5.8 von Glasgow bereits am 7.8 weiter nach Südafrika, um in aller Ruhe einen Neuaufbau zu machen und zur inneren Ruhe zurück zu finden.

Mental und körperlich angeschlagen konnte ich vor den grossen Klassikern in der CH nicht sagen, ob ich dazu in der Lage gewesen wäre, um meinen Erwartungen gerecht zu werden. Die Chance stand bei 50/50 doch ich war mir sicher, dass… sofern ich wieder hinter meinen Möglichkeiten gefahren wäre, ich die Saison nicht beendet hätte. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen und so entschied ich mich mit Absprache meines Teams und Trainers, dass ich mich für die letzten Rennen nochmals versuche aufzubauen und wieder an meine Leistungsfähigkeit heran zu kommen. Step by step eben…. Das Wichtigste war vor allem, dass ich wieder Freude kriege. Ein Punkt der oft vergessen geht…. es sind ja nicht nur die Beine, welche drehen müssen! Es braucht vor allem einen starken Kopf, um die Schmerzen während dem Rennen auszuhalten, um an die Grenze zu gehen, den Dreck in den Augen wegzustecken oder die kalten Finger im Regnen ignorieren zu können! Ich war schlicht nicht mehr bereit dazu!

Nun liegen beinahe 4 Wochen „Trainingslager“ in Stellenbosch hinter mir. Neben vielen Gym Besuchen und Rad Kilometern, kamen auch ein paar Schwimmkilometer und Jogging dazu. Rückblickend kann ich sagen, dass ich wohl Körperlich in der Lage gewesen wäre, um bei den grossen Rennen im Bereich meiner Möglichkeiten zu fahren, doch mental sicher nicht. Wäre da nur ein Misserfolg dazu gekommen, hätte ich vermutlich eine weitere Pause gebraucht. Die Nichtantritte bei meinen Lieblingsrennen wie Grand Raid und Nationalpark Marathon schmerzten so sehr, dass ich nun wieder weiss, dass ich wieder bereit bin, um mit einer Startnummer am Rad auf den Rennplätzen dieser Welt unterwegs zu sein! Die Ziele und Rennen bis Saisonende habe ich mir sorgfältig ausgesucht und ich schaue zuversichtlich auf die bevorstehenden Monate! Da ich noch einige Rennen in Südafrika und Namibia bestreiten werde, wird meine Saison nun doch nicht früher als geplant abgeschlossen sein. Am kommenden Mittwoch werde ich zurück in die Schweiz fliegen und dann bereits am Sonntag bei meinem Heimrennen beim EKZ Cup Hinwil am Start stehen! Neben den beiden IXS Classics (O-Tour & Einsiedeln) freue ich mich ganz besonders auf das Cape Pioneer, welches ich dann Mitte Oktober bestreiten werde!

Die Zeit hier in Stellenbosch verging wie im Flug und obwohl ich das Aufeinandertreffen der zwei Welten von „arm & reich“ eigentlich nicht mag, hat es ab und zu auch seine guten Seiten. Wenn ich mit dem Rad an den weniger schönen Orten vorbei fahre und die Bilder entlang der Townships sehe, da komme ich mir manchmal echt daneben vor. Denn was sind „Sorgen“ der ausbleibenden Form oder verpassten Rennen gegen die Probleme, mit denen sich hier tausende von Menschen rumschlagen… kein Dach über dem Kopf, zu wenig zu Essen, keine warme Dusche, Krankheiten usw.! Man kann es drehen wie man will, doch am Ende dreht sich leider doch wieder Alles um die eigentlichen „keine Sorgen“, da es die andren Probleme in meiner Welt nicht gibt, verrückt oder??!!

Vielen Dank einmal mehr an meinem Team, welches mir diese Auszeit ermöglicht hat und hinter meiner Entscheidung stehen konnte. Ich hoffe, ich kann die kommenden Rennen wieder etwas zurück geben!

Ich freue mich, Euch bald wieder mit den eigentlichen News inmitten des Rennplatzes und live vom Hinterrad versorgen zu können!

7 days to go!

Ein grosser Dank auch an meiner Freundin, welche mich in den letzten nicht immer ganz einfachen Wochen ausgehalten und mich auf meinem Weg unterstützt hat!

In der Fotogalerie findet ihr noch ein paar schöne neue Fotos! Vielen Dank an Nadia Risser für die Aufnahmen!

Es ist ist nicht immer ganz einfach, die richtige Linie zu finden. Manchmal braucht man etwas Glück, denn wenn man bereit ist mit etwas Risiko eine Sache anzugehen, hat man nie die Gewissheit, wie und was am Ende raus kommt! Wenn jedoch mal alles aufgeht und man den perfekten „Sprung“ oder „Form“ erreicht hat, ist es ein unbeschreibliches Gefühl, sei es in der Luft oder die Power auf dem Rad!

Living my dream! Die Trails rund um Stellenbosch waren für mich die beste Medizin. Mit dem neuen WHEELER Falcon Ltd. konnte ich über die schönsten Trails heizen, dass der Spass und die Freude dabei von selbst wieder kommen, versteht sich von selbst…. oder nicht??!!

 

02.08.2014 Mit Abstand zurück auf die Bühne!

Die Gedanken überschlagen sich, der Körper ist müde und schmerzt, doch der Kopf fährt nicht mehr runter und an Schlaf ist nicht zu denken, geschweige den an Ruhe und Erholung….. mit dieser Situation musste ich mich die Tage nach der Transalp auseinander schlagen! Wieso habe ich einen dermassigen Leistungsabfall erlitten, wo liegen die Fehler und vor allem wie komme ich dieses Jahr zurück?? Viele Fragen häuften sich und ich versuchte alles der Reihe nach zu analysieren.

Am Donnerstag vor einer Woche hatten wir unsere Zelte aufgebrochen und während die Betreuerfahrzeuge der anderen Teams zu ihren Posten fuhren, traten wir die Heimreise an. Am Freitag reiste ich gleich weiter nach Deutschland, wo ich mich bei meinem Sportarzt mehreren Gesundheitschecks unterzog und vor allem ein grosses Blutbild machte. Auf Rat des Arztes und mit Absprache meines Trainers beschlossen wir, dass ich eine längere Pause einlegen sollte, bis alles genau analysiert worden ist. Mit diesen Aussichten stieg ich bereits am Samstag kurzfristig in den Flieger und reiste nach Glasgow an die Commonwealth Games, damit ich erstens etwas Ablenkung und Abstand kriege und zweitens vor allem meine Freundin bei ihren Einsätzen unterstützen konnte. Nach einigen hektischen Momenten war dann mein Aufenthalt organisiert und es war sicher, dass ich bis am 5. August in Glasgow bleiben würde und meinem Körper die nötige Ruhe gönne. Nun bin ich bereits eine Woche ohne Rad unterwegs und so langsam kommt die Energie zurück. Ein kurzes erstes Training liegt nun hinter mir und die kommenden Tage werde ich wieder ins Training einsteigen können.

Neben Betreuen und „Anfeuern“ habe ich vor allem viel nachgedacht, viele Gespräche geführt und die restliche Saison besprochen. Dass ich bis zu den kommenden Klassikern (SM, Grand Raid sowie National Park Marathon) wieder meine volle Leistungsfähigkeit erreichen werde, dafür stehen die Chancen ziemlich schlecht und die Zeit ist zu knapp. Nach dieser längeren Pause werden zwei Wochen nicht reichen, um meine Zielsetzungen erreichen zu können und deshalb werde ich neue Wege einschlagen. Durch viel Verständnis, Freiraum und Vertrauen meines Sponsors und Ausrüsters Intercycle kann ich die kommenden Rennen auslassen und mich für die letzten Rennen vorbereiten. DANKE Intercycle! Diese Entscheidung ist nicht sehr leicht zu tragen, doch es sind sich alle Bezugspersonen einig, dass es erst wieder Sinn macht ins Renngeschehen einzugreifen, wenn ich wieder meine Leistung abrufen kann.

Vor allem auch mental brauche ich zurzeit etwas Abstand und so kann ich einen nachhaltigen Aufbau für das finale Cape Pioneer machen. Die vergangene Zeit hatte extrem viel Substanz gekostet und ich brauche vor allem Zeit, das Ganze zu verarbeiten. Wann genau ich an die Startlinie zurück kehre, weiss ich im Moment noch nicht. Bis dahin werde ich mich ins Ausland zurück ziehen und auch die Blogeinträge werden sicher etwas kürzer sein in nächster Zeit! Vielen Dank an dieser Stelle auch meinem Trainer, meinem Umfeld und meinem Teamchef, dass ihr mich mit eurer Zeit und Energie unterstützt!

Bis bald!

Die Kurve kriegen!

24.07.2014 Nach einem 13 ten Rang auf der vierten Etappe erfolgt für uns eine bittere Rennaufgabe bei der Transalp!

Das Rennen zu verlassen ist einer der härtesten Entscheide meiner Karriere. Wir trafen diesen nach einer aussichtslosen Etappe und nach vielen gemeinsamen Gesprächen kurz vor dem Abendessen. Mein Körper ist dermassen erschöpft, dass eine Weiterfahrt absolut keinen Sinn mehr macht. Einmal mehr werde ich somit mit einer riesigen Enttäuschung und einer grossen Niederlage konfrontiert. Die Aussichten und Chancen, dass sich mein Körper während diesem Rennen nochmals erholen würde um zeigen zu können, was wir wirklich können, stehen gleich null. Gestern kassierten wir ganze 30 Minuten Rückstand und wurden somit wie bereits am Vortag komplett unter unserem Wert geschlagen. Die Daten und Fakten sind zudem eindeutig. Normalerweise erreiche ich einen Maximalpuls von 206, die Schwelle liegt dabei bei knapp 190 Puls. Im Moment schaffe ich es noch, im Bereich von 140-150 Schlägen zu fahren und das bei gefühltem Anschlagstempo!! Bei maximalem Einsatz erreiche ich noch knappe 160 Schläge. Wie viel der Unterschied von 40-50 Schlägen bedeutet, wurde mir gestern nach einer gefühlten Ewigkeit auf der Etappe deutlich veranschaulicht!

Eigentlich hatten wir versucht, auf Biegen und Brechen mit der Spitze über die ersten kurzen Anstiege zu kommen, damit wir dann gemeinsam bis zum Hauptanstieg über die Fläche fahren würden. Dieses Hindernis begann bei Km 33 und umfasste rund 25 Km und 1700 Hm am Stück. Leider konnten wir unsere Hoffnungen für dieses Vorhaben bereits nach weinigen Metern in der ersten Steigung begraben, denn ich hatte absolut keine Chance, die Hinterräder der Topteams halten zu können. Somit fanden wir uns in der zweiten Gruppe wieder und selbst da wurde ich auf der Fläche beinahe abgehängt. Nach Erreichen der Steigung fing für uns der einsame Weg bis ins Ziel an. Meter um Meter kroch ich dabei den Anstieg hoch. Selbst als ab und zu noch Teams von hinten aufschlossen war ich nicht in der Lage, 2 km/h schneller zu fahren. Ich schwitzte nicht einmal mehr, so langsam war ich unterwegs und trotzdem waren meine Beine einer Explosion nahe und es schmerzte in jeder Muskelfaser. Ganz auf dem Gipfel hätten wir eine geniale Aussicht gehabt und es folgte ein endlos langer Singletrail bis ins Ziel. Doch all dies konnte ich nicht mehr geniessen denn ich war am Ende meiner Kräfte und vor allem mental komplett zerstört.

Ich vertrete nicht nur meinen eigenen Namen, welchen ich mir durch vorherige Leistungen machen konnte, sondern versuche als Profi auch, meinen Sponsor durch Erfolge zu vertreten. Im Moment bin ich schlicht nicht mehr in der Lage, meine Leistung abzurufen und meinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden. Mit 25 Jahren blicke ich bereits auf 4 Transalp’s, 3 Cape Epic’s und viele weitere Rundfahrten zurück und bisher habe ich sie alle ins Ziel gebracht. Eine menge Erfahrung also und ich würde sagen, dass ich meinen Körper inzwischen sehr gut kenne. Dass meine Beine dermassen schmerzen können und so sehr kaputt sind, ist für mich eine neue Erfahrung und irgendwas mit meinem Körper stimmt nicht mehr. Es bleibt mir nicht viel anderes übrig, als dies zu akzeptieren und damit fertig zu werden. Im Hinblick auf die verbleibenden Rennen, all die grossen Klassiker sowie die Schweizer Meisterschaft ist es wohl die sinnvollste Entscheidung, die Notbremse zu ziehen und untersuchen, was genau das Problem ist. Dafür werde ich mich nach meiner Heimreise untersuchen lassen und alles genau analysieren. Danach muss ich schauen, wie es weitergeht!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Euch allen einerseits bedanken und anderseits entschuldigen, dass ich die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Ein riesiges Dankeschön an mein gesamtes Team, David, Dänu, Lena & Claudius sowie meiner Freundin und meinen Eltern! Sie alle haben einen genialen Job gemacht und es hätte alles für einen grossen Erfolg gepasst. Danke auch meinem Sponsor und Ausrüster Intercycle für das Vertrauen und die Möglichkeit, dass wir dieses Projekt realisieren konnten! Bleibt noch das Wichtigste für mich! DANKE Lukas! Danke dass du an uns geglaubt hast und mit mir zu dieser Herausforderung gestartet bist!

Nun heisst es einmal mehr verarbeiten, aufbauen, wieder aufstehen und weiter machen… mal schauen, ob ich’s packe!

 

22.07.2014 Rang 6 auf der dritten Etappe der Transalp 2014!

Dass der Sport gnadenlos ist, dass weiss ich schon lange. Dass ich es einmal mehr bitter erfahren muss, das schmerzt im Moment ziemlich. Seit ich im Jahr 2010 mit 21 Jahren das erste Mal bei der Transalp startete, ergatterte ich mir im Schnitt in den 4 vergangenen Austragungen 4,25 Podestplätze pro Jahr. Dazu der Gesamtsieg mit 22 Jahren im ersten Jahr als Profi. Auch Lukas hatte bereits Einiges an Resultaten gesammelt an dieser Veranstaltung und wir beide wären mit Sicherheit zu mehr in der Lage, als wir im Moment zu Stande bringen. Auch heute wurden wir von unseren sonstigen Gegnern regelrecht in Grund und Boden gefahren und erreichten das Ziel auf der Königsetappe mit satten 16 Minuten Rückstand!! Das Schlimmste ist, dass ich mich heute sogar noch ziemlich gut gefühlt hatte und eigentlich auch oft der Meinung war, dass wir nicht so schlecht unterwegs waren. Dass sich unser Rückstand am letzten Berg dann sogar von 8′ auf 16′ verdoppelte, damit kam ich im Ziel überhaupt nicht klar.

Auch heute starteten wir in Nauders im Dauerregen zur Etappe. Zur Vorbeugung zog ich mich noch wärmer an als gestern, denn ausziehen ist einfacher als durch die Kälte zu Grunde gehen. Nach dem Start ging es unmittelbar in den ersten Anstieg und siehe da, meine Beine drehten richtig leicht. Doch heute schien Lukas von Anfang an etwas schwer zu haben und als die Strasse nach einer kurzen Abfahrt noch einmal anstieg, da war auch bei mir wieder fertig. Auf und davon waren sie, die 5 Teams vor uns und so waren wir bereits nach 5 Km abgehängt. Immerhin waren wir nicht ganz alleine unterwegs, denn mit uns fuhr wie bereits gestern das Team Scott. Zusammen überquerten wir auch den zweiten Anstieg und die erste lange Abfahrt. Was folgten waren ein paar coole Kilometer mit vielen Singletrails und anschliessend ein gut 10 Km langes Flachstück. Knappe 500 Meter vor dem Ende des Trails erwischte einer der Scott-Fahrer wohl im dümmsten Augenblick einen Plattfuss und so durften wir alleine über die Fläche bolzen. Klar, dass wir da gegen die 10 Mann vorne mal eben ganz schön Zeit kassierten!

Der Rest der Etappe ist somit auch schnell erzählt. Bis ins Ziel waren wir ziemlich genau 50 Km lang alleine unterwegs und handelten uns sozusagen auf jedem Streckenabschnitt Rückstand ein. Wie bereits erwähnt war es nicht so, dass ich mich schlecht gefühlt hatte. Eher im Gegenteil, ich hatte Spass an den vielen Trails und auch am letzten Anstieg lief es gut. Lukas hatte den ganzen Tag ein schlechtes Gefühl, doch dass wir am Ende dermassen hergefahren wurden, überraschte uns beide ziemlich! Unseren 5 ten Gesamtrang konnten wir zwar verteidigen, doch durch die grossen Zeitrückstände ist es im Moment extrem schwierig, die Zuversicht zu behalten. Morgen ist ein neuer Tag, mal schauen was dabei rauskommt!

 

21.07.2014 Rang 5 auf der zweiten Etappe der Transalp 2014!

Im Prinzip reicht heute ein einziges Wort, um meine Leistung auf den Punkt zu bringen: Chancenlos! Pünktlich zum Startschuss kam der Regen beinahe am Stück vom Himmel. An dieser Wettersituation änderte sich auch bis ins Ziel nichts mehr, dazu war es auf den Bergen oben ganz schön kalt. Das Tempo war von Beginn weg enorm hoch und nur mit grösster Mühe konnte ich den Kontakt zur Spitzengruppe über den ersten Berg halten. Ganz oben kassierte ich sogar noch ein paar Meter, diese konnten wir aber in der langen Abfahrt schnell wieder schliessen. Im folgenden Zwischenteil reihten wir uns dann ganz vorne ein, denn ich hoffte wie immer, dass sich der Knoten doch noch lösen würde, es verblieben schliesslich noch 50 Km bis ins Ziel. Nach 43 Km folgte dann der zweite lange Anstieg des Tages und da musste ich schnell einsehen, dass es wohl auch heute nicht für die Spitze reichen würde. Obwohl ich noch so wollte, ich brachte schlicht nicht genügend Leistung, um mit den Besten mithalten zu können. Stattdessen mühte ich (wir) uns alleine auf Rang 7 den Anstieg hoch. Obwohl ich in Regenhose gestartet war und wir uns vor dem Berg noch mit Regenjacke eingekleidet hatten, war es auf dem Gipfel „arschkalt“! Die folgende Abfahrt war dann extrem schnell und auch gefährlich, trotzdem schossen wir praktisch blind mit Vollgas hinunter. Die Augen schmerzten und waren voll mit Wasser und Dreck und prompt machte Lukas noch einen ziemlich krassen Abflug. Glücklicherweise blieb er unverletzt. Das Risiko hatte sich wenigstens ein bisschen gelohnt, denn wir konnten am Ende der Abfahrt zu Rang 6 aufschliessen.

Was folgte war der schnelle Abschnitt auf der Hauptstrasse von Pfunds nach Martina, bevor der letzte Anstieg hinauf nach Nauders via Norbertshöhe auf uns wartete. Zusammen mit dem Team Scott machten wir etwas Boden gut auf das auf Rang 5 liegende Centurion 3 Team. Als wir den Schlussanstieg schliesslich erreichten, hatten wir noch eine gute Minute Rückstand. Diese konnten wir dann schnell schliessen und nun fuhren wir um Rang 5. Ich fühlte mich zwar klinisch tot und als es dann auch noch durch ein beinahe komplett dunkles Tunnel führte, fiel ich vor Erschöpfung beinahe vom Rad. Glücklicherweise war ich nicht der Einzige, der am Ende seiner Kräfte war und so konnten wir uns im letzten Abschnitt des Anstieges von unseren Begleitern absetzen und schlussendlich auf Rang 5 ins Ziel fahren. Satte 10 Minuten Rückstand handelten wir uns dabei ein. Es ist im Moment sehr schwierig zu sagen, an was es bei mir liegt. Dass dieses Wetter nicht zu meinen Stärken zählt, weiss ich gut genug. Doch ob es der einzige Grund für meine aktuelle Performance ist, weiss ich nicht. Morgen ist ein neuer Tag und die Transalp ist erst in Riva zu Ende, mit dieser Gewissheit versuche ich im Moment das Positive zu sehen. Trotzdem ist es eine sehr harte Situation, wenn man regelrecht hergefahren wird und man weiss, wozu man eigentlich in der Lage wäre….der Sport ist eben gnadenlos! Keep on pushing & fighting hard!

 

20.07.2014 Rang 4 zum Auftakt bei der Transalp 2014!

Es gibt gewisse Rennen, die bleiben einem für immer in Erinnerung. Bei diesen Rennen kann man sich oftmals genau an den Streckenverlauf, den Rennverlauf und eben auch an die Rennsituation, die das Rennen so geprägt hatten erinnern. Die heutige Startetappe der Transalp war für mich genau eine dieser Etappen, von welcher ich wohl noch in 100 Jahren reden werde! 2012 war es exakt dieselbe Etappe, welche uns von Oberammergau nach Imst brachte. Damals startete ich nach dem Gesamtsieg 2011 als Titelverteidiger ins Rennen. Der Druck war riesig und bei wesentlich schlechteren Bedingungen erlebte ich einer der gröbsten Einbrüche meiner Karriere. Rund 7 Minuten verlor ich an jenem Tag und das Vorhaben „Titelverteidigung“ war bereits nach dem ersten Tag begraben. Eigentlich lief damals das Rennen perfekt für mich und meinen damaligen Partner Huber. Wir waren stets an der Spitze, ehe der letzte Berg eine zu grosse Hürde für mich darstellte und ich schlussendlich komplett am Ende meiner Kräfte das Ziel erreichte. Damals war ich so kaputt, dass ich kaum noch auf dem Rad ins Hotel fahren konnte und anschliessend den ganzen Nachmittag verschlief. Ein einschneidendes Erlebnis, welches ich auf gar keinen Fall wiederholen wollte. Was dabei rauskommt, wenn man bereits im Vorfeld so viel Schiss vor einem Anstieg hat….. das könnt ihr wohl erahnen!

Den Puls hatte ich bereits an der Startlinie das erste Mal auf 180. „Mit einer so hohen Startnummer müsst ihr euch Hinten einstellen und dürft nicht hier vorne stehen“, dies waren die Worte eines Rennkomissärs. Im gleichen Moment wurden Lukas und ich als ehemalige Gesamtsieger vorgestellt… Transalp eben, aufregen bringt da nix. Aber der Unterschied im Vergleich zu einer Startaufstellung beim Cape Epic ist da schon zu spüren, mit ein Grund, wieso wir das Rennen in unseren Reihen zum „Transälpli“ umgetauft haben. Ach ja, im Liveticker wurden wir dann auch noch als Team Buchli/Stoll geführt. Gut nur, dass es ganze 4 Jahre her ist, als die beiden ihre letzte Transalp bestritten und Stoll mitlerweilen gar zurück getreten ist….. egal!

So richtig zur Sache ging es bei der heutigen Etappe erstmals nach 30 Km. Bis dahin führte die Strecke auf der Haupstrasse durchs Ammergebirge bis zur Österreichischen Grenze. Nach einer kurzen Steigung folgte der erste Singletrail und da war natürlich klar, dass wir uns im Vorfeld gut positionieren sollten. Dies gelang uns beiden sehr gut und so konnten wir uns stets in den vordersten Positionen behaupten. Nach dem Trail folgte wenig später der erste giftige Anstieg des Tages. Er war nicht sonderlich lange, trotzdem war er das erste Mal Schafrichter und nach der Abfahrt umfasste die Spitzengruppe nur noch 5 Teams. Centurion 1 & 2, sowie Topeak und Bulls. Bulls 2 schaffte zwar nochmals kurz den Anschluss, fiel jedoch bei der nächsten Welle wieder zurück. Es folgten ein paar wellige aber doch sehr schnelle Kilometer via Lermoos & Ehrwald bis Biberwier, ehe wir den Schluss- und zugleich Hauptanstieg des Tages erreichten. Buchli bestimmte das Tempo und als erstes verloren Centurion 2 (Genze & Geismayr) den Kontakt. Ich war zuversichtlich, dass ich es Heute ohne Probleme schaffen würde, denn bis dato fühlte ich mich super und hatte keine Probleme, um die Spitzengruppe halten zu können. Überraschenderweise war es dann Lakata, welcher ein wenig Schwierigkeiten hatte, doch dann kam es trotzdem genau so, wie es wohl kommen musste! Nach gut der Hälfte des Anstieges konnte ich dann der Spitze nicht mehr folgen. Es ging eine Weile rein gar nichts mehr und so holten uns Centurion 2 wieder ein. Es fühlte sich an, als würde mir jemand innerhalb weniger Sekunden den Stecker ziehen und ich fühlte mich ins Jahr 2012 zurück versetzt. Irgendwie schaffte ich es dann doch noch, den Kontakt zu Centurion bis zum Gipfel zu halten und mit viel Risiko (ich fuhr hinten & vorne den Schwalbe Thunderbird) behielten wir den Kontakt bis ins Tal. Doch da war schnell klar, dass uns für die verbleibenden super schnellen 15 Km bis ins Ziel die Hilfe von unseren Begleitern verwehrt blieb. Schliesslich lag ihr zweites Team an der Spitze und so mussten wir die Arbeit alleine machen. Glücklicherweise ging’s mir nach der Abfahrt wieder viel besser und da Lukas Heute eh nie eine Schwäche, konnten wir unseren Rückstand in Grenzen halten und schliesslich auch den Sprint um Rang 4 gewinnen.

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem heutigen Einstand. Die Transalp hat erst gerade begonnen und das Rennen ist noch lange. Die heutige Schwäche am Berg war wohl hauptsächlich ein mentales Problem! Da ich die letzten Wochen keine Rennen bestritten habe, brauche ich vlt. auch einfach ein wenig Anlaufszeit! Ich freue mich auf jeden Fall auf Morgen, dann führt uns die Etappe über 87 Km und knapp 3000 Hm nach Nauders!

19.07.2014 Ready für die Transalp 2014! WHEELER-BiXS-iXS Pro Team

Bereits am Freitag Vormittag sind wir nach Oberammergau D gereist. Nachdem ich nach der Enduro Tour noch bis Freitag Abend im Dauerregen im Wallis trainiert hatte, beendete ich die letzten Vorbereitungen zu Hause. Die letzten Tage legte ich noch ein paar ruhigere Tage ein, damit ich in voller Frische zum zweiten Saisonhighlight starten kann. Das erste Mal werde ich an der Seite von Lukas Buchli ein Etappenrennen bestreiten und wir sind beide sehr gespannt, wie gut wir zusammen harmonieren werden. Der Bericht von Lukas auf seiner Website beschreibt unsere Einstellung und Erwartung ziemlich genau, guckt doch auch mal bei ihm rein auf www.lukasbuchli.ch ! Das wir vom Veranstalter mit der Nummer 24 ins Rennen geschickt werden, finde ich persönlich eine sehr schöne Geste, dies zeigt ein wenig die Wertschätzung zu unseren Leistungen aus den Vorjahren ;) ! Egal……

Ich war die letzten Tage ziemlich angespannt und freue mich jetzt einfach, dass es Morgen endlich los geht! 7 Tage Racing, 7 Tage Schmerzen und 7 Tage voller Spannung, Emotionen, Eindrücke, Erfahrungen und vieles mehr liegen vor uns. Unser neu zusammen gestelltes Team ist bereit und motiviert, die Herausforderung anzunehmen und jeder Einzelne von uns wird eine Woche lang sein Bestes geben. Zu was es am Ende reichen wird, werden wir ja schon bald sehen! Natürlich werde ich auch diesmal täglich von unserem Rennverlauf berichten und Euch auf dem Laufenden halten!

Live News zum Rennen findet ihr sonst unter: http://www.bike-transalp.de/

 

Ich hatte immer gut Lachen, denn mit dem brandneuen BiXS der 2015 er Linie hatte ich grenzenlosen Fahrspass, auch im Hochgebirge!

06.-08.07.2014 Mit dem Bike mit Sauser & Kleinhans um den Mt. Blanc! Ein Enduro Trip der Extraklasse!

Ganz kurzfristig fragte mich Christoph Sauser am Donnerstag Nachmittag, ob ich Lust auf eine Enduro Tour um den Mt.Blanc hätte. Darauf war ich eigentlich überhaupt nicht vorbereitet, denn ich hatte mich bereits für einen zweitägigen Bike-Event von Freitag/Samstag mit meinem Privatsponsor Contec angemeldet. Noch dazu musste ich ein geeignetes Bike dafür organisieren. Die Verlockung auf das Abenteuer war jedoch zu gross und so organisierte ich in kürzester Zeit die folgenden Tage. Ein kurzer Anruf und mein Chef (verweilte gerade in Asien bei unserem Hersteller) organisierte mir ein brandneues BiXS aus der 2015 er Linie! So düste ich am Freitag Abend nach der Biketour kurz von Beckenried bei Luzern nach Sursee und holte das Bike bei Intercycle ab. Am Samstag nahm ich dann am zweiten Tag des Bike-Events teil, brachte nach der Tour mein Papa und meine Freundin, welche ebenfalls am Event dabei waren nach Hause und fuhr Abends um 9 Uhr noch ins Wallis. Um Mitternacht war ich dann nach einem endlos langen Tag im Ferienhaus oberhalb von Sion angelangt und nach einer kurzen Nacht startete ich am Sonntag um 10 Uhr in Martigny mit Sauser und Kleinhans zur Tour! Wie es uns dabei ergangen ist, erfährt ihr in den folgenden kurzen Blogs! Viel Spass beim Lesen und den Bildern!

06.07.2014 TAG 1, Martigny – Courmayeur! 4,5 Std. Fahrzeit.

Keine Wolke am Himmel, ein perfekter Biketag und vor uns eine lange Reise… voller Vorfreude brachen wir zu Dritt von Martigny zum bevorstehenden Abenteuer auf! Das einzige Gepäck war ein „kleiner“ Rucksack, in welchem ich nur das Nötigste eingesteckt hatte, um für die folgenden Tage gewappnet zu sein! Der erste Tag führte uns von Martigny via Champex-Lac nach Foret Derrière und anschliessend über den Téte de Ferret nach Courmayeur. Erst am späteren Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel und fanden ein kleines Hotel, wo wir unsere erste Nacht verbrachten.

Die Aussichten auf die unzähligen Gletscherzungen waren schlicht genial! Man sieht im Hintergrund sehr gut, wo die Gletscherzungen vor ein paar Jahren waren!

07.07.2014 TAG 2, Courmayeur – Hauteluce! 6 Std. Fahrzeit.

Für den zweiten Tag war der Wetterbericht leider nicht sehr gut angesagt, trotzdem starteten wir um 10 Uhr zum zweiten Abschnitt. Ziel der Tour war eigentlich Les Contamines-Montjoie, doch es kam Alles anders. Bereits am ersten Pass zogen dunkle Gewitterwolken auf und vom eindrücklichen Mt.Blanc – Massiv war nicht viel zu sehen. Stattdessen durchquerten wir mit viel Glück die erste Gewitterzelle, sodass wir noch einigermassen trocken zum Mittagshalt kamen. Eine warme Suppe stärkte uns dann, damit wir für den zweiten, super steilen Anstieg gerüstet waren. Selten zuvor bin ich einen so steilen Anstieg gefahren und so hatte ich trotz des starken Regens bis zum Gipfel warm! Die folgende Abfahrt war dann nichts für schwache Nerven. Glitschige Felsplatten, eisige Bergbäche und eine Angsteinflössende Schlucht warteten auf uns. Die Sicht betrug stellenweise knappe 20 Meter und so kam es, dass wir an einer Stelle die Abzweigung verpassten und ins falsche Tal abbogen. Ein Sturz in der Schlucht brachte mich dann für kurze Zeit komplett von der Rolle, denn ich entging nur haarscharf einer Katastrophe! Dass wir falsch lagen, merkten wir logischerweise erst ganz unten im Tal und so kam es, dass wir von 10 Uhr Morgens bis Abends um 19 Uhr unterwegs waren. Komplett durchnässt fanden wir schliesslich in Hauteluce (ein Tal weiter westlich als geplant) ein Hotel. Mit einer lekkeren Pizza rundeten wir den super spektakulären Tag schliesslich ab und ich bin mir sicher, dass ich diese Tour nicht so schnell vergessen werde!

Nach einer kurzen Schrecksekunde hatte ich wieder gut lachen. Da wo ich stehe flog ich wenige Minuten vor dem Foto über den Lenker und war auf meinen Schutzengel angewiesen. Denn wäre ich einen Meter weiter geflogen, dann wäre ich mir nicht sicher, ob ich jemals wieder einen Bericht hätte schreiben können……

Ab und zu waren auch Kletterkünste gefragt. Gar nicht so einfach, mit den leichten Carbon-Schuhen über die glatten und nassen Felsen zu klettern!

08.07.2014 TAG 3, Hauteluce – Martigny! 5,15 Std. Fahrzeit.

Regen Regen und nochmals Regen! Der Blick aus dem Fenster machte schnell klar, dass auch am dritten Tage keine Wetterbesserung in Sicht war! Vor uns lag die dritte Etappe, welche uns nach Chamonix bringen sollte. Da wir gestern ins falsche Tal abgebogen waren, mussten wir einen zusätzlichen Anstieg fahren. So ging es gleich einmal lange bergauf zum Col du Joly! Vo da aus hätte man die beste Aussicht auf den Mt.Blanc gehabt, doch stattdessen beschränkte sich unser Blickfeld auf knappe 50 Meter. Dazu waren wir schon nach wenigen Metern komplett nass. Bei der Alphütte gab es einen kurzen Stopp, bei welchem wir wieder alle zur Verfügung stehenden Schichten anzogen, bevor wir uns in die lange Abfahrt stürzten. Mir war eiskalt und ich war froh, als wir den zweiten Anstieg erreichten. Dieser war dann wieder einmal super steil, doch oben wartete eine coole Freeridestrecke, welche uns nach Chamonix brachte! Durch den Regen war die Strecke logischerweise komplett aufgeweicht und so sahen wir aus wie „Schweine“, als wir in Chamonix eintrafen! Ich entschied mich, die Tour zu beenden, da es mir nach den letzten 5 Tagen im Hinblick auf die bevorstehende Transalp etwas zu viel wurde. Sauser & Kleinhans blieben in Chamonix und suchten sich ein schönes Hotel mit einer warmen Dusche. Ich setzte meine Fahrt ab da alleine fort und fuhr auf der Passstrasse noch weiter. Nach 90 Km und 5,15 Std. im Dauerregen auf dem Enduro Bike erreichte ich schliesslich mein Auto in Martigny. Von da fuhr ich wieder ins Ferienhaus, wo ich noch bis am kommenden Freitag bleiben und trainieren werde. Meine zwei Begleiter brachen auch heute die geplante Tour ab, das Wetter ist im Moment einfach zu krass und oberhalb von 2000 Metern fiel sogar eine Menge Neuschnee! Die vergangenen Tage waren trotzdem unvergesslich und haben sehr viel Spass gemacht! Es war für einmal etwas komplett Anderes und ich bin mir sicher, dass mir die vielen Stunden auf dem schweren Bike wieder etwas Punsh geben konnten! Vielen Dank Susi und Erik für die geile Tour!

Trotz des super steilen Anstieges am zweiten Tag kam der Spass nie abhanden! Danke Christoph Sauser und Erik Kleinhans für die unvergesslichen Stunden auf dem Bike!

04.-05.07.2014 Contec Bike Event in Beckenried Luzern

www.contec.ch

Seit einigen Jahren darf ich auf die Unterstützung der Firma Contec zählen. Die Firma aus Uetendorf produziert Flachdachabdichtungen aus Kautschuk und ist schon seit vielen Jahren Geschäftspartner meines Papas. Die Firma organisiert schon seit 6 Jahren einmal im Jahr eine gemeinsame Bike-Ausfahrt mit ihren treuen Partnern. Ich durfte seit der ersten Austragung jedes Jahr mit auf die Tour und so freute ich mich, dass ich durch meine Absage zur Zillertal Challenge auch dieses Jahr dabei sein durfte. Gemeinsam mit meinem Papa und meiner Freundin reiste ich am Freitag nach Beckenried am Vierwaldtstättersee. Dort quartierten wir uns im Hotel Schlüssel ein und starteten zur ersten Tour. Am Abend holte ich dann wie bereits erwähnt noch kurz das Bike in Sursee und später genossen wir ein geniales Abendessen im Hotel. Am Samstag führte dann die Tour mit ein paar Umwegen auf den Bürgenstock, von wo wir eine geniale Aussicht auf Luzern und den See hatten. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Firma Contec ganz herzlich für die Einladung bedanken und natürlich auch für die langjährige Unterstützung! Bilder folgen!

28.06.2014 Kitzalpike, DNF.

Ziemlich niedergeschlagen musste ich einsehen, dass es im Moment wohl einfach keinen Wert hat, um an einen Start zu gehen. Die letzten paar Wochen hatten sich summiert und wohl ein wenig zu viel Substanz gekostet. Substanz, welche mir auch dieses Wochenende gefehlt hatte, um mit den Besten mithalten zu können. Auf dem Gipfel des zweiten Berges stieg ich frustriert aus, denn ich lag weit hinter meinen Möglichkeiten zurück und auch ein Blick auf meine Leistungsdaten zeigte klipp und klar, das ich überhaupt keine Power brachte. Um nicht noch mehr Schaden anzurichten zog ich deshalb die Notbremse und statt das super harte Rennen durchzustieren, setzte ich mich bei meiner Freundin, welche auf dem Gipfel wartete in die Alpwiese und versuchte mich an der genialen Aussicht wenigstens ein bisschen zu erfreuen. Der Kaiserschmarrn in einer der vielen Alphütten tat gut, half mir jedoch auch nicht entscheidend weiter, um den Frust des Tages zu bewältigen. Ein wenig Ablenkung gab es dann am späteren Nachmittag, wo ich meine Cross Country Rennfahrer Kollegen bei ihrem Rennen als Zuschauer anfeuern konnte!

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Veranstalter des KitzalpBike Festivals für die schönen Tage in Kirchberg im Tirol bedanken! Schade konnte ich die Erwartungen nicht erfüllen, die Reise nach Kirchberg hat sich trotzdem wie jedes Jahr mehr als gelohnt! Ein super Event mit einer genialen Stimmung und vielen tollen Rennen mit einer wunderschönen Kulisse! DANKE!

In drei Wochen möchte ich mit meinem Teamkollegen Lukas Buchli bei der Transalp Teil der grossen Show sein und damit ich dieses Ziel erreichen kann, braucht es im Moment ein wenig Coolness und Geduld. Nach ein paar Gesprächen habe ich entschlossen, dass ich wohl auch die Zillertal Challenge absagen muss. Das tut weh, ist im Moment aber mit Sicherheit das Vernünftigste! Dass ich bei der Transalp wieder in Top Form sein werde, daran zweifle ich keine Sekunde! Bis dann!

27.06.2014 Kitzalpbike statt WM!

Die WM….., eigentlich sollte die WM bei den meisten Sportarten der wichtigste Wettkampf darstellen. Bei den meisten Sportarten bildet dafür der Verband eine Nationalmannschaft, zur welchen man nur dazugehört, wenn man sich durch konstante und gute Leistungen qualifiziert hat. Es ist wie der Lohn für den Fleiss und die harte Arbeit, wenn man vom Nationaltrainer dafür selektioniert wird! Dazu ist es eine grosse Ehre, wenn man sein Vaterland bei einem Grossanlass vertreten darf! Ich kann mich sehr gut an meinen ersten Einsatz im Schweizer Dress als Junior bei einer Meisterschaft erinnern. Damals reiste ich mit der gesamten Cross Country Delegation in die Türkei zur EM, was für ein Gefühl, erstmals zusammen mit Sauser, Schurter & Co. im selben Bus zu sitzen und Teil der Mannschaft zu sein! Alleine schon die Aufnahme in die damalige Junioren-Nationalmannschaft und die Selektion für meinen ersten Weltcup mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust war für mich einer der grössten Erfolge!

Nach der U23 Zeit habe ich mich für eine andere Sparte entschieden und voll und ganz auf den Marathonsport gesetzt. Obwohl es eine andere Disziplin ist, gehöre ich weiterhin demselben Verband an, die Lizenzkosten sind ebenfalls dieselben und das Trikot bei der WM wäre es auch….. Die Marathondisziplin bildete seit ihrer Erstaustragung der Titelkämpfe eine der erfolgreichsten Sparten von Swiss Cycling. Mit Sauser, Frischknecht und Näf konnte die Schweiz bereits viele Male den Weltmeister stellen, ebenso bei den Europameisterschaften. Doch trotz dieser Aussichten hat der Marathonsport einen nur sehr kleinen Stellenwert, es fehlt eine Nationalmannschaft und somit auch die Unterstützung bei Grossanlässen. Nach dem gescheiterten Pilot-Projekt im letzten Jahr habe ich mich entschieden, die Titelkämpfe unter diesen Umständen auszulassen. Es gibt noch weitere Gründe, wieso ich dieses Jahr nicht zur WM fahre und damit ich mich vor der Transalp nicht unnötig durch diese Umstände runter ziehen lasse, starte ich lieber bei einem Rennen in Europa!

KitzalpBike FESTIVAL, eines der härtesten Rennen der Saison im Alpenraum um Kitzbühel!

Am Mittwoch reiste ich bereits nach Kirchberg ins Tirol, damit ich am Abend beim Hillclimb in Brixen an den Start gehen konnte. Die Gegend hier gefällt mir einfach extrem gut und deshalb komme ich immer sehr gerne nach Kirchberg! Nach der etwas enttäuschenden Performance am BergiBike machte ich am Montag noch ein paar Tests, welche leider mein Befinden bestätigten. Trainingstechnisch zogen wir deshalb die Notbremse, doch somit war auch klar, dass es für den super intensiven Hillclimb eher schwierig werden würde. Die tolle Atmosphäre mit über 400 Startern ermunterte mich dann trotzdem für einen Start, denn ich hatte wie immer 50/50… entweder es geht oder es geht eben nicht! <<es ging leider nicht! Pünktlich zum Startschuss fing es dermassen an zu Regnen, dass wir alle innert Sekunden klitschnass waren. Meine Beine machten schon früh im Rennen zu und somit nahm ich komplett raus, damit es diesmal bis Samstag hoffentlich wieder reicht! Vor dem morgigen Rennen habe ich sehr grossen Respekt, denn immerhin gilt es 4000 Hm und 95 Kilometer zu bewältigen! Ich hoffe vor allem, dass ich wieder zu meinem Befinden vor Willingen finde, denn dieses Rennen hat mich ein wenig aus der Bahn geworfen! Let’s try!

pic by Laurence Wien Vienne

22.06.2014 Rang 6 beim Bergibike, nicht mein Tag!

Manchmal gibt es sie eben, die Tage an denen man schon beim Einfahren merkt, dass sich die Beine wie ein schwerer Bleifuss anfühlen. Zum Glück ist der Mensch keine Maschine und somit kann es das einfach geben, dass man trotz Planung den Tag der guten Beine nicht erwischt. Genau so einen zog ich mir beim heutigen BergiBike ein. Ich war eigentlich sehr motiviert, denn schliesslich hätte ich das Leadertrikot der IXS Classic erobern können, doch dafür hätte ich vor Huguenin ins Ziel kommen müssen. Das Rennen bin ich noch nie gefahren und somit kannte ich die Strecke auch nicht. Um 8 Uhr starteten wir unter einem Torbogen der Fribourger Stadtmauer. Die ersten Kilometer waren noch neutralisiert und führten durch die wunderschöne Altstadt. Mit der Ruhe war es dann schnell vorbei, denn es folgte eine sehr giftige „Rampe“, welche bei mir bereits mächtig schmerzte. Ich hoffte, dass meine Beine vlt. nach dem ersten Laktatschub aufgehen und sich der Knoten lösen würde. Nach ein paar schnellen Kilometern und dem ersten Singletrail hatte sich bereits eine sechsköpfige Spitzengruppe gebildet. Neben meinem Teamkollegen Buchli waren noch die zwei BMC Fahrer Näf & Milatz sowie Huguenin und Dafflon dabei. Bis zum Hauptanstieg war es vor allem Buchli, welcher immer wieder Tempo machte, doch als es in ein steiles ruppiges Waldstück ging, da testete erstmals Milatz, wie es um dem Rest so stand. Nach einer kurzen ruhigen Phase im Anstieg schäpperte dann zweimal laut die Kette, Buchli hämmerte seine Gänge rein und mit einem ziemlich satten Antritt flog er aus unserer Gruppe davon. Phuu… dachte ich mir, diese Attacke war ziemlich deftig, doch gleichzeitig freute ich mich auch, dass mein Transalpkollege in einer so guten Form ist für die bevorstehende WM!

Durch Buchlis Attacke hatte ich die komfortable Situation, dass ich keinerlei Nachführarbeit verrichten musste, diese lag nun ganz in den Händen von BMC. Die Organisation war dann sehr schnell hergestellt und so setzten Milatz und Huguenin nach. Ich kam mir vor, als würde ich langsam „sterben“, denn mein Horizont wurde immer kleiner und irgendwie tat ich mich bei jedem Tritt sehr schwer. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ich mich wohl beim Rennen in Willingen abgeschossen hatte?! Nach gut 3/4 des Anstieges war es dann Dafflon, welcher als erster den Anschluss verlor und wenig später war es auch um mich geschehen. Ich schaltete einen Gang zurück und suchte meinen Rhythmus. An der Spitze konnten Milatz und Huguenin zu Buchli aufschliessen und wenig dahinter folgte Näf. Im letzten Teil folgte dann auch noch eine längere Schiebepassage, da die Strecke bis zum Gipfelkreuz führte und da zog schliesslich auch Dafflon wieder an mir vorbei. Das Einzige Wouw in diesem Moment war die Aussicht von da oben, denn diese war schlichtweg gigantisch!

Leider blieb wenig Zeit, um das Panorama zu geniessen, denn die folgende Abfahrt hatte es sprichwörtlich in sich! Nach kurzer Zeit hatte ich Dafflon wieder eingeholt und wenig später auch Buchli. Er  erwischte leider gleich zwei Plattfüsse, konnte jedoch zum Glück bei unserem Betreuer die Laufräder wechseln. Nach der Abfahrt folgten gut 20 wellige Kilometer und da versuchte ich so gut es ging mit Dafflon zusammen zu arbeiten. Denn schliesslich lagen wir auf den Rängen 4 & 5 und sollte an der Spitze jemand einen Defekt erleiden, so wäre ein Podestplatz plötzlich wieder im Bereich des Möglichen.

Leider erfüllte sich mein Wunsch nicht und der Knoten in den Beinen schnürte sich mit jedem Kilometer noch enger zu! Als dann auch noch Buchli wieder von hinten aufschloss und die nächste super steile Rampe zum letzten Hindernis des Tages folgte, war es vollends um mich geschehen. Ich musste beide ziehen lassen und so folgten noch ein paar einsame Kilometer, bis mich der Zielstrich von dem heutigen „Geknorze“ erlöste. Der Rückstand betrug am Ende eine halbe Ewigkeit, doch dies spielte für mich keine Rolle mehr. Nun werde ich schauen, ob es einfach ein schlechter Tag war oder ob ich etwas Pause brauche. Am Mittwoch würde es für mich bereits weiter nach Kirchberg im Tirol gehen. Da steht das Kitzalpbike Festival vor der Tür, bei welchem ich am Mittwoch auch noch beim Hillclimb starten würde.

Eigentlich fände am kommenden Wochenende auch noch die Weltmeisterschaft in Südafrika statt. Wieso ich nicht dahin fahre, erfährt ihr im nächsten Blogg. Stay tuned!

 

20.06.2014 Stabilisation! Es geht wieder aufwärts…

Ohjeee.. Willingen hatte so Einiges an mir abverlangt. Bis zur Wochenhälfte war ich eigentlich nicht zu gebrauchen, denn dass ich das lange Rennen körperlich angeschlagen zu Ende gefahren bin, hinterliess mächtig seine Spuren. Statt Training war deshalb die ersten Wochentage eher Ruhe angesagt und siehe da, ab Mittwoch lief es dann tatsächlich wieder etwas besser. Mein Problem sind vor allem die ständigen Temperaturwechsel. Nach dem super warmen Rennen in Estavayer betrug die Durchschnittstemperatur beim Rennen in Willingen gerade mal 11,8 Grad. Mit gut 4,5 % Körperfett stosse ich da oftmals schnell an meine Grenzen mit der Energieversorgung, da ich sehr viel Energie alleine damit verbrauche, um meinen Körper warm zu halten. Immerhin entkam ich einer Grippe und mit den paar Ruhetagen kam ich auch gut zurecht.

Nicht zu kurz kam allerdings das Fitness-Training, welches ich zweimal die Woche durchführe, damit ich meine Rückenprobleme im Griff behalten kann. Dank des schönen Wetters konnte ich dieses im Garten vor dem Haus absolvieren. Ob es nach den letzten drei Wochen mit Podestplätzen auch am Sonntag wieder für einen reicht, werden wir bald sehen. Ich freue mich auf meinen ersten Start beim IXS Classic BergiBike in Fribourg. Das Rennen führt über 79 Km und gut 2400 Hm….. FullGAZ!

14.06.2014 Rang 2 beim Bike Festival in Willingen, so macht’s nicht wirklich Spass….

Willingen (Upland)…. diese Ortschaft liegt für mich nicht gerade um die Ecke und deshalb reiste ich bereits am Donnerstag mit einer 6-Stündigen Autofahrt ins Hochsauerland. Nach dem Rennen in Estavayer fühlte ich mich erholt und ich konnte bis Donnerstag bei perfekten Temperaturen trainieren. Doch als ich hier in Willingen ankam, da traf mich beinahe der Schlag, denn es war trotz Sonnenschein ziemlich frisch! Am Freitag kam es dann noch besser, denn dank den Wolken am Himmel hatte ich gut 20 Grad Temperaturunterschied zu den Vortagen! Ich trainierte auf der letzten der insgesamt 3 zu fahrenden Runden, damit ich für das Finale bereit war und die Strecke kannte. Schon während dem Training fühlte ich mich gar nicht gut und als ich nach gut 1,5 Std. mit dem Training fertig war, war ich komplett erschöpft, leer und bekam plötzlich starke Gliederschmerzen. Ich verkroch mich also erstmal im Bett und hoffte, dass ich nach einem Powernap wieder fit sein würde. Leider war dem nicht so und bis zum Abend verschlechterte sich mein Zustand eher. Ich versuchte ans Gute zu glauben und so hoffte ich, dass die bevorstehende Nacht nochmals eine Wende bringen würde.

Heute wurde ich dann neben Genze klar als Favorit vorgestellt, bevor wir um 7.30 Uhr auf die bevorstehenden 122 Km und 3500 Hm losgeschickt wurden. Klar, diese Rolle hätte ich auch gerne eingenommen und eigentlich fühlte ich mich gar nicht mehr so schlecht. Durch die Tatsache, dass alle 3 Strecken (54 Km, 94 Km und 122 Km) gemeinsam starteten, war das Rennen von Beginn weg sehr schnell. Die ersten 30 Minuten glichen eher einem CC Rennen und vorne weg setzte sich bald einmal eine 3 Mann starke Spitzengruppe ab, welche wir ohne Gegenwehr gewähren liessen. Schliesslich kann man ein 5-Stündiges Rennen unmöglich mit einem Cross Country Start durchstehen. In unserer Gruppe wurde nach dieser ersten hektischen Phase dann wohl zügig gefahren aber auch nicht wirklich Anschlag, wodurch sich die Gruppe wieder auf gut 20 Fahrer auffüllte. Ich konzentrierte mich vorwiegend auf Hannes Genze und den Niederländer Ramses Bekkenk. Und siehe da, als wir die erste Runde passierten, lagen wir nur noch zu Dritt an der Spitze. Die Meisten unserer Gruppe bogen bereits in Richtung Ziel und die anderen hatten schon einen guten Rückstand. Nun folgte der erste wirklich giftige Anstieg und da bekam ich auch gleich meine Schwierigkeiten. Genze zog etwas davon und ich versuchte mich am Hinterrad von Bekkenk festzubeissen. Die Gliederschmerzen setzten immer mehr ein und irgendwie hatte ich auch nicht mehr wirklich klare Sicht. Nach der Kuppe konnten wir den Kontakt zu Genze wieder herstellen und so fuhren wir zu Dritt ein paar Km. Es folgte der nächste der gefühlten 1000 „Anstiege“ und da verschärfte Genze erneut. Diesmal fiel Bekkenk als erstes ab und ich biss noch einmal auf die Zähne. Mein Sichtfeld beschränkte sich mittlerweile auf den dünnen Strich hinter Hannes Bike (sein Hinterreifen), denn ich befand mich im Tiefroten Bereich. So ne Scheisse dachte ich mir….. anscheinend war ich einfach nicht 100 % fit und Genze erwischte einen super Tag. Beim Cape Epic war die Rolle gerade umgekehrt und so half mir heute Hannes etwas aus und hielt das Tempo auf den folgenden Kilometern hoch und liess mich in seinem Windschatten mitfahren. Bei Km 75 konnte ich dann einfach nicht mehr. Es ist sehr lange her (ziemlich genau 1 Jahr, damals bei der WM) seitdem ich das letzte Mal dermassen Schmerzen auf dem Bike und so gelitten hatte. Bei jedem Tritt schmerzte mein gesamter Körper und der Rücken war total verkrampft, sodass ich kaum noch den Kopf drehen konnte, um mich über meine aktuelle Rennsituation zu vergewissern.

Nach 94 Km, nach Abschluss der zweiten Runde wusste ich wirklich nicht mehr, wie ich die dritte Runde noch schaffen sollte und hinter mir war da auch wieder Bekkenk am Horizont. Ich versuchte mich zu beruhigen und versorgte mich mit Cola. Der Eingang der dritten Runde war derselbe giftige Anstieg wie der anfangs der zweiten Runde. Ich versuchte einen guten Rhythmus zu kriegen und so langsam lief es endlich wieder besser. Die Sicht wurde wieder klarer und der Nebel vor meinen Augen war weg. Ich versuchte dieselbe Taktik wie letzte Woche und nahm etwas raus, damit ich auf einen möglichen Endkampf mit Bekkenk kurz ein paar Körner sammeln konnte. Dieser schloss knapp 15 Km vor dem Ziel zu mir auf, verabschiedete sich jedoch mit einem Felgenbruch im folgenden Trail komplett aus dem Rennen. Somit war ich wieder alleine und der zweite Rang schien nicht mehr in Gefahr. Genze war eh schon über alle Berge und damit ich mich in meinem Zustand nicht noch komplett abschiessen würde, fuhr ich mit der nötigen Vernunft in Richtung Ziel. Dieses erreichte ich dann nach 5 Std. Fahrzeit und handelte mir dabei über 11 Minuten Rückstand!!! ein…..

Dieser spielte eigentlich keine Rolle, denn am Ende war es immer noch Rang 2 und zu einem Kampf um den Sieg war ich Heute schlichtweg nicht in der Lage. Ob es einmal mehr der Temperaturunterschied war, der mich so sehr fertig machte oder ob eine anstehende Grippe im Anflug ist, werden wir in den kommenden Tagen sehen. Ich wünsche mir auf jeden Fall baldmöglichst die Wärme zurück!

Ein ganz grosses Dankeschön an Genzes Betreuer sowie meiner Freundin’s Bruder, sie hatten einen super Job gemacht, denn ohne diese eine Cola wäre ich wahrscheinlich noch jetzt irgendwo in den Wäldern des Hochsauerlandes unterwegs!

See ya next week @Bergibike!

Pic by Martin Platter

08.06.2014 Rang 3 beim IXS Classic Saisonauftakt, der ELSA Bike Trophy in Estavayer-le-Lac!

Phuu…. was für eine Woche! Ich war einfach nur super happy, nachdem ich heute den Sprint um Rang 3 gewonnen hatte und die Woche mit einem Podestplatz abschliessen konnte! Leider steckte mir das Rennen vom Tegernsee noch bis Donnerstag in den Knochen, dazu waren meine Tage von Morgens bis Abends vollgestopft mit Programm, was auch nicht sonderlich optimal für eine schnellere Erholung war. Mit Sauser und Huber waren heute zwei Fahrer am Start, die im Moment wohl nur durch Defekte zu schlagen sind und so blieb da noch ein möglicher Podestplatz in Aussicht. Dass dieser aber wohl auch hart umkämpft sein wird, war ich mir um 12 Uhr am Start bewusst, denn mit Intergand hatte sich ein sehr schneller Cross Country Fahrer nachgemeldet und mit „Local“ Huguenin und dem Deutschen Sahm kamen weitere Podestanwärter in Frage. Das Rennen von Estavayer ist für mich eigentlich kein Marathon, denn mit gerade mal 60 sehr schnellen Kilometern ist die Strecke erstens nicht gerade lange und mit den unzähligen kurzen, giftigen Anstiegen entspricht der Kurs eher einem längeren Cross Country Rennen. Nach den beiden Podestplätzen beim EKZ Cup wusste ich jedoch, dass ich im Moment auch bei schnellen Rhythmuswechseln mitgehen kann, einziger Zweifel waren die 4 Rennstunden vom letzten Weekend.

Nach gut 4 flachen Kilometern schossen wir in den ersten steilen Anstieg und da schien Sahm für Huber das Tempo hochhalten zu wollen. Vor einem Jahr brachte nämlich genau diese erste Rampe bereits die erste Vorentscheidung. Diesmal war dem nicht so und so umfasste die Spitzengruppe lange Zeit sehr viele Fahrer. Ich hielt mich stets in den ersten 3 Positionen auf, damit ich den Postabgang ja nicht verpassen würde. Das Tempo war nicht sonderlich hoch und trotzdem schien sich eine 7 Fahrer umfassende Spitzengruppe heraus zu kristallisieren. Die „Wellen“ wurden stets ziemlich hart gedrückt, doch auf den folgenden Flachstücken wurde wieder gebummelt und das Tempo fiel zusammen. Die genannte Spitzengruppe umfasste die beiden BULLS Sahm & Huber, Intergand von BMC, Huguenin und mein Teamkollege Baumann, welcher heute ein super starkes Rennen zeigte. Nach knapp 40 Km erhöhte Sauser ein wenig das Tempo und als ich kurz zurück blickte, da war zu meinem grossen Erstaunen ausser mir nur noch Intergand an Sausers Hinterrad. Nach kurzer Zeit realisierte auch Sauser die Situation und da ging blitzartig die Post ab. Die ersten zwei Wellen konnte ich den Anschluss noch halten, doch knapp 15 Km vor dem Ziel musste ich dann einsehen, dass mich wohl das gleiche Schicksal ereilen würde wie vergangenes Jahr, wenn ich meine Beine noch weiter mit dem brennenden Laktat füllen würde….. es war also Zeit für die Notbremse. Damals fuhr ich komplett in den roten Bereich rein und erholte mich anschliessend bis ins Ziel nicht mehr davon, wobei ich ziemlich weit zurück gereicht wurde. Diesmal setzte ich den Podestplatz nicht aufs Spiel, denn selbst wenn mich jemand nochmals einholen würde, ich hatte ihn bis dato ja bereits einmal abgehängt, wieso also nicht ein zweites Mal?? So nahm ich kurz etwas raus und nach ein paar Minuten schloss Huguenin zu mir auf. Er konnte sich ebenfalls vom Rest der Gruppe lösen und so fuhren wir zu Zweit Richtung Ziel. Irgendwie bekam ich gegen Ende doch noch meine Probleme und nur mit grosser Mühe und letztem Einsatz konnte ich zwei Attacken neutralisieren. Schlussendlich vertraute ich vollends auf meine Sprintstärke und liess es am Ende ganz darauf ankommen. Nach 2.25 Std. Rennzeit reichten dann 4 Zehntel aus, um mir im Sprint den dritten Rang zu sichern. Mit dem heutigen Rennen erhielt ich einmal mehr die Bestätigung, dass die Form noch immer ganz ok ist und ich tankte erneut Selbstvertrauen für die bevorstehenden Rennen.

Bereits am Donnerstag werde ich nach Willingen ins Hochsauerland ans grösste Bikefestival Deutschlands reisen. Am Samstag steht dann mit 121 Km und 3500 Höhenmetern wieder ein richtiger Marathon auf dem Programm. Ob ich an meine Leistungen anknüpfen kann, werden wir also schon bald sehen! Dieser Arbeitstag wird bestimmt etwas länger werden! Keep on pushing hard!

Ein herzliches Dankeschön ans komplette Team! Es war schön, nach einer langen Zeit wieder einmal so viele Teamfahrer treffen zu können! Dass sogar unser Chef an der Strecke stand, motivierte mich heute zusätzlich, Danke!

Pic by Martin Platter

03.06.2014 Mehr Druck dank Solestar! Die neuen Sohlen sind da! http://www.solestar.com/

Vielleicht kann sich der Eine oder Andere an meinen Bericht aus dem Jahr 2012 erinnern. Damals durfte ich als Proband bei einem zweitägigen Seminar über (Optimale Sitzposition, Einlagesohlen, Pedaldruckmessung) in Magglingen teilnehmen. In diesen zwei Tagen lernte ich enorm viel und seit da kann ich mein Rad beinahe perfekt einstellen. Ebenso meine Fussclieds und das allerwichtigste, ich lernte Oliver Elsenbach, den Gründer und Inhaber der Firma Solestar kennen. Dank seinen Carbon Einlagesohlen, welche exakt auf meinen Fuss abgestimmt sind, habe ich die best mögliche Druckverteilung im Schuh. Nirgendwo gibt es noch Freiräume und so sitzt der Fuss 100 % satt im Schuh. Durch die supersteife Carboneinlage stimmt auch die Druckverteilung auf die gesamte Fussfläche. Seit diesem Seminar bin ich mit den Sohlen von Solestar unterwegs und ich würde kein Training mehr ohne sie fahren. Ohne sie fühlt es sich an wie ohne Helm oder Radhose…… es fehlt einfach etwas! Nun habe ich die neuste Generation der Einlagesohlen erhalten und so werde ich auch dieses Jahr mit 100 % Druck im Schuh fahren können. Jetzt gibt es also keine Ausreden mehr, denn wenn der Druck fehlt, dann stimmt vom Knöchel an aufwärts was nicht! Ein ganz grosses Dankeschön an dieser Stelle an die Firma www.solestar.com und www.komsport.com !

01.06.2014 Rang 2 beim Tegernsee Bike Festival….

Phuuu….. was war das für ein Weekend!? Am Freitag hätte ich meinen Start beinahe abgesagt und trotzdem raffte ich mich am Samstag Vormittag total niedergeschlagen auf und reiste an den Tegernsee. Am Nachmittag konnte ich dann die letzte Schlaufe anschauen und mein neues SRM http://www.srm.de/ testen. Dazu erhielt ich die brandneuen Carbon – Einlagesohlen von Solestar http://www.solestar.com/ (Mitte Woche mehr dazu!) und konnte diese ebenfalls gleich einweihen! Die Anstiege bei diesem Rennen hatte ich noch gut in Erinnerung, denn diese vergisst man auch nicht so schnell. Schliesslich hat die steilste Rampe ganz am Schluss des Rennens knapp 30%!!! Es wäre also gut, wenn man da noch ein paar „Körner“ übrig hätte! Leider führt der grösste Teil im dichten Wald und so hatte ich beim Einfahren bei den wenigen Lichtungen kurz Zeit, um die Aussicht auf den Tegernsee zu begutachten. Am Abend wurde ich dann von einem sehr netten und begeisterten Hobby-Fahrer zum Abendessen eingeladen und konnte die paar „extra Körner“ für Sonntag picken, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die Einladung!

89 Km und knapp 3300 Hm lagen um 8 Uhr vor mir, nicht super hart aber auch nicht zu unterschätzen! Als Titelverteidiger ging ich also ins Rennen und mit Markus Kaufmann und Matthias Leisling waren zwei Fahrer am Start, die mir ganz bestimmt viel Mühe bereiten würden, damit ich den Sieg wiederholen könnte. Schon beim ersten Anstieg setzten wir uns dann auch rasch zu Dritt vom Rest des Feldes ab. Doch vor uns lagen noch gut 80 Km und sollten wir uns wirklich jetzt schon die Köpfe einschlagen? Ausserdem werden Kaufmann & Leisling am Mittwoch bereits wieder bei der 4 Peaks am Start stehen. Mit der Ausgangslage, dass jeder von uns mind. aufs Podest fahren würde, hielten wir uns dann bewusst zurück und fuhren einfach ein moderates Tempo. Dies blieb auch beim zweiten Anstieg unverändert, doch als wir danach in die Abfahrt stachen, blieb Kaufmann plötzlich zurück. Wir fuhren ganz ohne Risiko, doch da war einfach diese Lücke da und wir wussten nicht, ob er einen Defekt erlitten hatte. Somit fuhren wir zu und ab jetzt schien das Rennen lanciert. Nach einem sehr schnellen Abschnitt folgte der zweitletzte lange Anstieg und da machte nun Leisling mächtig Druck. Was folgte war nochmals eine längere Abfahrt und so ziemlich der einzige anspruchsvollere Sektor der kompletten Strecke. Und siehe da…… genau auf diesem vlt. 500 m langen Abschnitt fing sich Leisling einen Plattfuss ein. Ich hatte dieselbe Bereifung drauf, doch da sich bei mir keinen Stein in den Weg stellte, war ich nun plötzlich alleine an der Spitze. Nach der Abfahrt suchte ich meinen Rhythmus, denn nach einem kurzen Flachstück folgte die letzte gut 25 Km lange Schleife mit den super steilen Anstiegen gleich am Anfang und zum Schluss. Dank dem SRM konnte ich meinen Motor unmitterlbar vor dem Überdrehen halten. Kurz vor dem Ende des ersten langen Anstieges, nach knapp 70 Km kam dann leider Kaufmann wieder angeflogen. Wie schon vergangene Woche konnte ich nicht lange folgen und ich musste einsehen, dass sein Motor wohl einfach noch ein wenig mehr leisten konnte. Obwohl ich nach einer längeren Abfahrt nochmals auf knapp 30 Sekunden heran kam, machte Kaufmann in den letzten Anstiegen die Differenz und sicherte sich nach 4 Std. mit gut 1,45 Minuten Vorsprung den Sieg. Mir blieb heute auch durch das Pech von Leisling Rang 2. Am Anfang war ich etwas enttäuscht, da ich einmal am Sieg geschnuppert hatte und nahe dran gewesen wäre. Doch heute hat ganz klar der Stärkste gewonnen und diese Strecke hat auch keinen Zufallssieger verdient. Da ich alleine angereist war, halfen mir die Betreuer vom Zwillingscraft Team und der Staff von Leisling mit der Verpflegung aus. Ein ganz grosses Dankeschön an dieser Stelle für den Support! Bikesport ist eben doch ne faire und feine Sache, hehe!

Die Heimfahrt war dann etwas weniger lustig, denn der viele Verkehr bescherte mir das zweite Mal an diesem Sonntag etwas Stresshormone und strapazierte so mächtig meine Nerven. Wenn ich das Ein und Ausfahren noch zum Rennen zähle, dann sass ich zumindest gleichlang im Autosessel wie auf dem Fahrradsattel, :D!

Nächste Woche steht mir der IXS Classic in Estavayer der Schweizer Saisonauftakt der Marathonsaison bevor! Stay tuned!

Zu diskutieren gab’s nicht viel…. Kaufmann war einfach stärker!

25.05.2014 Rang 5 beim Ketterer Bike Marathon! Sprit ausgegangen……

Spontan und relativ kurzfristig reiste ich dieses Wochenende nach Bad Wildbad in den Nordschwarzwald, um das erste Mal beim Ketterer Bike Marathon teil zu nehmen. Das kleine und sehr idyllische Städtchen ist vor allem ein Kurort und besteht vorwiegend aus Hotelanlagen und Thermen. Das Rennen führte über 3 Runden à knapp 30 Km und total gut 2400 Hm. Für einmal hiess es nicht allzu früh aus dem Bett steigen, da der Startschuss erst um 10.30 Uhr erfolgte. Die Strecke gefiel mir sehr gut, doch sie war super intensiv und es wurde gleich von Anfang an sehr hart gefahren. Schon nach dem ersten längeren Anstieg verblieben nur noch Huber, Kaufmann, Bettinger, der Local Pfrommer und ich an der Spitze. Nach einem kurzen Flachstück stiessen dann noch die Texpa Simplon Fahrer Hardter und Schneidawind dazu. Was folgten waren mehrere Tempoverschärfungen, doch keiner kam so richtig davon. Gegen Ende der ersten Runde war es dann Pfrommer, welcher in der langen Abfahrt eine Vorentscheidung suchte und da er bei seiner Heimstrecke wohl jeden Stein kannte, hatten wir die grösste Mühe um an seinem Hinterrad zu bleiben! Da der lange Anstieg der gleich zu Beginn der zweiten Runde nicht mehr ganz so schnell war, füllte es die Spitzengruppe wieder analog der ersten Runde auf. An diesem Bild änderte sich lange nichts, doch es war klar, das es Pfrommer in der langen Abfahrt erneut versuchen würde. Diesmal sah es ganz gut für mich aus, denn als wir das zweite Mal das Ziel passierten waren nur noch Pfrommer, Huber und ich an der Spitze und der Vorsprung auf Kaufmann betrug schon eine halbe Minute. Bettinger fiel leider durch einen Defekt komplett aus und die Texpa Leute hatten den Kontakt ebenfalls verloren.

Als Rennfahrer hat man immer zwei Möglichkeiten, entweder es geht, oder es geht eben nicht….. Diese Bekanntschaft musste ich dann bedauerlicherweise schon relativ früh in der letzten Runde machen. Mir ging sprichwörtlich der Sprit aus und plötzlich ging gar nichts mehr. Huber und Pfrommer zogen davon, wenig später flog Kaufmann an mir vorbei und noch etwas später konnte ich auch Schneidawind’s Hinterrad nicht halten. Ich wurde mal eben schön durchgereicht und befand mich alleine irgendwo auf einer Forststrasse im Schwarzwald… (in „Scheissgefühl“, glaubt mir!) Heute hatte ich mich extrem verschätzt, was die Verpflegung anbelangt und dafür wurde ich ziemlich hart bestraft. Zum Glück erholte ich mich nach ein paar ruhigen Km wieder und so konnte ich dann immerhin Hardter’s Hinterrad halten. In der Schlussabfahrt sicherte ich mir schliesslich den 5 ten Rang.

Alles in allem machte es trotzdem Spass und die Reise war es auf jeden Fall wert. Nächste Woche werde ich beim Bikefestival in Tegernsee an den Start gehen. Dazu gibt’s hier noch ein Interview:

http://www.merkur-online.de/outdoor/biken/profi-tipps-mountainbike-rennen-3569696.html

 

pic by Michael Sutter

18.05.2014 Rang 3 beim EKZ Cup in Wetzikon!  Zweiter Podestplatz zum Abschluss einer super intensiven Woche!

Nach 30 Trainingsstunden in der vergangenen Woche und einem Bergrennen vom Vortag war ich ehrlich gesagt ziemlich überrascht, wie gut meine Beine beim superschnellen Rennen beim heutigen EKZ Cup in Wetzikon noch drehten! Als ich heute Morgen aufwachte, da befürchtete ich nämlich gar nichts Gutes. Ich war mir bewusst, dass es eine reine Kopfsache sein wird und so versuchte ich das Positive zu sehen, schliesslich erwartete mich ein wunderschöner Tag und dazu war beinahe keine Wolke am Himmel!

Kurz vor meinem Rennen hatte ich wie die Jahre zuvor die Ehre, bei den Soft und Pfüderi Kategorien als Vorfahrer die Spitze zu signalisieren. Ich war nicht ganz so klein, als ich mein erstes Bikerennen gefahren bin, doch ich weiss noch genau, wie ich mich damals gefühlt hatte! Somit wusste ich nur zu gut, was den Kleinen wohl so alles durch den Kopf gehen würde. Während die Schnellsten schon mächtig Druck aufs Pedal kriegen, schieben die Letzten ihre Laufräder kreuz und quer über die Strecke! Wahrscheinlich hätten sie gerade lieber im Freibad neben dem Rennplatz im Sandkasten gespielt …. Diese Kategorien sind auf jeden Fall eine der Hauptattraktionen des Tages!

Mein Rennen wurde durch die kurzfristige Nachmeldung von Nicola Rohrbach, Pascal Meyer, Thomas Kalberer und Jukka Vastaranta mächtig erschwert. Dazu waren heute sehr viele Junioren & Masters Fahrer am Start, welche mit 2 Minuten Vorsprung ins Rennen geschickt wurden. Mit der Nummer 1 und dem Leadertrikot startete ich also um 13.32 Uhr ins Rennen. Bereits nach gut 4 der insgesamt 10 Runden hatte sich eine Spitzengruppe formiert, in welcher alle oben genannten Fahrer vertreten waren. Wir schenkten uns nichts und es folgten sehr viele Tempoverschärfungen und Attacken. Als wir dann in der 5 ten Runde gerade dabei waren, auf die Spitzengruppe der bis dahin führenden Junioren & Masters auf zu fahren, da wurde Pascal Meyer in einer Kieskurve durch eine sehr unsportliche und unnötige Fahrweise eines eingeholten Masters-Fahrer zu Fall gebracht. Da zu diesem Zweitpunkt einzig Kalberer und Rohrbach vor ihm fuhren, tat sich die entscheidende Lücke auf, da wir dahinter alle beinahe zum Stillstand kamen. Kurze Zeit später schlossen wir zwar auch wieder zur Spitzengruppe auf, doch während im folgenden Singletrail-Aufstieg Rohrbach und Kalberer die Gruppe passieren konnten, mussten wir hinten anstehen und warten. Erst als es wieder breiter wurde, konnten wir ebenfalls vorbei ziehen, doch die Lücke zur Spitze war bereits zu gross. Die restlichen Runden fuhr ich anschliessend mit Vastaranta und Meyer zusammen und da sich trotz einiger Attacken niemand absetzen konnte, kam es zum Schlusssprint auf der letzten Geraden vor dem Ziel. Diesen konnte ich zum Glück für mich entscheiden und mir somit den dritten Rang sichern.

Mit den beiden Podestplätzen bin ich ganz zufrieden. Wenn ich auf die letzten 10 Tage zurückblicke, dann bin ich ziemlich happy mit dem, was mein Körper geleistet hatte und das ich nach einem solchen Block ein so schnelles und intensives Rennen mit der heutigen Spritzigkeit fahren kann, stimmt mich zuversichtlich auf die bevorstehenden Rennen!

Vielen herzlichen Dank an alle, die mich heute an der Strecke angefeuert haben! Es war eine super Stimmung und ein toller Renntag! Genau so macht’s Spass!

 

17.05.2014 Rang 2 bei der Kreuzegg Classic!

Was für eine Scheisse…..! Genau das hatte ich mir beim gestrigen Training (3 Std. bei 6-9 Grad) gedacht. Nach den 35-38 Grad auf Gran Canaria bekam ich beinahe die Krise, denn ich war 40 Std. nach dem letzten Training auf der Insel tatsächlich wieder in der Thermohose und dicken Handschuhen unterwegs. Dazu holten mich die vielen Trainingsstunden der letzten Tage sprichwörtlich ein und ich war extrem müde. Trotzdem musste ich den Motor am Laufen lassen, da er ansonsten die gesamte Spannung verlieren würde und ich dieses Weekend unmöglich zwei Renneinsätze fahren könnte.

Als ich heute dann das erste Mal aus dem Fenster blickte, da war der Himmel wenigstens blau, doch die Temperaturen leider immer noch nicht da, wo ich sie mir gewünscht hätte. Damit ich für die 850 Hm und 15 Km Bergrennen auch genügend eingefahren bin, fuhr ich wie jedes Jahr mit dem Bike via Hulftegg nach Bütschwil SG. So kam ich genau rechtzeitig zum Start und hätte mich ohne Probleme an die Startlinie stellen können. Doch leider hatte mein Vorderreifen unerklärlicherweise fast keine Luft mehr im Pneu! Ich überlegte nicht lange und presste zur Sicherheit etwas mehr als 2 Bar rein, ehe es auch gleich zur Sache ging. Mein Ziel war es, so wenig Körner wie möglich zu verschiessen, da ich am Sonntag ja noch den EKZ Cup fahren wollte. Mit Jukka Vastaranta (Finnischer Meister und Marathon Vizeeuropameister 2011) war der Vorjahressieger auch wieder am Start und so war ich mir bewusst, dass die Sache mit dem Körner sparen wohl nichts werden würde. Zum Glück hielt auch er sich lange Zeit zurück und obwohl sich meine Beine extrem schwer anfühlten, verschärfte ich nach gut der Hälfte kurz das Tempo um zu schauen, wer in welchem Bereich fährt. Bereits nach wenigen Metern hatten wir uns zu zweit abgesetzt und nun zog ich nochmals etwas mehr an. Eine kleine Lücke tat sich auf, doch im selben Moment stellte ich fest, dass mein Vorderreifen erneut keine Luft mehr hatte, wieso auch immer!! Nun war es Jukka, welcher verschärfte und leider hatte ich keine Chance, aus dem Sattel zu gehen und seinem Sprint zu folgen, da ich die Felge beinahe auf den Teer durchgedrückt hätte. Der Sieg war somit weg und nun musste ich eine geeignete Stelle kriegen, um nach zu pumpen. Bei einem kurzen Flachstück hielt ich dann schliesslich an und drückte eine Patrone rein. Als ich damit fertig war, hatte mich mein Teamkollege Silvio bereits überholt. Er fuhr heute ein sehr starkes Rennen und so brauchte ich dann doch noch etwas mehr Körner, damit ich ihn wieder einholen und mir den zweiten Rang sichern konnte.

Nach dem Rennen fuhr ich mit dem Bike direkt nach Hause und siehe da, der Pneu verlor absolut keine Luft mehr! Manchmal gibt es eben die Dinge, die ich nie verstehen werde und eigentlich auch gar keinen Sinn machen…… egal, Morgen ist ein neuer Tag! Abhaken!

 

13.05.2014 Perfekter geht’s nicht!

Heute rundeten wir mit einem letzten perfekten Training eine geniale Trainingswoche ab. In 6 Tagen kamen somit über 34 Stunden und knapp 900 Km zusammen. Am Montag fuhr ich zudem vor dem Training einen Leistungstest, um mal meine Werte zu kontrollieren. Wenn’s Draussen bis 38 Grad hat, dann könnt ihr euch mal vorstellen wie es ist, auf der Rolle zu fahren. Bis zum dunkelroten Bereich in die Pedale zu hämmern und dabei nicht mal etwas zu gewinnen…… na gut, es gibt ein paar Zahlen und Fakten, die man ebenfalls als Sieg betrachten kann! Mit Leistungstests anfreunden werde ich mich trotzdem wohl nie, haha! Nach einem doch sehr erfreulichen Test gab’s noch eine 6 stündige Runde obendrauf, womit ich schlussendlich 7 Stunden im Sattel verbrachte…. Die vielen Stunden fuhren wir allerdings allesamt sehr locker, womit ich durch die vielen Höhenmeter trotz niedriger Intensität hoffentlich sehr viel Zug mitnehmen kann für die kommenden Rennen. Nun heisst es kurz alles in die Tasche stopfen und dann geht’s noch heute Abend ab nach Hause. Ein Tag Erholung und dann hoffe ich, dass ich am Freitag mein Programm weiter fahren kann, damit ich am Wochenende bei den beiden Rennen einigermassen parat am Start stehen kann! Vielen herzlichen Dank an Mathias Nothegger für die coolen Trainingsstunden, es hat grossen Spass gemacht!

Jetzt muss ich leider los, sonst verpass ich den Flieger…..!

Je steiler desto geiler…. oder nicht?!

11.05.2014 Trainingsrennen auf Gran Canaria! Mal eine raus lassen!

Heute geniesse ich den ersten und einzigen Ruhetag auf der Insel….. Die letzten drei Trainingstage waren sehr umfangreich und so kamen bereits 16,5 Std. und rund 450 Km zusammen! Zusammen mit meinem Trainer Mathias Notthegger macht das Training richtig Spass und die Zeit vergeht wie im Flug! Dazu ist die Insel beinahe ausgestorben und so haben wir unsere absolute Ruhe! Der einzige Störenfried ist der Wind, welcher uns oft ziemlich brutal „in die Fresse schlägt“, haha! Dazu befinden wir uns momentan in einer regelrechten Hitzewelle, welche die Temperaturen in den Tälern auf beinahe 40 Grad steigen lässt…. es soll die Tage noch wärmer werden!! Egal, <<Schweiss fliesst, wenn Muskeln weinen!>> Bin ja nicht zum Spass hier!

Gestern nahmen wir an einem Rennradrennen teil. Dieses Rennen sollte ein intensives Belastungsintervall darstellen und passte ziemlich ideal in den Trainingsblock. Da erst am Nachmittag der Start war, konnte ich am Vormittag noch 2 Stunden trainieren und so stand ich mit den langen Trainings der Vortage bereits etwas müde am Start. Die 40 Km würden ziemlich schnell werden und am Schluss erwartete uns ein 9 Km langer Schlussanstieg. Mathias sollte das Rennen wenn möglich gewinnen und so stellte ich mich vom ersten Meter in seinen Dienst. Die ersten paar Km waren sehr schnell und windig, danach folgte ein kurzer Anstieg, bevor es nach einem welligen Abschnitt in den Schlussanstieg führte. Die Beine waren top und so hämmerte ich von Km 1 einfach mal drauf los. 7 Minuten mit 400 Watt reichten am ersten Anstieg, um die Spitze auf 4 Mann zu reduzieren…. damit hatte ich meinen Job im Griff und so konnten wir auch den Schlussanstieg kontrollieren. An diesem konnten wir uns dann auch noch von unseren restlichen Begleitern absetzen und das Rennen gewinnen. Bei Mathias stand der Sieg an erster Stelle, bei mir waren es die Leistungsdaten. Diese sammelten wir einmal mehr dank dem SRM und so konnten wir exakt sehen, wo ich im Moment mit meiner Form stehe. Dass die Werte nun nochmals besser sind als unmittelbar vor dem Epic stimmte uns beide ziemlich optimistisch! Nach dem Rennen fuhr ich noch mit dem Rad nach Hause und so erreichte ich erst nach dem Anpfiff zum Abendessen das Hotel….. somit konnte ich heute sämtlichen Rempeleien und Positionskämpfen am Buffet aus dem Weg gehen…… (manchmal schon unglaublich in diesen Hotelbunkern, haha!)

Nach dem heutigen Ruhetag werde ich Morgen noch einen Leistungstest fahren und anschliessend nochmals 3 Tage Km, Std. und Hm sammeln. Die kommende Woche wird somit auch wieder ziemlich intensiv, denn nach dem Training am Mittwoch fliege ich am Abend zurück nach Hause und am Wochenende werde ich bei den beiden Rennen (Kreuzegg Classic & EKZ Cup Wetzikon) an den Start gehen.

Trainingsalltag! Ein Tag am Hinterrad!

Wie sieht eigentlich so ein Trainingstag aus? Gute Frage….. Rad fahren, vom Morgen bis am Abend…..! Oft werde ich gefragt, ob es denn nicht langweilig sei, stundenlang auf dem Rad zu sitzen und in der Gegend rum zu fahren! Doch klar ist es ab und zu langweilig… aber nicht auf dieser Insel! Nirgendwo fällt mir das Training so ring wie auf Gran Canaria. Die Insel ist für mich das beste Trainingsgebiet der Welt und hier muss man mir beinahe das Rad wegnehmen, damit ich die Trainings beende…. Die Landschaft ist unglaublich eindrücklich, das Wetter stets perfekt und die Strassenverhältnisse top, so kann man sich nach jedem Anstieg auf eine geniale Abfahrt freuen!

Normal geht’s etwa so… Um 7.30 Uhr Frühstück, dann um 10 Uhr Abfahrt… Manchmal läuft alles rund und manchmal gibt es die Tage, an denen für Unterhaltung und Action gesorgt ist. Manchmal gibt es auch den ein oder anderen Ausraster, welcher von einem Plattfuss, Bienenstich oder springenden Gängen ausgelöst werden kann…. Zum Glück schlucken die hohen Berge hier beinahe jedes Donnerwetter! Nach dem Training heisst es erstmal Eiweiss-Shake machen, Proteinmahlzeit (Geheimrezept, hehe), Duschen und dann Powernap oder SRM Daten auswerten… 22 Minuten Stretchen (dazu Giro d’Italia schauen) und dann Abendessen… , anschliessend Büro!

Noch Fragen?

09.05.2014 Trainingslager Gran Canaria! Perfekte Bedingungen!

Wenn’s läuft, dann läuft’s! Dem verkorksten Rennen von Riva trauerte ich nicht lange nach, denn ich wusste ziemlich genau woran es lag! Mein Gefühl bestätigte sich nach den ersten beiden Trainingstagen mit knapp 300 Kilometern umgehend! Da sich mein Körper die vergangenen 12 Wochen auf Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad einstellte, war er dem Temperaturschock und Klimawechsel mit dem vielen Regen wohl einfach nicht gewachsen. Beim Rennen in Schwändi reichte es rückblickend gerade noch, ehe mich das Ganze einholte. Nun finde ich auf Gran Canaria wieder dieselben Bedingungen vor wie in Südafrika…. Sonne pur und perfekte Temperaturen, um nochmals einen guten Trainingsblock absolvieren zu können. Schliesslich hatte ich nach meiner Aufgabe in Riva bis hierher beinahe eine komplette Pause eingelegt, um mit der nötigen Frische den langen Anstiegen und dem umfangreichen Training gewachsen zu sein. Da ich nach Gran Canaria nur an kleineren Rennen starten werde, steht mir danach genügend Zeit zur Verfügung, um mich auch in der CH anzuklimatisieren. Wer weiss, vlt. setzt sich bis dahin auch der Sommerbeginn durch…. es würde mir Vieles vereinfachen, hehe!

Happy Trails from the South!

 

03.05.2014 DNF. in Riva! Chancenlos……

Zum heutigen Rennen gibt es leider nicht sehr viel zu berichten! Kein Druck, keine Power, kein Zug… und weit entfernt von meinen Möglichkeiten! Genau so war ich heute während den ersten 2 „Renn“-Stunden grösstenteils als Solist auf der Strecke unterwegs, ehe ich das Handtuch warf und total unterkühlt ins warme Auto stieg. Ich weiss nicht, ob ich die verbleibenden 60 Km überhaupt noch geschafft hätte, denn ich war kraftlos und total blockiert. Bereits gestern hatte ich ja beinahe den kompletten Tag im Bett verbracht und erst gegen Abend fühlte ich mich wieder besser.

Heute war ich nach dem Einfahren dann doch ziemlich zuversichtlich, denn die Beine fühlten sich ganz ok an. Auch mein Ziel, an der Spitze in die erste schmale Steigung zu fahren schaffte ich ohne Probleme, doch schon nach den ersten zwei Kehren ging rein gar nichts mehr. Ich wurde von sämtlichen Spitzenfahrern (es waren ziemlich viele) durchgereicht und konnte mich nur mit grösster Mühe am Schluss der zweiten Gruppe um ca. Rang 20 festbeissen. Mein gesamtes Vorhaben löste sich somit bereits nach wenigen Metern in Luft auf und obwohl ich noch so sehr wollte und an bessere Zeiten glaubte…. sie blieben bis zum ersten Gipfel aus! Was folgte war eine kurze Abfahrt, der Waldboden war tief und das kalte Wasser führte schliesslich dazu, dass ich durch die Kälte meine Beine gar nicht mehr spürte! Alleine kämpfte ich mich noch den zweiten sehr steilen Anstieg hoch, ehe nach einer weiteren langen Abfahrt mein Tag gelaufen war. Irgendwie scheint mir der Klimawechsel und die kalten Temperaturen mit der Nässe doch etwas mehr Mühe zu bereiten, als ich angenommen habe. Dazu die ganze Reiserei… vlt. war’s einfach etwas zu viel in letzter Zeit!?

Ich war ziemlich enttäuscht und fuhr nach dem Rennen gleich zurück nach Hause in die Schweiz. Während der Autofahrt hatte ich somit genügend Zeit für mich alleine, um meine Gedanken etwas zu sammeln und mit dem Wochenende abzuschliessen. Ich war mir über die Risiken bereits im Voraus bewusst, leider ist es nicht aufgegangen! Nun werde ich ein paar Tage aussetzen, bevor ich am Mittwoch nach Gran Canaria fliegen werde. Dort steht neben Training auch noch der nächste Leistungstest auf dem Programm, vlt. wird dieser etwas Klarheit schaffen!

Ein herzliches Dankeschön ans ganze Team, die Stimmung war trotz des schlechten Wetters wie immer sehr gut und so waren es trotz Misserfolg ein paar schöne Tage in Riva, Danke!

 

02.05.2014 Riva del Garda Bike Festival! WM??!! Ein Showdown der Extraklasse!

Petrus kennt im Moment wohl keine Gnade! Auch heute regnete es den ganzen Tag ununterbrochen und die sonst so idyllische Stimmung am Seeufer des Gardasees blieb vollends verschwunden. Nachdem ich am Dienstag und Mittwoch komplett durchnässt vom Training nach Hause kam, packte ich am Mittwochnachmittag mein Zeug ins Auto und fuhr nach Riva an den Gardasee. Irgendwie lief bei mir alles wie ein Film ab, denn ich war noch gar nicht richtig zu Hause angekommen, da musste ich bereits wieder meine Sachen packen und die lange Autofahrt über den Ofenpass in den Süden fiel mir auch schon wesentlich leichter….. Etwas müde kam ich schliesslich am Abend in Riva an und traf mein Teamkollege Lukas Buchli und unsere Betreuer in der Ferienwohnung direkt am Lago.

Gestern Donnerstag stand dann ein kurzes Training (ein Wunder, es war trocken!!) auf dem Programm und danach hatten wir Einiges zu besprechen. Diesmal ging es nicht um das bevorstehende Rennen sondern um diese eine Sache, auf welche ich euch im letzten Blogg bereits angedeutet habe… die TRANSASLP! Bereits nach dem Cape Epic hatte ich Lukas darauf angesprochen, da ich bei einem meiner Lieblingsrennen auch dieses Jahr unbedingt am Start sein möchte. Obwohl sich Lukas einige Jahre nicht mehr mit diesem Rennen befasste, hatte er sich nun nach langem Überlegen für einen Start mit mir entschieden, was mich natürlich riesig freut! Wir waren uns sofort einig, dass unsere Karten gar nicht so schlecht stehen, um bei diesem Rennen Teil der Show zu sein und wir mit Sicherheit beim Kampf um die vordersten Plätze dabei sein werden. Auch unser Ausrüster Intercycle stand sofort hinter diesem Projekt und so nutzten wir den gestrigen Tag vorwiegend dazu, um die nötigen Abklärungen zu treffen und die wichtigsten Punkte zu besprechen. Lukas hatte die Transalp 2009 gewonnen, doch nach einem schweren Sturz von seinem damaligen Partner Thomas Stoll war er nicht mehr bereit, das hohe Risiko bei diesem Rennen in Kauf zu nehmen. Nun, nach 3 Jahren Abwesenheit sieht die Welt etwas anders aus und so steht das Rennen auch für mich bei der Liste der Saisonhighlights wieder ganz oben! Die genauen Infos gibt´s dann später!

 

Heute Morgen gab´s dann ein weiteres Mal einen nassen A…, doch diesmal war das Training zum Glück nicht mehr allzu lange. Morgen ist er also bereits da, der grosse Renntag und als wir unsere Startnummer abholten und einen Blick auf die Startliste warfen, da staunten wir nicht schlecht. Da das Rennen neu als UCI Rennen ausgeschrieben ist, stieg die Attraktivität der Veranstaltung unter den Profis noch einmal und so kann beinahe von einer kleinen WM gesprochen werden. Bis auf Weltmeister Sauser und ein paar wenige Ausnahmen wird Morgen die komplette Marathon-Weltelite beim ersten Klassiker in Europa am Start stehen! Die Streckenführung zählt mit ihren 94 Km und 3800 Hm zu den schwersten der ganzen Saison und es wird ein ganz harter Brocken werden! Die Bedingungen mit dem tiefen Waldboden und den steilen Betonrampen werden ihren Teil dazu beitragen! Ich starte mit der Nummer 5 ins Rennen und hoffe, dass die Müdigkeit, welch mich auch heute wieder einholte, bis Morgen verflogen ist!  Die letzten Wochen und Tage mit dem dichten Programm haben doch ein paar Spuren hinterlassen!

In ein paar Stunden wissen wir mehr! All-in! let’s go …

 

 

 

Pic by Michael Sutter

27.04.2014 Erfolgreicher Einstand in der Schweiz. Sieg beim EKZ Cup in Schwändi GL.

Tod müde war ich, die Augen fielen mir beinahe zu und ich schlief fast auf der Stelle ein…… so stand ich heute um 13.30 Uhr an der Startlinie zu meinem ersten Rennen in der Schweiz. Die besten Voraussetzungen also, um bei einem Cross Country Rennen bereit zu sein, genau da also, wo der Start so extrem wichtig ist. Zudem wartete auch noch ein Prämiensprint für die ersten 3 nach der Startrunde auf uns. Irgendwie schien mich die Müdigkeit, welche sich durch mein dichtes Programm aufgestapelt hatte, einzuholen.

Nachdem ich am Mittwoch Morgen aus Südafrika nach Hause kam, wartete ein ziemlich überfüllter Schreibtisch im Büro auf mich. Die drei Räder hatten ebenfalls einen Service nötig, als ich sie aus der Box befreite und da es so super schönes Wetter war, würgte ich am Abend auch noch eine kleine Biketour mit meinem Papa und Kollegen in den sonst schon langen Tag. Am Donnerstag wartete dann bereits wieder Training auf mich und so fuhr ich eine meiner Lieblingsrunde, über die Sattelegg und näherte mich sogar der weissen Pracht, welche noch an den Schattenhängen klebte. Am Freitag reiste ich dann nach einem frühen Training nach Sursee, wo ich mit den Verantwortlichen von Intercycle etwas die vergangene Zeit analysierte und bereits in die Zukunft blickte. Erst am Abend war ich wieder daheim und da ich das ganze Auto vollgepackt mit dem neuen Material hatte, verbrachte ich am Samstag noch einmal einen Tag beim Schrauben in meinem Radkeller……

Heute Morgen versuchte ich dann gleich nach dem Aufstehen mit einer kurzen Rolleneinheit den Motor zum Laufen zu bringen, doch irgendwie fehlte das Drehmoment. An dem änderte sich auch nach der Streckenbesichtigung nicht sehr viel und da es bereits die ganze Nacht stark geregnet hatte, war diese ziemlich aufgeweicht und dreckig. Der Start in Schwändi ist jedes Mal ziemlich schmerzhaft, da er mitten im ersten Anstieg liegt und somit spürt man schon nach wenigen Metern, wo die Laktat-Toleranz so seine Grenzen hat. Trotz Müdigkeit vertraute ich auf mein Stärke (Schnellstarter) und so befand ich mich bis kurz vor dem Ziel an der Spitze. Leider besichtigte ich die entscheidende Kurve vor dem Ziel nicht beim Einfahren und so zogen noch zwei Fahrer an mir vorbei, womit es noch zu Rang 3 beim Prämiensprint reichte. Dieser war mir eigentlich auch egal, schliesslich wollte ich das Rennen gewinnen. Dank dem Laktat war zum Glück die Müdigkeit verschwunden!

Durch den schnellen Start hatten wir uns zu Dritt bereits ein wenig vom Rest des Feldes abgesetzt und so drückte ich nach dem Sprint gleich weiter aufs Tempo. Bereits nach einer halben Runde lag ich alleine an der Spitze der Elite Fahrer. Wie immer beim EKZ Cup hiess es erstmals, die rund 2 Minuten vor uns gestarteten Amateure, Junioren und Masters einzuholen. Durch diese Situation lag ich noch nicht an der Spitze des Rennens, doch da ich nach der ersten Runde nur noch 50 Sek. Rückstand hatte, sollte es eine Machbare Aufgabe sein. Kurz vor Ende der zweiten der insgesamt sechs Runden hatte ich dann alle vor uns gestarteten Fahrer eingeholt, doch dafür konnte Lars Forster zu  mir aufschliessen. Eine kurze Zeit fuhren wir zusammen, doch gleich eingangs der dritten Runde verschärfte ich ein weiteres Mal und kam entscheidend weg. Der Abstand vergrösserte sich schliesslich auf über eine halbe Minute, doch in der letzten Runde holte mich die Müdigkeit noch einmal ein und ich fuhr in so ziemlich alles rein, was mehr als 5 cm aus dem Boden ragte. Der Höhepunkt war dann sogar noch ein Sturz, bei welchem ich mir nun auch noch das rechte Knie aufschlug…. wenigstens schmerzt es jetzt symmetrisch beim Gehen ;) ! Ich war einfach nicht mehr bei der Sache und es wurde Zeit, dass ich mich zusammen riss. Schliesslich konnte ich dann doch einen kontrollierten Sieg feiern und somit stand ich nach 2011 wieder einmal ganz oben bei einem Cross Country Rennen.

Nun muss ich schauen, dass ich bis Riva wieder in Vollbesitz meiner Kräfte und Konzentrationsfähigkeit bin, denn bei den bevorstehenden 4 Rennstunden werde ich mit einer solchen Fahrweise nicht bis ins Ziel kommen! So wie’s aussieht werde ich am kommenden Mittwoch die Reise an den Gardasee machen, damit ich mich optimal aufs Rennen vorbereiten kann. Ausserdem habe ich mit einem meiner Teamkollegen noch eine sehr wichtige und coole Sache zu besprechen, mehr dazu gibt’s dann im nächsten Blogg!

Pic by Michael Sutter

22.04.2014 Frohe Ostern…. ein Sieg zum Abschluss….. die Heimat ruft!

In ein paar Stunden werde ich die lange Heimreise antreten (Nachtflug von 19 Uhr bis 6 Uhr Morgens!). Es bleibt mir also noch ein wenig Zeit, um die letzten Stunden an der Sonne zu geniessen und mich von Südafrika zu lösen. 12 Wochen habe ich nun hier verbracht….. eine sehr lange und intensive Zeit neigt sich dem unmittelbaren Ende zu! Meine Festplatte wurde um viele Eindrücke, Bekanntschaften, Erlebnisse, Erfahrungen, Wissen und vielem mehr erweitert und ich bin allen sehr dankbar, die mir diese Zeit ermöglicht und mich auf meinem Weg begleitet haben! Durch das intensive Programm stecken mir bereits 21 Renntage in den Beinen und unzählige Trainingskilometer, welche ich stets unter perfekten Bedingungen absolvieren konnte. Dass ich das Ganze beim Epic nicht in ein Resultat umwandeln konnte, daran „nage“ ich noch immer. Doch ich blicke auch zuversichtlich in die Europäische Marathonsaison und ich hoffe, dass ich von der Zeit in Südafrika auch in Europa profitieren werde.

Am vergangenen Osterwochenende fuhren wir am Freitag noch nach Langebaan, ein Feriendomizil der Einheimischen inmitten des West Coast Nationalparks. Die kleine Ortschaft liegt am Ufer einer riesigen Lagune und ist im Stil von „klein Mykonos“ aufgebaut (Griechisch also). Die Zweistündige Autofahrt hatte sich mehr als gelohnt, doch leider war unser Aufenthalt nur für eine Nacht und somit von relativ kurzer Dauer. Da auch noch Training an stand, waren die zwei Tage wieder mehr als vollgepackt. Am Sonntag stand ich dann um 8.30 Uhr beim Start zum Delta Trap, meinem letzten Rennen vor der Heimreise. Die Strecke umfasste 20 flache Kilometer mit einem kleinen Anstieg und wir hatten 3 Runden zu fahren. Die Besetzung war nicht sehr stark und und so setzte ich mich bereits nach 10 Km in der ersten Runde ab und fuhr die restlichen 50 Km alleine einem sicheren Sieg entgegen. Die Beine drehen zwar wieder ganz ok, doch die Sturzfolgen bereiten mir noch immer grosse Schwierigkeiten. Zum Einen sind da immer noch die Schmerzen in der Hand, welche ich mir beim Sturz auf der ersten Cape Epic Etappe zugezogen habe, doch noch viel schlimmer ist mein linker Oberschenkel. Die Prellung ist noch immer gut zu sehen und ein grosser Teil beim Leistenansatz noch fast komplett taub und voll Wasser! Ich werde am Mittwoch zu Hause sofort zum Untersuch und hoffe, dass ich keine ernsthafte Verletzung habe.

Am Sonntag steht eigentlich bereits das nächste Rennen (diesmal in der Schweiz) an. Ich hoffe also, dass mein Bein den langen Flug gut übersteht und ich bis am Sonntag noch ein paar Fortschritte in der Genesung machen kann.

So…. jetzt noch kurz alles in die Taschen „stopfen“ und dafür sorgen, dass auch die Bikes einen angenehmen Flug kriegen, schliesslich hatten sie ihren Job während der ganzen Zeit perfekt erfüllt!

Switzerland’s calling!

Nach einem langen Training auf den Kiesstrassen sah ich beinahe selber aus wie der Osterhase!

17.04.2014 UCI Cross Country Worldcup Pietermaritzburg!

Knapp verdurstet, eine Bruchlandung, Staub gefressen, Urlaubsstimmung und Formaufbau…. eine Woche im Zeitraffer!

Nachdem ich nach dem Cape Epic eine ruhige Woche und ein rennfreies Wochenende in Stellenboch verbracht hatte, startete ich wieder motiviert mit dem umfangreicheren Training. Die erste Fahrt am Dienstag, rund 9 Tage nach dem Rennen endete aber ziemlich notdürftig mit dem „Abschleppdienst“. Der Grund dafür war eine gesperrte Strasse irgendwo im Nirgendwo. Ich probierte eine neue Strecke aus und diese führte rund 125 Km an keinem einzigen Shop oder Dorf vorbei. Ich befand mich sprichwörtlich im Abseits und da meine zwei „Wasserkanister“ gerade mal zusammen 1.5 Liter fassen, könnt ihr euch etwa vorstellen, wie es einem nach 4 Std. Training in der Hitze geht. Eigentlich wollte ich eine langgezogene Runde fahren, doch durch die Strassensperre nach gut 3/4 der geplanten Strecke kam ich danach beinahe wieder bei der Hälfte raus. Mir war klar, dass ich mich bereits beim ersten Training total abschiessen würde und so rief ich Hilfe. Beinahe am selben Punkt wie beim Rennen in Tulbagh angelangt stieg ich komplett dehydriert ins rettende Auto, welches mich sprichwörtlich vor dem Verdursten rettete! TIA (this is Africa) halt!

Am Mittwoch flogen wir dann am Vormittag nach Durban und von dort ging’s mit dem Auto nach Pietermaritzburg. Ein kurzer Stopp am Strand von Durban liessen wir uns nicht nehmen und so erreichten wir rechtzeitig zum Abendessen unsere Unterkunft. Diese lag an einem unbeschreiblich schönen Ort, ca. 15 Km ausserhalb der Stadt an einem kleinen Hügel mit einer genialen Aussicht auf den Albert Falls Dam (Stausee). Ausser unserer Unterkunft (Schweizer Besitzer), war weit und breit einfach nichts ausser weites Farmland zu sehen, von Zivilisation keine Spur!

Am Donnerstag fuhren wir dann zur Cross Country Strecke nach Pietermaritzburg. 2008 fuhr ich meinen letzten Worldcup in Dalby Forest (GBR), eine lange Zeit also und ich war gespannt, was mich erwarten würde. Als Junior fuhr ich zudem in Offenburg (D) und SPA (BE) sowie die EM Strecke in der Türkei und die WM in Schottland. Dies waren allerdings die letzten Rennen auf der grossen Bühne des Cross Country Sports. Die „neuen“ Weltcup Strecken kenne ich nur aus dem TV und bereits nach den ersten Metern auf der Strecke war ich mir bewusst, dass sich dieser Sport ziemlich krass verändert hatte. Rock Garden mit riesigen Steinblöcken, Meterweite und Hohe Sprünge und viele weitere künstlich gebaute Hindernisse erwarteten die Fahrer. Dinge, die ich so noch nie fahren musste, weil ich es in der Natur noch nie angetroffen hatte. Dinge, die im Marathonsport nie vorkommen und Dinge, an denen ich persönlich auch keinen Spass habe. Ein 2 Meter Sprung in der Hälfte der Runde wurde mir dann prompt zum Verhängnis. Ich fuhr etwas zu schnell darauf los, flog einen guten Meter zu weit und erwischte damit die folgende Kurve nicht mehr. Das Ergebnis war extrem schmerzhaft, denn ich landete ungebremst in einem Steinhaufen, wo ich mit dem Oberschenkel direkt auf einen Stein flog. Zuerst dachte ich, dass ich mir etwas gebrochen hatte, doch nach einem Check schien alles noch „ganz“. Trotzdem, für mich war’s das gewesen und stinksauer verliess ich auf der Stelle den Kurs.

Klar, die Strecke ist nach genauer Inspektion sicherlich gut fahrbar und kann auch Spass machen. Trotzdem muss man als Fahrer auf solchen Strecken ein sehr hohes Risiko eingehen und die Chance, dass man sich bei einem Sturz ernsthafte Verletzungen zustösst, ist sehr gross. Künstlich gebaute Rockgardens und Sprünge sehen zwar für die Zuschauer spektakulär aus, doch beginnt man einmal einen Fehler oder verfehlt die Linie, fliegt man ungebremst in die Steine. Dabei gibt es sicherlich ein gutes Foto, doch die Schmerzen und Folgen, mit welcher sich der Fahrer anschliessend auseinander setzt, sind auf Bildern nicht zu sehen!

Nach langem Kühlen und 2 stündigem Abbinden des Oberschenkels konnte ich am Nachmittag mein geplantes Training schliesslich doch noch mit grossen Schmerzen durchführen. Am Freitag und Samstag trainierte ich dann mein komplettes Programm auf der Strasse und den Grawelroads. Die Gegend rund um Pietermaritzburg kannte ich ja bereits ein bisschen vom vergangenen Oktober, doch da diesmal das perfekte Wetter herrschte und ich auch umfangreich trainieren konnte, sah ich für mich neue Gebiete und konnte es richtig geniessen. Auf den Offroadstrassen begegnet man nur sehr selten einem Auto oder Lastwagen und so hatte ich die meiste Zeit meine Ruhe. Trotzdem sah ich nach einem mehrstündigen Training aus wie „paniert“. Denn kommt dann doch einmal so ein Truck daher, „frisst“ man zwangsläufig für ein paar Minuten Staub… genau so sieht man dann halt auch aus!

Am Sonntag war er dann da, der Renntag und ich befand mich bereits im 9 Uhr in der Feedzone, wo ich beim ersten Rennen als Betreuer bereit stand. Auch beim Frauen Rennen stand ich in der Zone und verpflegte unsere Wheeler Pro Fahrerin Esther Süss. Bei den Elite hatte ich dann „frei“ und so konnte ich meine Kollegen für einmal als Zuschauer anfeuern. Obwohl es allesamt sehr spannende und coole Rennen waren, sah ich auch viele Bilder von verletzten Fahrern und einige sehr krasse Stürze. Alles in allem war es ein sehr aufschlussreiches Erlebnis, denn ich fühle mich in meiner Entscheidung (voll und ganz auf den Marathonsport zu setzen) bestätigt und bin froh, dass ich für einmal „nur“ Zuschauer war!

Am Montag ging die Reise dann bereits um 4 Uhr morgens zurück nach Stellenbosch. Nun trainiere ich nochmals die letzten Tage hier, bevor ich am kommenden Sonntag mein letztes Rennen vor meiner Heimreise fahren werde. Gibihm!

Pic by Martin Bissig

02.04.2014 Was nun?

Es hatte nicht sollen sein……. doch wieso es mich bereits wieder getroffen hat, weiss ich nicht. Mit der Überquerung der Ziellinie beendete ich nicht nur die Cape Epic, sondern auch eine intensive Zeit in Südafrika. Da ich mittlerweile etwas älter bin, als bei meinem ersten Start vor 3 Jahren und ich in der Zwischenzeit auch mehr Erfahrung gesammelt habe hoffe ich, dass ich die kommende Zeit in ein etwas weniger tiefes Loch fallen werde als bisher. Seit ich hier in Stellenbosch bin, hatte ich durch das Epic stets einen immensen Antrieb, ein Ziel vor Augen und das Aufbautraining lief wie von selbst. Nun habe ich das Rennen zwar zu Ende gefahren, doch am Ende stand kein Resultat, auf welches ich zurück schauen kann und der Erfolgsmoment der für einen Sportler so wichtig wäre blieb aus. Trotzdem konnte ich sehr viel Positives aus der vergangenen Woche mitnehmen. Das Resultat erhielt ich zwar nicht in Form einer Zahl, dafür bekam ich von meinem Körper ein Ergebnis, welches mich in meiner Vorbereitung bestätigte und gezeigt hat, dass ich mich gut an die Umstellung im Training gewöhnen konnte.

Am Sonntag Abend fühlte ich mich überhaupt nicht gut und so verpasste ich die „Stage 9“ und lag halb krank im Bett. Am Montag ging’s dann zwar nicht wirklich besser, doch auf die Abschlussfeier auf dem Meerendal Wine Estate konnte ich nicht verzichten. Unser Teamsponsor lud zu einem Gala-Abend viele Sponsoren sowie einige Pro Fahrer des Cape Epic’s zu einem gemeinsamen Abendessen ein. Dazu wurden bei einer Auktion diverse Sachen versteigert (zB. die Bikes von Sauser & Frantisek) wobei der Erlös (ca. 350’000 Rand) an die Songo-Stiftung gespendet wurde! Dieser Abend war gleichbedeutend der Abschluss des Cape Epic’s 2014. Die Hauptorganisatoren werde ich voraussichtlich erst in einem Jahr wieder sehen, die meisten Fahrer dagegen schon sehr bald wieder beim Saisonauftakt in Europa in Riva del Garda!

Damit ich nicht in das erwähnte „mentale Loch“ fallen werde, habe ich mir bereits ein cooles Programm zusammengestellt, bei welchem ich mir in den kommenden Wochen wieder den nötigen Feinschliff geben kann! In dieser Woche steht vor allem die Erholung an erster Stelle, danach fliege ich an den Weltcupauftakt im Cross Country nach Pietermaritzburg. Dort werde ich allerdings nur als Betreuer, Fan und Zuschauer dabei sein. Danach reise ich noch einmal nach Stellenbosch, wo ich am Ostersonntag mein letztes Rennen während meines Südafrika Aufenthaltes bestreiten werde. Am 22.4 werde ich nach Hause fliegen und danach mit dem EKZ Cup Auftakt in Schwändi das erste Rennen in der CH fahren. Gleich anschliessend reise ich nach Riva an den Gardasee zum Frühjahrsklassiker und danach werde ich noch eine Trainingswoche auf Gran Canaria einlegen. Wie ihr seht, steht erneut ein dichtes Programm bevor! Auch für den Oktober und November sind bereits jetzt neue und grosse Projekte in Planung, diesen werde ich mich in dieser Ruhewoche widmen können und alles genau planen und organisieren!

Als erstes muss ich jetzt vor allem die hartnäckige Erkältung weg kriegen. Das Timing der „Rotznase“ hat ja super gepasst!

Stay tuned!

30.03.2014 Cape Epic zum Dritten!

„Ach du Scheisse“…. dachten sich heute sicherlich die Meisten, denn pünktlich um 7 Uhr fing es so richtig an zu regnen! Somit stand bereits der dritte Tag bei der diesjährigen Epic im Regen bevor! Ich fand mich bald einmal damit ab, denn eigentlich hatte ich ganz andere Probleme. Irgendwie ging es mir nach der gestrigen Etappe plötzlich nicht mehr so gut. Ich zog mir eine starke Erkältung ein und hatte eine ziemlich zähe Nacht hinter mir, bei welcher ich alles andere als schlafen konnte. Die Beine waren aber glücklicherweise noch ganz oke und so lag das einzige Handicap darin, dass ich am Anfang kaum Luft bekam. Wir „Outcaster“ mussten erneut im Startblock C starten, doch diesmal betrug unser Rückstand nur 10 Minuten. Da gestern kein weiteres Pro-Team ausgestiegen ist, waren wir wieder dieselben 6 Fahrer, die das Spezialtrikot tragen durften.

Schon am ersten Anstieg holten wir die letzten Fahrer des Blockes A & B ein und somit waren unsere Überholungskünste bereits sehr früh gefragt. Unser „Radio-Tour“ (Hermida) war auch heute wieder bestens gelaunt, einzig Buchli wurde sein Gequatsche zu viel und so fuhr er uns davon. Da weder Huber, Hermida, Lill & Nissen wirklich Lust auf schwere Beine hatten, fuhren wir geschlossen in zügigem Tempo weiter. I einer längeren Schiebepassage verlor Lill dann den Kontakt, er hatte sich am Knöchel verletzt und hatte grosse Mühe mit Laufen. So fuhren wir schliesslich als geschlossene 4 er Mannschaft bis ins Ziel. Die Etappe kannte ich bereits aus der Vergangenheit und glücklicherweise hatte es auf dem letzten Streckenabschnitt auch noch aufgehört zu regnen! Somit herrschte bei der Zieleinfahrt eine geniale Stimmung und da wir um keine Ergebnisse mehr sprinteten, konnten wir die letzten Meter in vollen Zügen geniessen!

Nach etwas mehr als 3 Rennstunden erreichte ich bereits zum dritten Mal das Ziel beim Cape Epic und zum zweiten Mal stehe ich bei der Liste der Outcast-Fahrer zu oberst. Im Ziel brauchte ich dann zuerst ein paar Minute, um mit der Situation fertig zu werden! Nun ist das Cape Epic 2014 also tatsächlich bereits wieder Geschichte! Wie’s weiter geht und was meine Pläne in den kommenden Tagen / Wochen sind, erzähle ich euch am Dienstag!

29.03.2014 „outcast“ -Express on the Road! Der angenehmste Tag mit einer Startnummer am Bike!

Da sich die Liste der Outcast-Fahrer gestern mit Jose Antonio Hermida um einen weiteren Weltklassefahrer erweiterte und die Organisatoren keine Solofahrer mehr an der Spitze wollten, mussten wir heute alle im Startblock C starten. Ein cooles Bild, denn es erhalten ja nur die UCI Fahrer ein solches Trikot und so wurden wir (Huber, Buchli, Hermida, Lill, Gathof, Nissen & ich) vor dem Rest des Startblockes C aufgestellt. Der Startschuss fiel somit erst um 7.15 Uhr und somit hatten sie uns bereits unaufholbare 15 Minuten aufgebrummt. Obwohl wir das Tempo am Anfang ziemlich tief hielten, waren wir schon nach kurzer Zeit nur noch zu sechst unterwegs. Ein cooles Bild und auch die Zuschauer hatten ihren Spass daran! Leider verging uns dieser dann nach der ersten Verpflegungsstelle, denn da holten wir die hintersten Fahrer des Startblockes B ein. Die heutige Etappe wäre schlicht genial gewesen, denn sie führte den grössten Teil auf unbeschreiblich coolen Singletrails! Zwischen Km 20 und 60 waren wir jedoch die meiste Zeit damit beschäftigt, Fahrer zu überholen. Trotz der Hektik blieb unser Zug bis auf Lill komplett und als es auf die letzten 25 Km ging, hatten wir durch die grossen Abstände schlussendlich doch noch genügend „Platz“, um einen Gang höher zu schalten und über die Trails zu heizen! Geschlossen erreichten wir nach knapp 4 Std. Fahrzeit das Ziel und somit trennen mich nun noch genau 69 Km bis zur Ziellinie in Lourensford!

Während der heutigen Etappe vergass ich beinahe, dass ich eigentlich gerade das „härteste“ Mountainbike Etappenrennen der Welt bestreite. Bereits gestern verbrachte ich mit Huber ein paar gemütliche Stunden auf dem Bike und da heute mit Hermida der wohl grösste „Entertainer“ der Bikeszene dabei war, wurde uns nie langweilig!

Unter diesen Umständen kann ich das Epic nun in vollen Zügen geniessen und es macht mir auch nichts mehr aus, dass einem die Streckenführung auch heute wieder während der meisten Zeit „Prügel“ verpasst! Das Bike steckte bislang alles weg und ich bin mir sicher, dass wir zusammen auch noch den letzten Tag hinter uns bringen! Denn spätestens dann hat auch das Material den grössten Härtetest bestanden!

 

Was mache ich eigentlich den ganzen Tag so, wenn ich nicht auf dem Bike sitze? Vielleicht fragt ihr euch das manchmal und ich würde euch gerne kurz einen typischen Tagesablauf schildern.

5 Uhr: Kurz den Wecker verfluchen, dann Augen reiben und Löffel mit dem am Vorabend gekochten Müsli in den Mund! (Müsli bestehend aus Haferflocken, Datteln, Proteinpulver, Banane, normale Flocken mit Nüssen und Wasser), anschl. nochmals 30 Min. dösen

7 Uhr Start: Davor noch Bike-checken (Luftdruck-Kontrolle), kurzes Einfahren und je nach dem ein paar „Sitzungen“

12 Uhr Zieleinlauf, Recovery-Shake (gleich als erstes), anschliessend kurz ein Snack, dann duschen und danach 1 Std. Massage

14 Uhr: Mittagessen (zweites Müsli), anschliessend 45 Min. Powernap, danach Rennbericht schreiben (zT. Kampf um Internet führen) und Kaffee trinken

18 Uhr: Abendessen, davor noch Flaschen richten und abgeben

19.30 Uhr: Nummer anheften, alles bereit machen für den nächsten Tag, Müsli kochen

21 Uhr: Sandmännchen ruft, gute Nachtgeschichte ausdenken

Ich möchte an dieser Stelle auch einmal ganz herzlich meinen Mechanikern und Masseuren danken! Da wir im Meerendal-Team sehr viele Fahrer sind, braucht es auch dementsprechend viel „Staff“! Während die Masseure von ca. 14 Uhr bis 21 Uhr am massieren sind, richten die Mechaniker die ganzen Bikes. Bei den ersten Etappen mit dem ganzen Regen wurde bei meinem Bike so ziemlich Alles ausgetauscht und neu gemacht (alle Kabelzüge, neue Kurbelblätter, Kette, Kassette, Bremsanlagen und Reifen), dazu kommt ein täglicher Gabel & Dämpfer Service bei DT Swiss! Bei unseren Mechaniker wurden bei den ersten zwei Etappen die Lichter um 2 Uhr in der Nacht gelöscht! Um 6 Uhr standen sie wieder bei unserem Wohnanhänger und begleiteten uns zum Start, ebenso das Massage-Team! Wie ihr seht, verlangt dieses Rennen nicht nur von den Fahrern Alles ab, sondern auch von den ganzen Leuten die uns den bestmöglichen Support bieten! Für das Team-Meerendal war dieses Epic in dem Ausmass die Premiere und ich würde sagen, dass es ein beinahe perfekter Auftritt war! DANKE!

So, jetzt ziehen wir noch einmal durch und dann wäre auch das Cape Epic 2014 bereits wieder Geschichte!

Pic by Martin Bissig

28.03.2014 Ein „Brunch“ bei der Feedzone 2! Dazu kam noch ein Déjà vu!

Die heutige Etappe sollte die Königsetappe mit 115 Km und knapp 3000 Hm darstellen und siehe da, sie wurde ihrem Ruf meiner Meinung nach gerecht. Ziemlich genau 5 Std. brauchten wir und während wir die letzten Tage vor allem mit dem Wasser von oben gekämpft hatten, brannte heute die Sonne gnadenlos auf den Deckel! Die ersten 40 Km waren super schnell auf einer breiten Kiesstrasse, trotzdem blieb das Feld lange Zeit kompakt und so hatte ich oftmals Probleme, im Staub den Durchblick zu halten. Irgendwann kam sie dann doch, die entscheidende Welle, welche schliesslich die Spitzengruppe bildete. Nach dem gestrigen Aus von Bulls trug heute auch Huber das Outcast Trikot und so waren wir bereits 4 starke Fahrer in denselben Farben. Anders als gestern versuchten wir uns diesmal komplett aus dem Rennen zu halten und so hingen wir die ganze Zeit am Ende der Gruppe. Neben Huber und mir waren auch noch Lill und Gathof dabei. Nach knapp 50 km folgte dann der Hauptanstieg des Tages und da zerriss es die ganze Gruppe. Ich suchte meinen eigenen Rhythmus, denn irgendwie fehlte mir heute die Motivation, um ans Limit zu gehen. Huber und Lill fuhren etwas weiter vor mir, doch als ich nach 70 Km in die zweite Feedzone kam, da wurden wir (Outcaster) alle raus genommen.

 

Ganze 12 Minuten wurden wir angehalten, damit uns die ersten Top 10 Teams alle überholen konnten. So hatte ich für einmal Zeit, die „Delikatessen“ (hahaha) der Feedzone zu degustieren, die Brille zu putzen und ein paar Liegestütze für die Zuschauer zu machen. Anschliessend fuhren wir zu viert (Huber, Gathof, Lill und ich) noch die restlichen Kilometer bis ins Ziel. Wirklich Tempo machten wir diesmal nicht mehr und so hatte ich während 1,5 Std. Zeit, mit meinem ehemaligen Teamkollegen etwas zu fachsimpeln. Ironischerweise folgte heute als letzter Anstieg der Grönlandberg, genau da stürzte ich vor 3 Jahren folgenschwer und musste danach 20 Km mit gebrochenem Rahmen ins Ziel laufen. Heute fuhr ich erneut mit Huber über den Berg und da das Finish ebenfalls dasselbe war, fuhren wir auch die Steilwandkurven, bei welchen sich Huber damals auch noch den Arm gebrochen hatte! Verrückte Welt… nicht?

Irgendwie geht es mir wieder richtig gut und ich kann die ganze Stimmung und auch die harte aber schöne Strecke für einmal in vollen Zügen geniessen! Nun liegen „nur“ noch zwei Etappen vor mir und ich bin mir sicher, dass mir auch auf den verbleibenden Km der Spass nicht abhanden kommt! Das Epic ist trotz allem einfach doch ein „geiles“ Rennen!

Gibihm!

27.03.2014 Outcast, ein unspektakulärer Tag in den weiten Feldern Südafrikas!

Es dauerte gestern lange, bis ich endlich mit Hannes reden konnte. Er wurde noch am Abend unter Vollnarkose operiert und blieb die Nacht im Krankenhaus. Es war nicht gerade einfach, das Licht in unserem Wohncontainer zu löschen und einzuschlafen, denn es fehlten die dummen Sprüche der letzten Tage und die Diskussion über die Taktik der kommenden Etappe! Trotzdem schlief ich irgendwann ganz tief und fest! Schliesslich hatten mich per Telefon die Leute wieder aufgebaut, die mir persönlich am nächsten stehen!

Während ich heute um 5 Uhr mein Müsli runter drückte, checkte ich nebenbei mein Telefon und da war ich schlicht überwältigt von all den aufmunternden Nachrichten! 1000 Dank für Alles!

Als ich nach dem Essen meine Nummer an mein neues Outcast Trikot heften musste, überkamen mich dann doch die ganzen Emotionen und ich brauchte ziemlich lange, bis ich mich wieder gefangen hatte. Ich hatte zum Glück nicht viel Zeit um lang rum zu heulen, denn schliesslich sollte ich um 7 Uhr am Start stehen! Bereits beim Nachtessen war ich mir 100 % sicher, dass ich auch dieses Epic zu Ende fahren werde, ich lasse mich schliesslich von diesem Rennen nicht so einfach fertig machen und bis jetzt habe ich es auch jedes Mal ins Ziel geschafft! Aufgeben und davon laufen ist immer der einfachste Weg und für mich eigentlich keine Option! Wenn ich mit einem solchen Rückschlag wie gestern nicht fertig werden würde, müsste ich mir sowieso Gedanken machen, denn dies ist das Leben eines Leistungssportlers und gehört ganz einfach zum Geschäft. Die Höhen und Tiefen liegen manchmal ganz eng beisammen und der Sturz von Hannes geschah zu einem Zeitpunkt, bei welchem alle 100 % am Limit waren. Es hätte eine Rennentscheidende Situation sein können und da bewegt man sich eben oftmals an einem schmalen Grat der Risikobereitschaft. Pokal oder Spital, dafür ist Hannes bekannt und dies zeigt eben auch, dass er immer bereit ist, ans Limit zu gehen und sein Maximum zu geben….. Profisportler aus Leidenschaft halt!

Die heutige Etappe ist relativ schnell erzählt. Ich befand mich stets in der Spitzengruppe, doch irgendwie schien daran niemand mehr Freude zu haben und ich wurde zurück geordert. Schliesslich fuhr ich die letzten 30 Km mein eigenes Tempo und genoss noch ein wenig die Landschaft, welche heute genial war! Beim Teammanagers-Meeting nach dem Rennen wurde nun ausgemacht, dass ich und auch die anderen Einzelfahrer nicht mehr mit der Spitze mitfahren dürfen und so werde ich es die kommenden Tage etwas ruhiger nehmen müssen. Gar nicht so einfach, denn der Motor läuft noch immer sehr gut. Gestern hatte ich nebenbei noch meine effektive Fahrzeit gecheckt und da stellte ich fest, dass ich auf 100 Km Einzelfahrt im Gegenwind gerade mal 15 Minuten langsamer war, als die Spitze und dies, obwohl ich die ganzen Fahrer dazwischen überholen musste und auch keine Rennverpflegung mehr zu mir nahm.

Hannes ist heute Nachmittag wieder ins Camp zurück gekehrt und konnte wieder lachen. Es scheint ganz so, als würde es mir heute Abend nicht mehr langweilig und ich bin mir sicher, dass es trotz der traurigen Situation wieder zu dummen Sprüchen kommen wird!

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für den Support von meinem Team, meinem Teamchef, meiner Familie, meiner Freundin und euch allen bedanken! Dass ich mit 25 Jahren bereits meine dritte Cape Epic und meine achte 8-tägige Rundfahrt fahren kann, wird mir vlt. in Zukunft irgendwann den ein oder anderen Vorteil verschaffen und ich bin mir sicher, dass ich eines Tages auch dieses Rennen besiegen werde! Ich habe ja noch ein paar Jahre Zeit dafür! Es ist ja im Grunde genommen nur ein Bikerennen!

Hier noch ein Link zu einem schönen Bericht und den Sturz von Hannes hatte ich ja auch auf meiner GoPro Kamera, da ich direkt dahinter fuhr!

www.watson.ch/Velo/articles/401487081-Wieso-dieser-Mann-so-schreit%2C-hat-die-Videokamera-des-Teamkollegen-gefilmt.-Ist-nichts-f%C3%BCr-schwache-Nerven

 

26.03.2014 Out!

Gestern habe ich euch von den gebogenen Büschen erzählt. Welche Stimmung heute bei mir herrscht und wie es mir geht, brauche ich wahrscheinlich nicht genau zu erklären. Wie schon bei meinen vergangenen zwei Cape Epic’s muss ich erneut mit einer Situation zurecht kommen, die mich innerlich kaputt macht und mit der ich fast nicht fertig werde! Drei Monate Vorbereitung, ein Haufen Arbeit, unzählige Tropfen Schweiss, Freude, Hoffnung…. heute wurde alles in einem Moment, einer winzigen Sekunde vernichtet.

Nach dem gestrigen Tag befanden wir uns an einem Ort, welchen wir uns im Vorfeld nicht zugetraut hatten und noch viel mehr wurde uns gar bewusst, dass es mit unserer Fahrweise am Ende evtl. zu viel mehr reichen würde, als unser angestrebtes Maximalziel! Trotzdem wollten wir die Fahne noch tief halten und wir waren uns nach den zwei Stürzen von Hannes gestern sowie meinem vom zweiten Tag auch im Klaren, dass wir nicht immer Glück haben würden. Dass der vierte Crash dermassen verheerend und schmerzvoll enden würde…… war einfach nur Pech!

Gleich von Beginn weg versuchten wir an der Spitze präsent zu sein und unsere Ambitionen klar zu machen. Ich hielt mich die ersten 15 Km stets in den ersten 5 Positionen auf und als Sauser gleich im ersten Schotteranstieg die Karten auf den Tisch legte, waren wir beide zur Stelle. Während Sauser an der Spitze über den ersten Anstieg sprintete, konnten bis auf Schurter nur Bulls 1, Topeak und wir als komplettes Team folgen. Die folgende Abfahrt war steinig und hatte auf der rechten Seite einen tiefen Graben. Hannes fuhr unmittelbar vor mir, doch es ging dermassen schnell, dass ich nicht genau mitbekommen konnte, weshalb es ihn in den Graben schlug. Alles was ich sah war einer der krassesten Stürze, den ich je gesehen habe. Hannes ganze rechte Seite war aufgerissen, das Trikot komplett zerfetzt, doch irgendwie stand er schnell wieder auf den Beinen. Ich checkte das Bike, doch da fehlte der Sattel. Buchli war glücklicherweise rasch zur Stelle und so konnten wir in kürzester Zeit die Sattelstütze tauschen und weiter fahren. Leider ging es Hannes gar nicht gut, doch wir hatten eh keine Wahl als weiter zu fahren. Als es nach ein paar Km auf eine breite Kiesstrasse führte, konnte ich das erste Mal zu Hannes schauen und auf die rechte Seite fahren. Ich traute meinen Augen nicht. Aus seinem Unterarm lief das Blut wie Wasser aus einer tiefen Wunde gleich beim Ellbogen. Auch das Bein war aufgeschlagen und nach wenigen Minuten war das ganze Bike voll Blut gespritzt. Wie ich euch gestern schon geschildert habe, befindet man sich eben meist im Nirgendwo und so mussten wir so schnell wie möglich zum nächsten Streckenposten kommen. Dieser kam dann zum Glück relativ schnell und auch ein Pickup war vorhanden. Doch statt Hannes aufzuladen fuhr er davon um per Funk Hilfe zu holen (er hatte an seiner Stelle keinen Empfang)!!!!

Ich war nahe am Ausrasten, denn ausser einem weiteren Marshall waren wir nun alleine! Hannes konnte sich auf einen Stuhl setzen, doch das Blut lief weiter aus seinem Arm und wir hatten nichts geeignetes dabei, um ihm den Arm zu verbinden! Nach einer halben Ewigkeit kam der Pickup zurück und teilte uns mit, dass die Ambulanz unterwegs sei! Es dauerte rund 25 Minuten, bis sie eintrafen. Buchli & Stauffer waren glücklicherweise früher da und bewiesen die grösste Kameradschaft und halfen so gut es ging! Nach dem ersten Schock setzten bei Hannes die Schmerzen ein und so langsam trat er auch weg. Wir legten ihn hin und da war sie endlich da, die Rettung! Etwas spät, dafür mit einem Grossaufgebot! Nun war Hannes in den richtigen Händen und wir setzten schliesslich die Fahrt fort!

Somit war für uns das Rennen vorbei und ich als „Outcast“ Fahrer unterwegs! Bis zur ersten Verpflegung fuhr ich mit meinen Teamkollegen weiter, danach brauchte ich Zeit für mich und fuhr alleine davon. 80 einsame Kilometer lagen noch vor mir! Ich empfand nur eine riesige Leere in mir, die eigentlich so wunderschöne Landschaft nahm ich nicht wirklich war und auch der starke Gegenwind machte mir nichts mehr aus. Bis ins Ziel überholte ich hunderte von Fahrern und in jedem Gesicht stand eine eigene Geschichte der vergangenen 4 Renntage! Ich war gerade dabei, eine der schlimmsten Geschichten zu verarbeiten! Schliesslich kam ich nach 5,15 Std. alleine ins Ziel, nach einer gefühlten Weltreise!

Nun ist sie weg, die geglaubte Chance für einen Podestplatz, vorbei die Möglichkeit, unser Können zu beweisen, ein Resultat zu machen und Teil der grossen Show zu sein! Doch eigentlich spielen solche Sachen im Moment keine Rolle! Es gibt Wichtigeres und zwar die Tatsache, dass es Hannes einigermassen gut geht! Er wurde heute Nachmittag in einem Spital operiert und wird die Nacht auch noch dort verbringen müssen! Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute, die vergangenen Rennstunde an seiner Seite hatten eigentlich so viel Spass gemacht und auch in unserem Wohncontainer hatten wir eine geniale Stimmung!

Wie es für mich weiter geht weiss ich noch nicht genau. Es stehen 4 weitere Renntage vor mir, doch ob ich mir die Nummer nochmals ans Bike montiere, weiss ich im Moment noch nicht! Dazu kommt, dass mein Knie von meinem Sturz immer mehr Schmerzen macht und auch geschwollen ist. Einmal mehr muss ich mich aufraffen und das Stehaufmännchen spielen! Eigentlich bin ich bereit dazu, es braucht nur extrem viel Kraft! Kraft, welche mir meine Freundin, meine Eltern und ihr alle da draussen eigentlich genügend gibt! Ich stand ja in der Vergangenheit schon oft an dieser Stelle (vor allem beim Epic) und bis jetzt hatte ich das Ziel noch jedes Mal erreicht! Eigentlich gibt es nur eine Option! Full Gaz und keep pushing hard! Machen wir das Beste draus!

 

 

25.03.2014 Rang 4 auf der zweiten Etappe! Kein Rennglück…

Zum Glück befindet man sich bei den Rennen in Afrika meistens ziemlich im Nirgendwo, fernab jeglicher Zivilisation und so kann man dem Frust auch freien Lauf lassen. Zwar haben sich für kurze Zeit die kleinen Büsche etwas gebogen, doch spätestens als der Kameramann neben mir stand, hatte ich mich wieder eingekriegt. Ändern konnte ich an der Tatsache, dass wir uns dank meinem platten Hinterreifen nach 70 Km gerade aus der Spitzengruppe verabschieden mussten, eh nichts! Auch die Chance auf einen Podestplatz war logischerweise futsch, dabei lief doch eigentlich alles perfekt….

Der Regen fiel beinahe am Stück vom Himmel, als uns der Wecker um 5 Uhr aus dem Schlaf holte und die Motivation hielt sich bei den Meisten ziemlich sicher in Grenzen! 2012 durfte ich die erste Erfahrung machen wie es ist, in Afrika ein Rennen im Regen zu fahren. Die zweite Bekanntschaft machte ich im letzten Oktober, als mir bei einer verregneten Woche am Cape Pioneer zum Saisonschluss der Rest gegeben wurde! Naja, wirklich lustig sind diese Bedingungen eigentlich nirgends auf der Welt, doch durch meine Erfahrungen (ich könnte auch gerne dafür verzichten) war ich bestens vorbereitet und konnte mich am Start auf die bevorstehenden 103 Km lange „Dreckschlacht“ einstellen!

100 Meter nach dem Start ging’s dann bereits los, die Brille brachte schon mal gar nichts mehr und wir fuhren beinahe blind durch den Morast! Die grösste Challenge in der Startphase bestand darin, den Überblick zu behalten und vor allem Hannes nicht aus den Augen zu verlieren, schliesslich sahen nach wenigen Metern alle gleich aus…. braun und „zugeschissen“ von oben bis unten! Nach den ersten paar Km hatte es die Spitze bereits in einen langen Faden zerrissen doch während ich mich ganz vorne aufhielt, war Hannes nach langem Suchen nirgends zu erkennen. Rudy van Houts kam irgendwann zu mir und teilte mir mit, dass es Hannes bereits das erste Mal zerlegt hatte. Ich hielt also kurz an und wartete. Glücklicherweise hatte es ihm nichts gemacht, einzig der Lockout Hebel war abgerissen. Nun preschten wir der Spitze hinterher und nach ein paar Km Verfolgungsjagd waren wir wieder dabei. Vorne hatten sich zwei Teams (BMC & Roel Paulissen) aus dem Staub gemacht. Specialized um Sauser erlitt nach kurzer Zeit einen Defekt und so waren wir mit BULLS 1 & 2 sowie Topeak ganz gut bei den Leuten! In der nächsten Abfahrt zerlegte es Hannes erneut, doch auch diesmal blieb er unversehrt!

Auf den folgenden Km konnten wir schliesslich auch die enteilte Spitze stellen und bis knapp 70 Km blieb die Situation unverändert. Die meiste Zeit war ich mit mir selber beschäftigt, denn der ganze Dreck in meinen Augen machte mir immer mehr Schwierigkeiten! Als wir einen Bauernhof überquerten, da schossen plötzlich ein paar Hühner über den Weg. Wie es kommen musste schaffte es eines nicht rechtzeitig über den Weg und so fuhr Hannes Vollgas darüber. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich während einem Rennen jemals so fest lachen musste!

Leider verging mir dieses dann kurz vor der letzten Verpflegungsstelle durch den Plattfuss. Nach zwei Stopps mit nachpumpen schaffte ich es schliesslich bis zur Zone und konnte das Laufrad wechseln. Durch den Wechsel waren wir nicht mehr Teil der Spitze, sondern rund 3,40 Min dahinter und dies 30 Km vor dem Ziel…. scheisse! Was blieb uns anderes übrig als das Beste daraus zu machen. Durch den Frust verlor ich leider etwas den Rhythmus und so hatte ich im folgenden Anstieg ziemlich schwere Beine! Trotzdem schafften wir es, zu BMC und später auch zu Paulissen aufzuschliessen und sie abzuschütteln. Schliesslich fuhren wir nach einer gefühlten Ewigkeit im Dreck als Tages Vierte ins Ziel. Heute wäre ganz klar mehr drin gelegen, doch hätte wenn und aber gibt’s nicht! Neu liegen wir auch in der Gesamtwertung auf dem vierten Zwischenrang. Die angepeilten Top 5 liegen also auch nach dem dritten Tag in Reichweite! Morgen steht mit 135 Km die längste Etappe bevor und ich hoffe, dass es Petrus wieder besser meint! Ich werde meinen Teller auf jeden Fall schön brav ausessen, die heutige Etappe im tiefen Schlamm hatte schliesslich ein paar extra „Körner“ verbraucht! Ich hoffe nun, dass ich mich bis Morgen wieder gut erholen kann und ich bin gespannt, welche Räubergeschichte uns Morgen erwarten wird….. auf 135 Km ist ja Zeit genug dafür! Keep pushing hard!

 

24.03.2014 Rang 5 auf der ersten Etappe! Ein Krimi auf höchstem Niveau!

 

 

Über die heutige erste Etappe könnte ich wieder locker ein ganzes Buch füllen! Das ich am Ende den Sprint um Rang 2 verkackt habe, nervt mich noch immer gewaltig, doch alles der Reihe nach!

Da wir nur die Startnummer 14 tragen und gestern nicht ganz so weit vorne klassiert waren, mussten wir etwas weit hinten starten. Zum Glück fielen die Tropfen am Start erst vereinzelt vom Himmel und so war die Stimmung bei allen Fahrern „noch“ in Ordnung! Gleich nach dem Start versuchte ich mich so schnell wie möglich an die Spitze zu begeben, doch als ich nach knapp 1 Km ganz vorne ankam, wurde ich für meinen Übermut auch gleich bestraft. Als es von der breiten Teerstrasse in den ersten Schotterweg ging, rutschte ich an der Spitze liegend auf dem nassen (es war wie Schmierseife) Asphalt aus und stürzte. Neben ein paar ekligen Schürfungen und einem schmerzenden Knie blieb ich oke. Ich bin es mir aus der Vergangenheit ja gewohnt, dass es mich bei diesem Rennen mind. einmal zerlegt, ich hoffe nur, dass ich mein Kontingent nun für den Rest der Woche eingezogen haben! Durch das Adrenalin befand ich mich sehr bald wieder an der Spitze des Feldes und dies blieb auch die ersten 20 Km so. Es folgte die erste längere Welle und als ich oben ankam, musste ich kurz auf Hannes warten, da er etwas zu weit hinten in den Berg fuhr. Dafür konnte ich mir einen schönen Überblick verschaffen. Den Anschluss an die Spitze war rasch wieder hergestellt und nun folgte ein kurzer Trail mit extrem vielen Dornen. Unzählige Teams scherten aus und mussten das erste Mal nachpumpen. Auch ich verlor etwas Luft, doch ich wollte den nächsten Anstieg abwarten. Auf dem folgenden Flachstück füllte sich die Gruppe wieder auf und so war die Spitzengruppe ganz schön gross, als es nach 38 Km in den Hauptanstieg (600 Hm) des Tages führte. Das Tempo war hoch und Hannes entschied sich seinen eigenen Rhythmus zu fahren. Dadurch hingen wir ziemlich am Schluss der Gruppe, doch je länger der Anstieg dauerte, desto mehr Plätze machten wir gut. Dazu kam es, dass es am Ende super steil wurde und da noch richtig Power gefragt war. Da ich etwas übrig hatte, konnte ich meinem Hinterreifen ohne Zeitverlust wieder den nötigen Druck verschaffen! Die ersten Top Teams kamen schon bald in Schwierigkeiten und mit einer konstanten Fahrweise waren wir wieder bei Specialized, Merida und Scott um Sauser, Schurter & Hermida dran. In der folgenden Abfahrt machten wir erneut Zeit gut und stellten zwei weitere Teams. Vorne weg waren Bulls 1, Topeak und Centurion. Nach dem Downhill folgten ein paar kurze Wellen und da verloren wir den Kontakt zu Sauser, dafür lösten wir uns von den restlichen Begleitern.

Es folgte die zweite Verpflegung und als kurze Zeit später die BMC Jungs zu uns aufschlossen, konnten wir einen ganz schön hohen Rhythmus fahren, wodurch sich unser Rückstand auf die Spitze auf knapp 45 Sekunden verkürzte, ehe es in den nächsten längeren Anstieg ging. Nun sahen wir die Spitzengruppe direkt vor uns, es gelang uns jedoch nicht ganz, den Kontakt bis zum Bergpreis herzustellen. Im folgenden Downhill heizte dann Hannes sprichwörtlich mit der Brechstange hinunter und da waren wir nach 65 Km tatsächlich wieder in der Spitzengruppe. Zusammen mit Specialized, Bulls 1, BMC, Topeak und Centurion schossen wir zum nächsten extrem steilen Anstieg. Leider hatte nun Hannes ein kleines Tief, wodurch wir den Kontakt erneut verloren. Der Rückstand auf dem Gipfel war diesmal zu gross und so konnten wir die Lücke in der Abfahrt nicht mehr schliessen. Da BMC einen Defekt erlitt, waren wir trotzdem alleine auf Rang 5 unterwegs.

Es folgte die letzte Verpflegung und nun lagen die restlichen 30 eher schnellen Km vor uns! Wir fuhren eine konstante Pace, da wir nicht mehr zu sehr überdrehen wollten. Plötzlich stand Specialized neben der Strecke und kurze Zeit darauf auch Topeak. Somit lagen wir tatsächlich auf Rang 3! Doch da Topeak ihren Plattfuss mit nachpumpen provisorisch beheben konnten, waren sie schnell wieder an unseren Hinterrädern. Hynek’s Reifen hielt allerdings nicht lange dicht und so waren wir sie rasch wieder los. Erneut fuhren wir einen konstanten Rhythmus, doch von hinten schossen Specialized, Bulls 2, BMC und Cannondale zu uns. Sauser und Flückiger machten nun richtig Dampf und knapp 5 Km vor dem Ziel hatten wir auch noch Bulls 1 mit Huber & Platt ein und überholt. Somit ging es um Rang 2 & 3!!!

Die letzten Km hielt ich mich stets an zweiter Stelle auf, damit ich bei jeder Tempoverschärfung reagieren konnte. 200 Meter vor dem Ziel verpasste ich trotz allem den entscheidenden Zug, als Frantisek den Sprint lancierte und plötzlich war es zu spät, um in der richtigen Position in die letzte Kurve zu gehen! Ich hatte es sprichwörtlich verkackt! Rang 2-6 wurden nach 113 Km innerhalb von 3 Metern ausgemacht, leider schaute für uns auf Rang 5 nicht wirklich viel raus! Ich hatte mich zu Tode geärgert aber nach ein paar Minuten konnte ich damit leben. Mit unserer überlegten und Konstanten Fahrweise liegen wir nun nach der ersten Etappe auf dem 5 ten Gesamtrang! Die Beine waren einmal mehr perfekt und dies ist ein grosser Verdienst von meinem Trainier Mathias Nothegger!

Nach einer Massage weckten mich dann einmal mehr die Doping Kontrolleure aus dem Powernap! Hoffentlich steht uns auch Morgen wieder das Rennglück zur Seite! Wir werden unser Bestes geben! Full Gaz!

 

23.03.2014 Naja….. Rang 13 zum Start!
Nach einem kurzen warm up vor dem Frühstück fühlten wir uns beide sehr gut und ich war einfach nur erleichtert, dass es nun endlich los ging! Dass der Prolog nicht gerade zu unserer Stärke zählen würde, waren wir uns schon vor dem Rennen bewusst. Doch nach dem Cross Country Rennen vom Mittwoch erhoffte ich mir trotzdem Einiges. Die Frage war nur, ob Hannes’s Dieselmotor die Pace halten konnte. Die Rollenverteilung war klar und so versuchte ich von Anfang an einen schnellen Rhythmus vorzulegen, sodass Hannes den Tritt schnell finden würde! Die Stimmung auf der Startrampe war wie jedes Mal einzigartig und es ist einfach nur ein „geiles“ Gefühl, Teil dieser gigantischen Show zu sein!

Nach einer kurzen Runde durch die Meerendal Farm führte die Strecke ziemlich rasch einen längeren und unrhythmischen Aufstieg hinauf. Die vielen Switch-backs erforderten höchste Konzentration bei Vollbelastung. Ich fühlte mich super und Hannes schien ebenfalls einen guten Start erwischt zu haben. Nach einer längeren Abfahrt schafften wir auch die zweite Welle mit viel Schwung, doch danach machten Hannes Beine etwas zu. Dazu kam noch ein unnötiger Ausrutscher, welchen ihn für die folgenden 10′ etwas aus dem Konzept warfen. So verloren wir leider ein wenig Zeit, doch da es gegen Ende wieder besser lief, war unser Abschneiden doch noch im Rahmen und der Rückstand ist auch nicht allzu gross. Erfahrungsgemäss wird das Klassement bereits Morgen komplett anders aussehen als nach dem heutigen Tag!

Ich bin auf jeden Fall einmal mehr super happy mit meiner aktuellen Form! Let’s kick ass tomorrow!

 

22.03.2014 Cape Epic! Es geht los! Endlich! ……. Eine turbulente Woche!

Nur noch ein einziges Mal schlafen, dann ist er da, der erste Renntag, auf welchen ich schon so lange warte! So richtig nervös wurde ich allerdings erst seit vergangenem Dienstag, denn bis dahin war ich vor allem damit beschäftigt, meine Defizite vom letzten Rennen wieder aufzufüllen und mich mental mit der Enttäuschung abzufinden und neu aufzubauen. Zum Glück konnte ich alles teilen mit jemandem, der sehr sehr gut zu mir geschaut hatte! Vielen DANK! Am Mittwoch fing dann der ganze „Wirbelsturm“ an, welcher bis heute Abend angedauert hatte! Am Vormittag musste ich für 2 Std. auf der Rolle fahren, da es das erste Mal seitdem ich hier bin geregnet hatte! Am späteren Nachmittag fand dann noch das Champions Race im Kayamandi statt. Das Rennen wurde von Christoph Sauser gegründet und ich war schon vor zwei Jahren dabei. Damals erschütterte mich die Streckenführung ziemlich, da sie mitten durch den Township führte. Diesmal war ich ja vorbereitet und konnte mich darauf einstellen. Dazu fühlte ich mich wie schon am Samstag super und spätestens nach der Einheit auf der Rolle waren alle meine Zweifel weg. Als um 18 Uhr der Startschuss fiel, waren unzählige Zuschauer an der Strecke und es herrschte eine geniale Stimmung. Ich startete sehr schnell, da ich einfach eine gute Show machen wollte. So fuhr ich die ersten zwei Startschlaufen mit einem kleinen Vorsprung vor dem Rest des Feldes her. Es reichte auch noch für die folgenden 1,5 Runden an der Spitze, doch danach musste ich logischerweise für meinen Übermut büssen. So kämpfte ich während zwei Runden mit den sauren Beinen, ehe es wieder besser lief. Dazu erhielt ich meine neuen Trikots vom Meerendal Team und konnte diese mit der offensiven Fahrweise gut präsentieren!

Nach dem Rennen ging’s noch kurz zu einem gemeinsamen Nachtessen in einem Bikerrestaurant, etwas ausserhalb von Stellenbosch und so hatte ich das erste Mal Gelegenheit, mit meinem Teamkollegen Hannes ein paar Worte zu wechseln. Am Donnerstag klingelte dann wie schon die ganze Woche um 5.15 Uhr der Wecker. Damit ich mich an den Rhythmus gewöhne (der Start ist ja immer bereits um 7 Uhr), entschied ich mich für diese Art von Anpassung für meinen Organismus. Kurz alles packen fürs Epic, später eine kleine Trainingseinheit auf der Rolle und dann fuhr ich mit den Topeak Jungs nach Kapstadt zur Waterfront an die Pressekonferenz. Dort wurden alle Top 15 Pro-Teams vorgestellt sowie die Top-Teams der Frauen und Masters! Nach einem kurzen Smalltalk mit allen Fahrern fuhr ich mit Hannes und Jochen Käss zurück nach Stellenbosch, um noch ein 2 stündiges Training im Jonkershoek Bikepark zu absolvieren. Um 17 Uhr holte mich dann Hendrik (er ist für Hannes und mich verantwortlich für nächste Woche) ab und brachte mich zum Camp auf das Meerendal wine estate! Zum ersten Mal sah ich somit die Trailer, in welchen ich für die nächsten 9 Nächte wohnen werde! Ich war super Happy mit der gesamten Einrichtung und meine Vorfreude stieg erneut!

Am Freitag stand dann erneut der ganze Tag Programm an. Diverse Sitzungen, Besprechungen und alle letzten Vorbereitungen wurden getroffen. Heute Samstag fuhren wir dann erneut gleich nach dem Frühstücken und einem kleinen Fotoshooting an die Waterfront nach Kapstadt. Startnummer abholen und die letzten formellen Hindernisse überwinden! (Das Epic ist logistisch eine Meisterleistung) Nach dem Mittag war dann auch endlich die Prologstrecke offiziell offen und so konnten wir die morgige Runde besichtigen! Eine harte Sache, die volle Konzentration erfordert und ganz schön hart sein wird! Zum Glück konnte ich auf dem Bike für 1,5 Std. richtig „Dampf“ ablassen. Ich war schon den ganzen Tag beinahe am zittern, da ich bis in jede Faser angespannt bin und den Start kaum noch erwarten kann! Selbstvertrauen habe ich in den letzten Tagen genügend getankt und ich denke ich habe in den vergangenen Wochen eine der besten Vorbereitungen absolviert, die ich mir vorstellen kann. Ein schönes Gefühl, denn nun kann ich nichts mehr daran ändern, entweder es ist aufgegangen oder dann eben nicht!

Unser Start Morgen ist um 11.54 Uhr! Die schnellsten Liveticker gibt’s wie immer auf www.cape-epic.com , auf Twitter bei dem AbsaCapeEpic oder Konny Looser (nach dem Rennen) Account!

Ich werde versuchen, wieder mit den Berichten nach zu kommen! Doch es wird dieses Mal nicht ganz so einfach werden! Ich werde aber auch hier mein Bestes geben! Let’s start this show!

Check!

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16.03.2014 Rang 5 in Tulbagh, eine harte Erfahrung!

Das letzte Mal, wo ich dermassen enttäuscht über ein Ergebnis war, liegt bereits 3/4 Jahr zurück, damals war es die WM! Selbst auf der Heimfahrt kämpfte ich mit den Tränen. Als Sportler lebt und trainiert man für die perfekten Tage, die perfekte Form, das perfekte Rennen….. denn genau dann ist dieses eine Gefühl da, welches man so nicht beschreiben kann und nach welchem man (zumindest ich) süchtig wird. Gestern hatte ich einen solchen Tag erwischt und trotzdem schaffte ich es durch Pech nicht, die Voraussetzungen in ein Resultat umzusetzen!

Vor dem Rennen hatte ich mich über die Renndauer informiert und die sollte bei knapp 4 Stunden liegen, eher etwas darunter wurde mir zumindest prophezeit… Durch die Grosszügigkeit vom Topeak Team hatte ich auch die Verpflegung geregelt und wurde perfekt betreut. Ich war also bereit für die 105 Km und knapp 3000 Hm. Das Feld war durch dass komplette Team Bulls, Team Topeak und allen Südafrikanischen Teams gut besetzt, trotzdem bildete sich bereits am ersten Anstieg eine kleine Spitzengruppe. Ich hielt mich stets in den ersten drei Positionen auf und so war ich nach 15 Km mit Huber & Platt für kurze Zeit vorne weg. Der Deutsche Meister Mennen sowie sein Teamkollege Hynek füllten unsere Gruppe etwas später wieder auf und nach einem kleinen Flachstück stiessen auch noch Sahm und Stiebjahn dazu. Damit demonstrierte das Team Bulls einmal mehr eindrücklich seine aktuelle Team-Dominanz. Nach gut 40 Km folgte der nächste Anstieg und da war es wie von Beginn weg Platt, welcher die Gruppe sprengte und so waren wir wieder nur noch 5 Fahrer an der Spitze. Zwei Bulls, zwei Topeak und ich. Als wir den Hauptanstieg erreichten, war es diesmal Hynek, welcher verschärfte und zu meiner Überraschung hatten Platt & Huber plötzlich Mühe. Etwas später musste Hynek allerdings anhalten und seinen Reifen nachpumpen. Die nächste steile Rampe nutzte ich dann meinerseits, um das Tempo zu erhöhen und da war sie dann auch da, die kleine Lücke. Oben auf dem Berg wartete der KOM Bergpreis und so stiess ich mit knapp 150 Metern Vorsprung an der Spitze in die kurze Abfahrt. Diese Rennsituation bei 70 Kilometer hätte entscheidend sein sollen und ich war mir sicher, dass ich nun um den Sieg mitfahren würde. Nach einer ruppigen Abfahrt wollte ich mich verpflegen, doch meine Flasche war nicht mehr da… die nächste Verpflegung sollte jedoch erst bei Km 80 folgen. Ich hoffte, dass die Strecke nun eher flacher würde, doch genau das Gegenteil war der Fall. Es folgten mind. 15 sehr steile Anstiege und so hatte ich während den folgenden 40 Minuten kein Wasser mehr. Platt und Huber konnten wieder zu mir aufschliessen und auch Mennen war noch immer dran. Bei einer der steilen Rampen konnte sich dann Platt etwas absetzen, dafür fiel Huber zurück und so war ich alleine mit Mennen unterwegs. Obwohl meine Beine noch immer sehr gut waren, ahnte ich zu jenem Zeitpunkt bereits, was mit mir passieren würde und so versuchte ich einfach, möglichst energiesparend den Anschluss zu Mennen zu halten.

Als die Verpflegung dann endlich kam, hatten wir knapp 40 Sekunden Rückstand auf Platt. Die Sonne brannte und es folgten weitere kurze, sehr steile Anstiege. Huber konnte uns nochmals einholen und als wir dann auch beinahe wieder zu Platt aufgefahren sind, drehte das Motorrad plötzlich vor uns und wir mussten umdrehen. Wir hatten eine Abzweigung verpasst und durch die verlorene Zeit hatte uns Hynek wieder passiert und lag nun solo an der Spitze. Die neue Flasche hatte ich beinahe in einem Zug ausgetrunken und so warteten noch einmal 20 Km ohne Wasser auf mich. Ich wusste, dass es sehr eng werden würde, doch ich glaubte an meine Chance, dass ich durchkommen würde (ich hatte ja keine Wahl). Platt setzte sich nach kurzer Zeit von uns ab und schloss die Lücke zu Hynek. Bei mir wurde es immer dunkler und in den Abfahrten konnte ich kaum noch die Strecke sehen. Dass Hynek einmal mit defektem Rad an der Strecke stand , hatte ich nicht mehr mitgekriegt und als bei uns das Tempo knapp 4 Km vor dem Ziel zusammen fiel, tauchte plötzlich Kleinhans bei uns auf. Huber setzte ca. 2 Km vor dem Ziel zum Konter an und da fiel ich beinahe vom Rad. Ich war komplett dehydriert und auf statt um Rang 2 zu sprinten, verlor ich auf den letzten 2 Km noch satte 2 Minuten!!!!

Im Ziel konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und nach 5 Minuten in denen ich 2,5 Liter auf einmal getrunken habe, schlief ich auf der Stelle ein. Neben mir sass der Dopingkontrolleur, doch dass dieser etwas mehr Geduld brauchte als sonst, versteht sich von selbst. Als ich mich wieder etwas erholt hatte, setzte dann auch etwas verspätet die Enttäuschung ein! Ich bin mir sicher, dass es gestern zu sehr viel mehr gereicht hätte als Rang 5, doch bei 35 Grad ein Rennen mit 3 Flaschen auf 4,40 Rennstunden ohne Krämpfe und bis zum Schluss an der Spitze durchstehen zu können, grenzt schon beinahe an ein Wunder. Hätte wenn und aber gibt es jedoch nicht! Als Sportler muss man leider auch diese Erfahrungen und Enttäuschungen wegstecken doch wenigstens weiss ich, dass sich meine Arbeit in den letzten Wochen ausbezahlt hat und ich bereit bin für die Cape Epic! Nun versuche ich, dieses Rennen zu verarbeiten und dann den Fokus ganz auf die bevorstehenden 8 Renntage zu legen. Wenigstens gab es ein paar eindrückliche und gute Bilder vom Rennen, darüber freuen fällt mir trotzdem schwer! Enjoy!

12.03.2014 Rang 14 bei der Tour de Boland. Slow down, take it easy!

Etwas verspätet aber schliesslich doch noch erschienen die Resultate der Tour de Boland. Mit Rang 14 schloss ich diese gar nicht mal so schlecht ab, doch das Resultat war ja auch sekundär! Unter folgendem Link könnt ihr sonst noch die genauen Resultate verfolgen:

http://inthebunch.co.za/2014/03/bestmed-tour-de-boland-results/

Nach der Zielankunft am letzten Freitag ging’s für mich gleich weiter zur Besichtigung eines Cross Country Kurses in Durbanville. Ich drehte kurz zwei Runden auf der Strecke, damit ich mir vorstellen konnte, was die Fahrer am Samstag beim Rennen erwarten würde. Spass pur!! Nach der Inspektion fuhren wir noch weiter nach Kapstadt an die Waterfront, einer der besten Plätze für gutes Essen, inmitten der einmaligen Stimmung mit Blick auf den Table Mountain! (Hier könnte ich stundenlang dem Wolkenspiel, welches über dem Berg statt findet zuschauen!) Am Samstag hiess es dann wieder früh aufstehen, da der Start des Rennens bereits um 10 Uhr erfolgte! Ich tat mein Bestes und Versuchte meine Bedürfnisse als Betreuer, Mechaniker usw. weiter zu geben! Nach dem Rennen fuhren wir dann noch einmal nach Kapstadt, doch diesmal führte der Weg zum Expo Gelände des Cape Argus’s! Das Argus ist das grösste Radrennen der Welt mit über 35’0000 Teilnehmern! Das Strassenrennen fand am Sonntag statt und ich hatte mich eigentlich angemeldet und auch einen Startplatz gekriegt. Viele Fahrer rieten mir allerdings von einem Start ab, da es jedes Jahr zu gefährlichen Stürzen kommt. Da ich eine perfekte Woche hinter mir hatte und ich mich auch etwas müde fühlte vom vielen Training und der Rundfahrt, entschied ich mich gegen einen Start. Die Nummer holte ich trotzdem ab und der Besuch auf der riesigen Expo hat sich auch gelohnt. Ein weiterer sehr intensiver Tag ging somit zu Ende! Am Sonntag starteten wir dann erneut früh Morgens und fuhren in den Jonkershoek Bikepark um ein paar Trails zu heizen! Den Abschluss dieser super coolen Woche fand dann bei einem gemütlichen Brunch nach der Tour im „Ride in“ statt!

Die neue Woche startete ich mit etwas weniger „Drive“, denn nun steht vor allem eines auf dem Programm, ERHOLUNG! Seit ich hier bin, lief eigentlich alles perfekt und ich konnte ein sehr umfangreiches Programm absolvieren. Zuerst ein kurzer Trainingsblock, dann die beiden MTB Etappenrennen, gefolgt von einem weiteren sehr intensiven Trainingsblock. Mit der Rundfahrt hatte ich eigentlich meine Vorbereitungen abgeschlossen! Nun steht für mich der schwierigste Abschnitt bis zum Epic bevor! Cool bleiben und die Lockerheit bewahren, um nicht zu überdrehen! Ihr könnt mir glauben, für mich ist das gar nicht so einfach. Bis auf ein längeres Training werde ich bis zum Samstag nicht mehr viel machen, denn dann steht der nächste Renneinsatz beim MTN Marathon über 105 km und knapp 3000 Hm bevor! Dies wird der letzte grosse Showdown vor dem Epic sein und es werden schon viele der Top-Fahrer bei diesem Rennen am Start stehen! Mals schauen, was geht! Den Link zum Rennen findet ihr unter:

http://www.advendurance.com/nationalmtbseries/tulbagh

07.03.2014 3. Etappe Tour de Boland, Bergankunft am Franschhoek Pass!

Die Zeit vergeht einfach zu schnell hier unten und so stand bereits schon wieder die letzte Etappe bevor. Nach einer kurzen Nacht brauchte ich heute mehr als einen Kaffee, um die Strasse klar sehen zu können. (man hat ja nur einmal Geburtstag) Zum Glück wurde erneut von Anfang an schnell gestartet und so trug das Adrenalin seinen Teil dazu bei, dass ich mich schon nach wenigen Kilometern im Rennmodus befand. Ein-/ zwei schmerzhafte Windkanten waren eigentlich die einzigen Hindernisse der ersten 100 Kilometern, da die Strecke grösstenteils flach war. Erst am Schluss sollte mit der „Bergankunft“ auf dem Franschhoek Pass das Feuerwerk eröffnet werden. Für die Fahrer von hier gilt dieser Anstieg als Berg, für uns Schweizer wäre es eher eine längere Bodenwelle und da die Steigung nicht allzu lange und auch nicht allzu steil ist, war das Tempo von Anfang an brachial. Leider schaffte ich es nicht ganz, die erste Gruppe halten zu können und so fuhr ich knapp hinter der Spitze ins Ziel. Die einstündige Belastung von gestern in der Fluchtgruppe sowie die 40 Trainingsstunden unmittelbar vor der Tour trugen sicherlich ihren Teil dazu bei, dass ich heute nicht mehr ganz so frisch war. Für die Top 15 in der Gesamtwertung hat es vlt. doch gereicht. (Die Resultate sind noch nirgends vorhanden, ich werde es dann noch nachtragen)!

Die vergangene Woche war schlicht perfekt! Noch vor der Strassenrundfahrt hatte ich etwas Bedenken vor anfälligen Stürzen. Ich hatte jedoch noch nie ein Strassenrennen bestritten, bei welchem eine so gute Stimmung herrschte und so fair gefahren wurde. Bis auf zwei Stürze (ich hatte sie nicht mal mitgekriegt), war eigentlich nichts, ausser das Rauschen der Carbonrädern zu hören! Mit der Tour de Boland habe ich auch gleich meine Vorbereitungen für das Cape Epic abgeschlossen. Am kommenden Samstag werde ich noch den MTN Marathon in Tulbagh fahren, ein letzter Test also, unmittelbar vor dem grossen Showdown!

06.03.2014 2. Etappe Tour de Boland, harte Tatsachen!

Die heutige Etappe sollte mit 135 Km etwas länger sein als gestern (nur 125 km), dafür nicht mehr ganz so schwer. Der Start war erneut sehr schnell, doch der kleine Anstieg gleich zu Beginn brachte keine entscheidende Flucht. Ich tat wieder mein Bestes und hielt mich die ganze Zeit ganz vorne auf. Doch nach einer kurzen Abfahrt führte die Strecke bis Km 50 beinahe flach. Es folgten zwar erneut wieder viele Attacken, doch diesmal hielt ich mich komplett raus, da sowieso keine Chance auf ein Wegkommen bestand. Nach einer kurzen Sprintwertung folgten ein paar kurze giftige Wellen und da passierte mir einer dieser Fehler, über welchen ich mich anschliessend zu Tode aufregen könnte. Bei der zweiten Windkante tat sich die entscheidende Lücke auf und es konnten sich ca. 15 Fahrer davon schleichen. Ich lag etwas zu weit zurück und konnte nicht reagieren. Selbst Sauser und viele starke andre Fahrer schafften es nicht mehr, die Lücke zu schliessen. Ich versuchte es meinerseits bei der nächsten Welle, doch auch dieser Versuch blieb erfolglos. Somit schien der Tag gelaufen. Dies sind genau solche Situationen, die ich im Strassensport nicht mag. Kommt eine starke Gruppe entscheidend weg, sinkt das Interesse der Nachführarbeit der Zurückgebliebenen ziemlich rasant. Lustig war, dass praktisch alle Mountainbiker in der hinteren Gruppe lagen… gestern waren fast alle in der Ersten! War es beim gestrigen Finale reine Sache des Powers, war heute der Rennfahrerinstinkt und etwas Glück gefragt! Nach knapp 100 Km hatten wir einen Rückstand von satten 6 Minuten. Nun folgte der letzte Teil, eine regelrechte Wellblech-Strasse mit Rückenwind. Kurz vor der Abzweigung liess ich mich nochmals zum Mannschaftsauto zurück fallen, um noch einmal die Flaschen zu wechseln. Danach fuhr ich am kompletten Feld vorbei und wollte noch ein wenig Tempo machen. Doch irgendwie wollte mir niemand folgen. Einzig mein Teamkollege vom letzten Bike Rennen (Tankwa Trek) Adriaan Louw und drei weitere Fahrer folgten mir. Ein kurzer Blick zurück und da war meine Entscheidung rasch gefallen. So fuhr ich die nächste Minute vollgas weiter und da schien sie da, die entscheidende Lücke. War das jetzt tatsächlich so einfach??!! JA! Die letzten 30 Kilometer sind somit auch rasch erzählt. Wir harmonierten gut und so kamen wir zwar mit einer grossen Verspätung auf die erste Gruppe, jedoch mit einem weiteren schönen Vorsprung auf das Feld ins Ziel. Den Sprint der Gruppe konnte ich sogar noch gewinnen und so hatte ich doch noch etwas Spass auf der heutigen Etappe! Die genaue Rangliste und Abstände weiss ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht.

Morgen folgt bereits die letzte Etappe mit der Bergankunft auf dem Franschhoek Pass! Trotz des heutigen Missgeschickes ist es einmal mehr einfach nur super cool, bei einem solchen Rennen dabei zu sein! Die Stimmung im Feld ist extrem friedlich und die Landschaft wie immer in Südafrika wunderschön! I’m just happy!

05.03.2014 1. Etappe Tour de Boland, Rang 6 im Sprint!

Die heutige Etappe wurde sehr schnell gestartet. Ich fuhr von Stellenbosch mit dem Rad zum Start und war somit bestens aufgewärmt. Gleich nach 20 Km kam der erste Anstieg in Paarl. Zack…. eine scharfe Linkskurve und dann bäm in den schmalen Anstieg rein. Am Anfang war die Strasse noch auf Asphalt, doch schon bald war da nur noch eine Schotterstrasse (this is Africa)! Ich fühlte mich gut und konnte von der Spitze aus mit Sauser und Evans das Tempo bestimmen. Kurz vor dem KOM musste ich dann jedoch für mein Anfangstempo bezahlen und verlor ein paar Plätze. Nach der folgenden Abfahrt, welche zum Glück wieder auf Teer war, füllte sich das Feld wieder auf, die Gruppe war jedoch nicht mehr allzu gross. Ich hielt mich stets in den ersten 10 Positionen auf und nun folgte Attacke um Attacke. Ich ging bei allen mit, es waren jedoch alle erfolglos. Einzig mit Evans und drei anderen Fahrern hatten wir einmal knappe 10 Sekunden auf das Feld, doch die MTN Mannschaft hatte das Rennen unter Kontrolle und schloss die Lücke wieder. Nach 60 intensiven Kilometern folgte dann eine etwas ruhigere Phase, bevor es nach 80 Km über die nächste Welle führte. Ich fühlte mich immer noch sehr gut und fuhr weiter in den ersten Positionen. Nun kam eine befürchtete Gerade, auf welcher sehr starker Seitenwind herrschte. Wie erwartet wurde das Feld nun aufgesplittert und genau da war ich etwas zu weit hinten. Immer wieder liessen Fahrer Löcher aufreissen und so fuhr ich während gut 15 Minuten im selben Bereich wie gestern! Das Beissen hatte sich gelohnt und so kam ich in der ersten Gruppe, welche nur noch aus gut 15 Fahrern bestand auf die letzten Kilometern. Der Endspurt verkackte ich dann etwas, doch mit Rang 6 war ich schliesslich zufrieden! It was a hard day in the office, aber es hat Spass gemacht! Morgen 145 Km! Gibihm!

04.03.2014 Prolog Tour de Boland! Nur Rang 36 :D ! 25 Minuten hardcore!

25 Minuten, 370 Durchschnittswatt, 197 Pulsschnitt, die letzte Minute mit 520 Schnittwatt und Puls 206 mit meinem normalen Rennrad…… Zahlen, die eigentlich alles aussagen wie weh einem so ein Zeitfahren tun kann! Heute startete ich zu meinem zweiten Zeitfahren in meinem Leben. Wenn es irgendeine Form von Radrennen gibt, welche ich am allermeisten hasse, dann diese! Ich brauche den direkten Vergleich zu meinen Gegnern, damit ich mich motivieren kann und auch gleich sehe, wo ich stehe. Die ersten Plätze machten die Spezialisten mit Zeitfahrrädern, Aerohelmen und allem was dazu gehört unter sich aus. Keine Chance also, um da irgendwo mithalten zu können. Hut ab vor allen Zeitfahrspezialisten! Eine Disziplin, die eine sehr hohe Schmerzschwelle erfordert. Auch wenn ich in der Rangliste ziemlich weit hinten liege, war es wieder einmal eine coole Erfahrung! Damit anfreunden werde ich mich trotzdem wohl nie……..! Mit 18,5 Km war der erste Tag kurz aber deftig, Morgen geht’s dann zum Glück mit 146 Kilometer etwas länger!

Some fun @ top of Franschhoeck Pass during last training before Tour de Boland next week! This will also be the final climb on Friday’s stage!

26.02.2014 Team Meerendal Centurion-Wheeler! Cape Epic here we go!

Die vergangenen 6 Trainingstage verbrachte ich knappe 30 Stunden im Sattel. Kilometer um Kilometer, Übung um Übung. Keine Ahnung wie viel Liter Schweiss ich bei den Temperaturen um 40 Grad verloren hatte. Viele fragen sich vielleicht, was einem Rennfahrer so alles durch den Kopf geht, wenn er stundenlang alleine irgendwo auf den Strassen unterwegs ist. Bei mir persönlich sind es die Emotionen der grossen Rennen, die Ziele und die Momente bei den Erfolgen, welche mich antreiben. Hier in Südafrika kommen dann oftmals noch Glücksmomente dazu, welche durch die einzigartige Landschaft ausgelöst werden. Eine gute Mischung also, denn so fehlt mir nie die Freude und der Spass. Seit dem letzten Rennen (Tankwa Trek) stieg meine Motivation noch einmal an, denn seit gut 1,5 Wochen weiss ich, dass ich nun definitiv bei der Cape Epic dabei sein werde. Mit Hannes Genze habe ich einen sehr erfahrenen Cape Epic Partner gefunden und dank der einzigartigen Unterstützung meines Teams wurde innert kürzester Zeit ein Startplatz organisiert. Durch die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Team Centurion-Vaude konnte rasch eine Lösung für die Teamüberschneidung gefunden werden und so vertreten wir nun beide die Farben des Teams Meerendal Centurion-Wheeler! Ich bin zwar noch nie an der Seite von Hannes Genze gefahren, doch wir beide kennen uns schon seit einigen Jahren und haben bereits unzählige Rennkilometer zusammen (wenn auch als Gegner) absolviert. Hannes wird erst kurz vor dem Rennen nach Südafrika fliegen und somit werden wir beide unsere eigene Vorbereitung abspulen.

Nun zurück zu meinen Gedanken auf dem Rad….. jetzt kann sich jeder selber denken, durch welche Gedanken und Ziele meine Trainings gesteuert werden. Dazu kommt, dass ich mit meiner aktuellen Verfassung mehr als zufrieden bin und deshalb schaue ich zuversichtlich auf die ausstehenden drei Wochen bis zur Epic! Morgen Sonntag hatte ich eigentlich den nächsten Renneinsatz geplant. Dazu hätte ich das MTB Argus genutzt, doch durch die definitive Zusage fürs Epic legte ich die letzten zwei Wochen diesen umfangreichen Trainingsblock ein. Für ein 55 km kurzes Rennen fehlt mir somit  im Moment die Frische und so werde ich erst am kommenden Dienstag bei der Tour de Boland wieder ins Renngeschehen eingreifen. Die Strassenrundfahrt beginnt mit einem 20 km langen Prolog und führt anschliessend über 3 Etappen, wo sie am nächsten Freitag mit der Bergankunft auf dem Franschhoek Pass enden wird. Diese Rundfahrt wird der Abschluss meiner Vorbereitungen sein und selbst wenn die Rundfahrt für mich nur eine intensive Trainingsbelastung sein wird, bin ich gespannt auf meinen bevorstehenden Einsatz auf der Strasse. Die letzte Rundfahrt bestritt ich 2011 in Kroatien!

Mit dem MTN Marathon vom 15.3 in Tulbagh steht dann der letzte Test bevor.

Hier noch ein paar Links:

http://hannesgenze.de/

http://www.bolandcycling.co.za/

Hier noch ein kleiner Video zum Projekt Team Meerendal.

http://www.youtube.com/watch?v=9M5qKEskIDY&feature=youtu.be

22.02.2014 Traumjob Cyclist! Einfach unbeschreiblich!

Es geschieht nicht sehr oft, dass ich mein Training unterbreche. Normalerweise halte ich höchstens 2 Mal kurz an, aber nur wenn das Training länger als 4 Stunden geht. Einmal für eine kurze „Pinkelpause“ und das zweite Mal um Wasser aufzufüllen. Dies dauert höchstens 2-3 Minuten an der Tankstelle. Das gestrige Training hat mir allerdings beinahe die Sprache verschlagen und ich musste für einmal eine Ausnahme machen und mehrere Male anhalten, um ein Foto zu schiessen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine so eindrückliche und wunderschöne Küstenstrasse gefahren bin wie gestern. Der Abschnitt führte von der Gordons Bay nach Kleinmond. Der Gegendwind war zwar dermassen krass, dass ich in den Abfahrten teilweise die kleine Scheibe einlegen musste und auch da brauchte ich manchmal beinahe 300 Watt, um auf 15 km/h zu kommen. Eigentlich keine angenehmen Verhältnisse, doch die Aussicht und die Vorfreude auf den Rückweg entschädigten für Alles! Beim gestrigen Tag wurde mir wieder einmal bewusst, wieso ich meinen Beruf liebe und ich es so schätze, dass ich im Moment meinen Traum leben kann!

Heute habe ich schliesslich den ersten 3 Tages-Trainingsblock abgeschlossen und ich kann mit einem sehr guten Gefühl auf die letzten 14 Stunden im Sattel zurück blicken. Dank dem SRM und dem täglichen Kontakt mit meinem Trainer Mathias Nothegger kann ich die Leistungskurven genau überwachen und das Training täglich meinen Werten anpassen. Dies erfordert zwar sehr viel Disziplin, durch die anschliessenden Auswertungen und Vergleiche sind die Verbesserungen jedoch permanent sichtbar und somit erhält das Training viel mehr Qualität! Der Fahrplan stimmt auf jeden Fall und mal schauen, wie weit ich mich bis zum Epic noch steigern kann! Keep pushing hard!

17.02.2014 Rang 2 gesichert! Ein erfolgreiches Rennwochenende beim Tankwa Trek!

Phuu….. Das vergangene Wochenende hat heute seine Spuren hinterlassen. Es war ein Rennwochenende auf höchstem Niveau mit super schönen Etappen und allem, was das Bikerherz begehrt. Der gesamte Event war perfekt organisiert und die Kulisse einmal mehr einzigartig. Doch durch die starke Besetzung wurde auch dementsprechend hart gefahren. Dazu kam seit gestern Nachmittag eine Hitzewelle, die mich auch heute sprichwörtlich zu zerstören scheint! Dass wir das Rennen auf dem zweiten Gesamtrang beenden konnten, damit hatten wir eigentlich nicht gerechnet. Mein noch junger Partner Adriaan Louw kämpfte wie ein Löwe und mit einer konstanten Fahrweise über alle 3 Etappen haben wir den Podiumsplatz sicherlich verdient. Nach dem Rennen reiste ich mit Adriaan nach Paarl, wo ich bis Morgen Dienstag bleiben kann. Wie viel ihm und seinem Umfeld dieses Resultat bedeutete, wurde mir erst bei der Ankunft bekannt. Seine ganze Familie war überglücklich und auch alle seine Sponsoren und sein Team haben ihm gratuliert und sich bedankt. Es war sein erstes grosses Rennen gegen die „big guys“ aus Europa und er war unglaublich stolz, dass ich ihm mein Vertrauen schenkte. Obwohl ich ja auch noch nicht gerade „alt“ bin, konnte ich ihm durch meine Erfahrung viel beibringen, denn schliesslich habe ich auch das Meiste von den „big guys“ (wie Huber, Platt, Näf usw.) lernen müssen. Es war auf jeden Fall ein super cooles Rennwochenende bei welchem ich weitere Vorbereitungskilometer und 10 wichtige Rennstunden sammeln konnte. Durch mein Wheeler Falcon Ltd. hatte ich selbst auf den gröbsten Singletrails den Spassfaktor nie verloren!

Die Temperaturen liegen im Moment nahe an den 40 Grad und ich hoffe, dass es in den kommenden Tagen wieder etwas „abkühlen“ wird. Das UCI Rennen vom kommenden Wochenende in Sabie werde ich nun auslassen, da sich für das Cape Epic eine Türe geöffnet hat und ich nun definitiv mit einem starken Partner fahren werde. Nach den letzten beiden intensiven Wochenenden lege ich jetzt einen zweiwöchigen Trainingsblock bis zur Strassenrundfahrt (Tour de Boland) ein. Viel Spass bei den Rennberichten!

  1. Etappe Rang 5 zum Auftakt.

Bereits am Donnerstag Vormittag holte mich Adriaan mit seinem Pickup ab und gemeinsam reisten wir wie schon letzte Woche in den Cederberg. Diesmal führte die Reise nicht ganz soweit, trotzdem gab es einmal mehr nur eine Zeltstadt für sämtliche Teilnehmer. Denn ausser einer Farm war da weit und breit nur braches Farmland zu sehen. Als mich Adriaan gefragt hatte, ob ich mit ihm fahren würde hatte ich ihn um ein grosses Zelt gebeten und siehe da, er brachte ein halbes Haus für das Weichei aus Europa mit!

Der Start erfolgte bereits um 6.30 Uhr und schon nach wenigen Metern ging’s ganz schön zur Sache. Mit dem kompletten Team BULLS, Specialized (Kleinhans & Frantisek), (Näf & Gujan) sowie noch einigen starken Südafrikanischen Teams wie Trek und Cannondale war die Dichte der Top Fahrer wesentlich grösser als noch vergangene Woche. Das Team Bulls brachte sich schon auf den ersten flachen Kilometern in Position und als der erste Singletrail kam, war ich leider der Einzige, der den Postabgang erwischte. Adriaan lag zu weit zurück und so konnten wir nach einer kurzen Abfahrt den Kontakt zur Spitze nicht mehr herstellen. Zu weit hatte der schmale Singletrail das Feld auseinander gerissen. Während sich alle BULLS Fahrer mit einer sehr imposanten Fahrweise vom Rest absetzen konnte, formierten wir mit Trek & Cannondale die Verfolgergruppe. Das Problem bei diesem Rennen war, dass es eine Solokategorie gab, obwohl die Hauptwertung als Teamwertung ausgeschrieben ist. Da Huber und Platt als Solofahrer unterwegs waren, konnten sie ihre Teams (Sahm & Dietsch) sowie (Böhme & Stiebjan) unterstützen. Dafür hatten wir immer noch die Chance auf einen Podestplatz. Die Strecke war genau Cape Epic Style und siehe da, der längste Anstieg des Tages „kannte“ ich dann sogar aus dem Jahr 2011. Eigentlich war ich damals dermassen „kaputt“, dass ich mich ehrlich gesagt nicht mehr an alles erinnern konnte. Als wir aus einem kleinen Waldstück kamen, sahen wir weiter vor uns, dass ein Team den Anschluss zur Spitze verloren hatte. Somit wurde auch in unserer Gruppe das Tempo verschärft und noch vor dem Gipfel konnten wir (Sahm & Dietsch) einholen. Die Aussicht war gigantisch, doch durch die ruppige Abfahrt beschränkte sich der Blick wie üblich auf die nächsten 10 Meter. Nach gut 60 der insgesamt 90 Km fuhren wir mit Bulls, Cannondale und Trek noch immer um die Podestplätze. Als nach ein paar coupierten Kilometern ein weiterer giftiger Anstieg folgte, da büsste Adriaan für das hohe Anfangstempo. Doch auch Bulls konnte dem Tempo von Trek & Cannondale nicht mehr folgen und so fielen wir aus den Podiumsrängen. Die letzte Feedzone gut 15 km vor dem Ziel beendete dann unseren Renntag, denn ab da löste Adriaan sprichwörtlich den Parkschein. Das Ziel erreichten wir schliesslich nach 4 harten Stunden im Office auf Rang 5. Dahinter folgte das Team Specialized sowie Näf & Gujan. Die letzten beiden hatten sich für dieses Wochenende einen Camper gemietet und da Näf sogar seine Espresso Maschine mitgebracht hatte, war der Nachmittag bei Kaffe und Kuchen auch noch ziemlich unterhaltsam. Inmitten der Wildnis von Südafrika wohlverstanden!

  1. Etappe Rang 3!

Phuu…. die zweite Etappe hatte es in sich! Mit dem Merino Monster (ein richtiger „Krüppelanstieg“ über 1000 Hm) stand heute die Königsetappe über 90 km bevor. Ich nahm mir vor, das heutige Rennen vor allem in der Startphase von der Spitze aus zu kontrollieren, damit uns nicht wieder dasselbe Missgeschick wie am ersten Tag passieren würde. Dies gelang mir perfekt und so stach ich nach 10 Km an der Spitze in die erste lange Abfahrt. Siehe da, als wir unten angekommen sind, da hatten wir nur noch die Trek Jungs sowie das Team Bulls mit Böhme & Stiebjan sowie Platt und Huber als Begleiter. Es folgten ein paar wellige Anstiege und da das Tempo nicht extrem hoch war, konnten ein paar Teams den Kontakt wieder herstellen. Bei der nächsten giftigen Welle verabschiedeten sich jedoch Cannondale, Specialized (Plattfuss) und Bulls (Sahm & Dietsch) aus der Gruppe. Bei uns lagen nur noch die restlichen 4 Bulls Fahrer, Näf & Gujan sowie die beiden Trek Piloten. Nach ein paar entspannten Kilometern folgte der gefürchtete lange Anstieg des Tages. Für den Bergpreis gab es 30’000 Rand und dementsprechend wurde auch gefahren. Es folgte ein erster längerer Anstieg und da waren wir leider die ersten, die den Kontakt verloren hatten. Doch nicht weit vor uns fielen auch Näf & Gujan zurück. Es folgte eine kurze Fläche und da versuchte sich Adriaan im Windschatten ein wenig zu schonen. Während sich Huber und Platt an der Spitze aus dem Staub machten, kämpften dahinter Böhme & Stiebi mit den Trek Fahrern um den Bergpreis (Bulls gewann). Den Hauptanstieg erreichten wir mit einer guten Minute Rückstand auf Näf und Gujan an 4 ter Stelle. Der folgende Weg bis zum Gipfel wäre bei meiner Liste der meist gehassten Anstiege ziemlich weit oben. Die Sonne brannte unerbärmlich und der Weg war steil und ruppig. Adriaan lief es plötzlich wieder besser und nach gut der Hälfte konnten wir zu Näf & Gujan aufschliessen. Den Gipfel erreichten wir dann sogar mit etwas Vorsprung auf Rang 3 liegend und nun lag eine lange und technisch anspruchsvolle Abfahrt vor uns. Sicherheit stand bei uns im Vordergrund, denn so wie es aussah, hatten wir uns in der Gesamtwertung auf den dritten Gesamtrang vorgearbeitet. Cannondale und Bulls waren weit und breit nirgends zu sehen und Rang 4 (Näf und Gujan) lagen auch bereits hinter uns. Exakt zum Ende der Abfahrt schlossen letztere jedoch wieder zu  uns auf, doch auch wir konnten aufschliessen und zwar zum Team Trek. Leider war die Situation für die letzten 15 Km nicht ganz einfach, da wir ein Team zu viel für das Podest waren. Schlussendlich reichte es dann allerdings doch und so kamen wir auf dem 3 ten Rang ins Ziel. Der grosse Vorsprung auf Cannondale und Bulls (stiegen aus dem Rennen aus) brachte uns tatsächlich auf Rang 3.

  1. Etappe Rang 4, Gesamtrang 2!

Mit der Aufgabe von Bulls (Stiebjan konnte krankheitshalber nicht mehr antreten) nahmen wir die letzte Etappe als Gesamt-Zweite in Angriff. Bereits um 6.15 Uhr mussten wir als komplettes Feld die ersten 26 Km neutralisiert bis zum offiziellen Start zurücklegen. Dieser erfolgte dann schliesslich um 8.15 Uhr und vor uns lagen noch etwas mehr als 60 super schnelle Kilometer. Von Beginn weg wurde aus allen Seiten des Feldes attackiert, doch die ersten 10 Km kam kein Team weg. Erst kurz vor der Einfahrt zum gut 20 Km langen Singletrail setzten sich Trek, Specialized sowie Huber & Platt ab. Adriaan war heute nicht mehr frisch genug, um den Attacken nach zu gehen und so konzentrierten wir uns auf die Verteidigung des zweiten Gesamtranges. Cannondale versuchte alles, um uns abzuschütteln, doch wir blieben dran und konnten uns mit ihnen schliesslich vom Rest des Feldes absetzen. Erst nach gut der Hälfte des Rennens kämpften sich auch Näf & Gujan in unsere Verfolgergruppe zurück. Da diese auf Rang 4 liegend auch noch Aussichten auf Rang 3 hatten, lag es nun an ihnen, die Cannondale’s unter Druck zu setzen. Leider beendete Näf mit einem Sturz inkl. Rahmenbruch gut 15 km vor dem Ziel den Kampf ums Podest gleich selber. Den Sprint um das Tagespodest misslang leider etwas, doch mit dem zweiten Gesamtrang waren wir mehr als zufrieden. Für mich waren es drei perfekte Renntage. Ich konnte im Cape Epic Terrain unter Rennbedingungen meine Form und mein Material testen und einmal mehr eine neue, wunderschöne Gegend kennen lernen! Mit dem Cape Epic vor Augen freue ich mich jetzt wieder umso mehr auf die bevorstehenden Trainingstage in Stellenbosch! Stay tuned!

Die Fotografen hatten ziemliche Nerven und legten sich oftmals mitten auf den Weg! Dafür gab’s coole shots!

Thanks for the big pictures @ www.ZoonCronje.com

Ich denke zu diesen beiden Bildern muss ich nicht mehr viel dazu sagen. Die Landschaft und die spektakuläre Kulisse war auch bei diesem Rennen einfach nur eines: Atemberaubend und einmalig!

Die „special Edition“ unseres Wheeler Falcon Ltd. sorgte auch bei diesem Rennen für Aufsehen. Mit dem Cape Epic, Meerendal sowie Songo – Logo war es auf jeden Fall ein HINGUCKER! Das neue Bike erledigte auch diesmal seinen Job tadellos und hielt sämtlichen Belastungen stand! Es war übrigens der letzte Test für das Cape Epic! Die kommenden Tage werde ich mit dem Hardtail auf den Trails im Jonkershoeck unterwegs sein!

For all the South African riders, just a short statement!

Yesterday I told you about a few sleepless nights I had with regards to the recent exposure of drug usage within the FedGroup Profesional Mountainbiking Team. Shortly after the Cape Pioneer Trek (where I rode with Brandon Stewart for Team FedGroup) I heard from various sources that Team FedGroup might be involved with performance enhancing drug usage. At first it was mainly rumors but last week a official press release by Team FedGroup made it clear that their is inconsistencies within the team. My main concern is that the doping charges revolve mainly around my ‚Pioneer‘ team mate, and FedGroup captain, Brandon Stewart. At this stage the facts are still unclear but as it stand he (Mr Stewart) made unauthorised usage of Testosterone last year and may until further notice not compete in any races. He is currently still fighting these charges with Drug Free Sport and it may continue for quite some time. What makes it hard for me is that since the release of the statement many local riders have since informed me that he (Mr Stewart) was supplied and apparently made use of the drug during the Cape Pioneer Trek. From my side I want to make it absolutely clear that I had no knowledge of any unlawful actions during my stay with the team. At no point was I aware of what was happening and would like to assure everyone that I have since cut all ties with Mr Stewart and Team FedGroup. As I mentioned before, a lot of the details are only rumors at this stage and I do believe that it is unfair toward those involved to further discuss this issue. Since Pioneer I have not heard anything from Mr. Stewart but as soon as I have more information I will share it with you. Until then I will leave it at at that.

Link to press release: http://www.iol.co.za/sport/cycling/cyclist-suspends-himself-in-drug-row-1.1643380

 

13.02.2014 Dutoit Tankwa Trek, das zweite Rennen kann kommen!

Nach ein paar ruhigen Tagen in Stellenbosch werde ich bereits heute zum nächsten Rennen reisen. Auch diesmal wird es über 3 Etappen führen und da es hauptsächlich ein Teamrennen ist, habe ich mich gegen einen Solostart entschieden. Ich werde mit einem jungen und super motiviertem Südafrikaner (Adriaan Louw) fahren. Er wurde am vergangenen Wochenende Gesamtzweiter und hatte einen sehr starken und super motivierten Eindruck gemacht. So werden wir als junges Team gegen viele starke Teams (BULLS, Specialized, Ralpf Näf und Martin Gujan usw.) antreten, mal schauen was geht….! Die Etappen führen über 88 km, 91 km und 89 km (davon 26 neutralisiert). Das Rennen findet ebenfalls wieder in der Region Cederberg statt, doch diesmal soll es nicht ganz so entfernt von der Zivilisation sein. Trotzdem lasse ich das Office in der Stadt, den Bericht gibt’s dann am Montag! Alle Infos zum Rennen findet ihr unter:

http://www.tankwatrek.co.za/

Hier könnt ihr noch alle Videos zum letzten Rennen anschauen, die Bilder sprechen für sich, einfach unbeschreiblich diese Landschaft!

Day 3 http://www.youtube.com/watch?v=aT7uOO6ZxC0&feature=youtu.be

Day 2 http://www.youtube.com/watch?v=t7s6uH1CkSQ

Day 1 http://www.youtube.com/watch?v=XOp5dhKb5Pw

12.02.2014 Mein Statement zu einem Alptraum!

Vorgestern hatte ich ich euch von einer schlaflosen Nacht erzählt. Vielleicht haben die ein-/ oder anderen bereits irgendwo davon gelesen. Bereits nach dem Cape Pioneer im letzten Jahr hatte ich von verschiedenen Quellen schlechte Nachrichten über das Team FedGroup erhalten. Es ging vor allem um meinen Teampartner und Teamchef Brandon Stewart. Doch zunächst waren es vor allem Gerüchte. Nun wurde es die Tage offiziell. Bereits der Dopingkontrolleur, bei welchem ich nach meinem Etappensieg mehr als 1 Std. mit Warten verbrachte (ich war dermassen dehydriert), hatte mich ein wenig aufgeklärt über das ganze Debakel. Brandon führt im Moment noch einen „Krieg“ mit dem Drugfree Sport von Südafrika, darf jedoch bis auf weiteres keine Rennen mehr bestreiten und wird dies höchst wahrscheinlich auch in naher Zukunft nicht mehr können. Die genauen Gründe sind mir selber nicht ganz klar, anscheinend soll er unerlaubten Gebrauch von Testosteron gemacht haben und erst im Nachhinein ein ärztliches Artest vorgelegt haben (ist eigentlich gar nicht möglich), die Geschichten gingen noch wesentlich weiter am letzten Wochenende. Ich fühle mich zu tiefst   verletzt, da sich Brandon anscheinend sogar während dem Cape Pioneer von seinem Trainer versorgen liess und mit den Substanzen hantierte. Ich möchte hier an dieser Stelle vor allem eines klar ausdrücken. Wäre ich mir über den Ruf des Teams vor meinem Aufenthalt bewusst gewesen, wäre ich keines meiner Rennen in den Farben von FedGroup gefahren. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so nah an diese dunklen Geschäfte gelangen würde, dass ich dermassen hintergangen wurde enttäuscht mich extrem! Von Gerüchten halte ich grundsätzlich nichts, denn ich finde es sehr unfair gegenüber dem Betroffenen. Eine absolute Sicherheit gibt es leider nie, dass ich auf diese Weise ausgenutzt wurde tut weh. Ich möchte mich von sämtlichen Rennen, welche ich in den Farben von FedGroup bestritten habe distanzieren und hoffe, dass Brandon seine Konsequenzen tragen muss. Bis jetzt hat er sich bei mir weder gemeldet, aufgeklärt, noch entschuldigt!

Da ich selber nie mehr Kontakt hatte und vollends aufgeklärt wurde, möchte ich dies hier so stehen lassen! Vlt. erfahre ich in den kommenden Tagen / Wochen noch mehr Details, dann kann ich euch weiter aufklären.

11.02.2014 Zu Gast bei Songo im Kayamandi

Gestern Nachmittag besuchte ich nach einem lockeren Training und einer Sitzung betreffend dem Epic die Kinder der Songo Stiftung im Kayamandi. Um 15.30 Uhr traf ich beinahe das komplette Team Meerendal mit meinem Teamchef Mario Zimmermann, Teamkollegin Esther Süss, Bärti Bucher und noch viele weitere bekannte Gesichter. Sie alle verbrachten die letzte Woche auf dem wine estate Meerendal, welches neben dem Cape Epic Teamsponsor auch einer der Hauptsponsoren der Songo-Stiftung ist. Sogar der Chef (Hermann Coertze) war persönlich mit dabei, auf einem brandneuen Wheeler Bike! Vor zwei Jahren fuhr ich hier im Kayamandi im Vorfeld des Epics das Charity Rennen mit Christoph Sauser und allen Stars der Szene! Damals war ich schockiert, als ich das erste Mal in meinem Leben in einen Township kam. Die Bilder waren neu für mich und gaben mir extrem zu denken! Das Kayamandi Dorf liegt am Stadtrand von Stellenbosch und gilt als sogenannter Township. Hier leben gut 3000 Menschen auf sehr engem Raum zusammen und in ärmsten Verhältnissen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Krankheitsquote ebenfalls und die Aussichten auf eine Karriere mit Geld minimal. Christoph Sauser gründete zusammen mit Mr. Songo und mit Hilfe von Sponsoren wie Specialized die Stiftung und nutzte dazu seine sowie Burry Standers Popularität hier in Südafrika, um vor allem bei der Cape Epic auf die Charity aufmerksam zu machen! Mittlerweile steht inmitten des Kayamandi Dorfes eine Pump Track Bahn und ein renoviertes Gebäude. Hier können die Kinder nach der Schule ihre Hausaufgaben machen und erhalten dabei Unterstützung einer Fachkraft. Dazu können sie sich hier umziehen, duschen und neben Computern auch einen Kraftraum fürs Training nutzen. Durch die Unterstützung der Stiftung wurde bereits einigen Kindern eine Möglichkeit geboten, um an Weltklasse Wettkämpfen wie beispielsweise der Transalp oder WM teilnehmen zu können. Mit diesen Möglichkeiten haben die Kinder eine Vision und ein Ziel vor Augen, welches sie durch gesponsertes Material und mit harter Arbeit eines Tages womöglich erreichen können.

Mr. Songo zeigte uns als erstes die Räumlichkeiten und anschliessend führte er uns mit seinen Kids durch das Kayamandi Dorf. Viele kleine Kinder folgten uns und schienen trotz der Armut sehr glücklich. Diesmal kam ich ein bisschen besser damit klar, als noch vor zwei Jahren, trotzdem werde ich die Bilder nie vergessen. Durch diese Erfahrungen lernt man unseren Standart in der Schweiz etwas mehr zu schätzen und vlt. sollte man sich in unserer Gesellschaft des Öffteren einmal bewusst werden, mit welchen Problemen wir uns auseinander setzen. Die Ampel steht zu lange auf rot, der Nachbar ist zu laut, die Schlange an der Kasse zu lange und das Wetter zu schlecht. Mir hat es auf jeden Fall sehr grossen Eindruck gemacht, was diese Charity bereits alles erreicht hat und ich hoffe, dass sie auch in Zukunft noch viel erreichen wird! Am Abend kroch ich dann etwas nachdenklich in mein grosses Bett, denn die eigene Dusche, das 25 m2 grosse Zimmer und das Pool im Garten meines Guest Houses…..ziemlich relativ, alles gut 5 km entfernt von jenem Ort, wo sich 10 Menschen einen Schlafraum teilen…. verrückte Welt, nicht??!!

Alle Infos findet ihr unter:

http://www.songo.info/

me & Songos next superstar!       me & Mr. Songo

10.02.2014 Durchzogener Saisonstart! Eine etwas längere Räubergeschichte…..

Eigentlich sollte man nach einem Dreitagesrennen todmüde ins Bett fallen und einfach nur noch schlafen wollen. Die letzten Tage hätten eigentlich alles dazu beigetragen, harte Strecken, lange Tage und hochstehende Rennstunden. Trotzdem fand ich auf heute keinen Schlaf, ich war zu aufgewühlt und hatte extrem viel zu verarbeiten. Über das erste Saisonrennen könnte ich beinahe ein Buch schreiben. Kommen wir doch zuerst zum sportlichen!

Am Donnerstag reiste ich mit Erik Kleinhans (Team RECM), der Filmcrew von Specialized (Etienne & JB) sowie Rabon Frantisek (Sausers neuem Teamkollegen) in den Cederberg. Nach knapp 2,5 Std. Fahrzeit auf dem Highway bogen wir rechts ab und vor uns lag noch 1 Std. Schotterstrasse, welche mich an den wohl abgelegensten Ort meines Lebens führte. 3 Tage lang kein Internet, kein Natelempfang, nur die unberührte Natur und ein paar verrückte Mountainbiker! Der Multivan von RECM war vor Staub kaum noch zu erkennen, als wir bis auf die Knochen durchgeschüttelt das Renngelände erreichten. Die Zelte waren aufgebaut und alles parat fürs Rennen. Trotz der Abgeschiedenheit gab es ein wine estate und ein paar kleine Häuschen, welche normalerweise von „Wanderbegeisterten“ benutzt werden. Zum guten Glück hatte es noch ein paar m2 frei für mich im Wohnzimmer und so musste ich nicht im Zelt schlafen (Afrika ist nichts für Schweizer Weicheier wie mich).

  1. Etappe

Etwas verschlafen aber überwältigt von einem weiteren einmaligen Sonnenaufgang stand ich am Freitag um 7 Uhr am Start zum ersten Rennen. Die ersten Km waren noch einigermassen human, da sie auf der breiten Schotterstrasse führten. Doch eben…. Schotter oder Kiesstrassen sind eben nicht präparierte Autobahnen für MTB’s wie bei uns in Europa. Auf den Dämpfer meines brandneuen Fullys war ich ab dem ersten Meter angewiesen! Nach 20 km wusste ich dann, wieso das Rennen „ride the rock“ und nicht „ride the grass“ heisst. Es war das reinste Gemetzel durch die Steine und als es nach 40 Km in die entscheidende Abfahrt ging, da war ich tatsächlich der zweite Begleiter der bis dahin 6 köpfigen Spitzengruppe, welcher sich durch einen Plattfuss verabschiedete! Ich hatte extra den Pneu gewählt, mit welchem ich zwei Jahre lang all meine Rennen (11&12) ohne einen einzigen Platten bestritten hatte! Ihr könnt euch selber denken, in welcher Stimmung ich war! Ich glaube jeder Leopard oder Löwe in dieser Gegend wäre vor mir geflüchtet! Ich hielt also an und startete das Prozedere……. Leider hielt die Luft nicht allzu lange und so fuhr ich vorsichtig weiter, da ich hoffte, dass am Ende der Abfahrt eine Standpumpe in der Feedzone auf mich wartete! Als ich um die nächste Kurve fuhr, stand Rabon Frantisek mitten auf dem Weg, am Knie blutend und offenbar verzweifelt, da er gerade die erste Patrone in den Sand setzte. Mein Rennen war eh gelaufen und so hielt ich an und half ihm, seinen wohl ersten Platten bei einem Bikerennen inmitten einer imposanten Steinlandschaft zu flicken. „Franti“ fuhr viele Jahre in der Pro-Tour auf der Strasse bei grossen Teams wie T-Mobile und Omega Pharma QuickStep und hatte schon so manches erlebt, doch diese Situation war ziemlich neu für ihn. Zack, Schlauch rein und Patrone drauf. Kaum war die Luft drin, da kam auch schon der halbe Schlauch aus dem gut 3 cm langen Cut in der Flanke raus. Oke…. Luft wieder raus und einen Gel rein drücken, damit der Schlauch nicht mehr raus drückte. zum Glück hatte Franti eine anständige Pumpe dabei. So pumpte ich neben seinem, auch noch meinen Pneu, welcher danach bis ins Ziel dicht hielt. Nach ein paar 100 Metern in der Abfahrt stoppte ich kurz, um nach Franti zu sehen. Kaum war er bei mir, zischte es erneut aus seinem Pneu. Dasselbe Spiel also nochmals von vorne…. Schlauch und Gel rein und von Hand pumpen. Nach 50 Metern setzte er dann mit einem weiteren Plattfuss den Startschuss zu seiner Wanderung bis ins Tal! Wir hatten kein Flickzeug mehr und so liess ich ihn nach 40 Minuten Servicearbeit und sauren Oberarmen vom vielen Pumpen alleine zurück. Die restlichen 40 Kilometer bis ins Ziel waren dann wieder gut befahrbar, mein Rennen jedoch gelaufen und so fuhr ich in einem anständigen Tempo mit einem riesigen Rückstand ins Ziel. Franti kam nach 5 weiteren Plattfüssen und nach einer geschätzten Ewigkeit doch noch ins Ziel, da ihm noch viele weitere Fahrer einen Schlauch spendeten. Seinen zweiten Start bei einem Bikerennen hatte er sich sicherlich ein wenig anders vorgestellt. But that’s Africa man!

  1. Etappe

Nach der 1. Etappe hatte ich extrem den Anschiss und am liebsten hätte ich mein Zeug gepackt und wäre wieder nach Hause gefahren. Mein Rennen war bereits am ersten Tag vorbei und den Gesamtsieg konnte ich mir „abschminken“. Das einzig Positive war, dass ich die super imposante und spektakuläre Landschaft etwas mehr geniessen konnte! Durch dieses Rennen bekam ich einmal mehr die Möglichkeit, die genialsten Trails zu heizen und die unberührte Natur zu bestaunen! Die zweite Etappe startete dann direkt mit einem Anstieg. Das Tempo war von Beginn weg hoch und obwohl ich überhaupt noch nicht im Rennmodus war, fühlten sich meine Beine super leicht an. Da ich dieses Rennen vor allem als Standortbestimmung nutzen wollte, entschied ich mich nach wenigen Metern für die Aussicht eines möglichen Etappensieges. Ich setzte mich bis zum ersten Berg and die Spitze und konnte so im langen Singletrail meine Linie fahren. Nach einem super langen Trail hatte ich tatsächlich ein paar Meter Vorsprung. Der Abstand blieb allerdings einige Kilometer gleich und schliesslich holten sie mich nach einer langen Geraden mit Gegenwind wieder ein. Die folgenden Km bestimmte ich jedoch wieder das Tempo und als es nach 20 Km in den nächsten langen Anstieg ging, zog ich ein zweites Mal davon. Grund dafür war hauptsächlich eine längere Sandbank, durch welche man mit extrem viel Kraft fahren musste und keinen Fehler machen durfte. Mir gelang dies perfekt und so konnte ich bis zum zweiten Berg einen ordentlichen Vorsprung heraus fahren. Die restlichen gut 40 Kilometer waren dann eher schnell und teilweise mit starkem Gegenwind auf den endlosen Schotterstrassen. Nach knapp 3 Rennstunden konnte ich den Etappensieg feiern und somit meine Stimmungslage um 180° wenden!

  1. Etappe

Heute wartete nach gut 20 km ein mit 5000 Rand dotierter King of Mountain Preis auf uns und somit war auch mein Ziel klar gesetzt. Als es nach 15 sehr schnellen Km in die Steigung ging, da konnte man schon von weitem den gesamten Weg zum Gipfel sehen! Ein imposanter Anblick, führte die Strasse doch beinahe schnurgerade bis zur Passhöhe! Ich konzentrierte mich vor allem auf Erik Kleinhans und Franti. Es war jedoch der Gesamtzweite Adriaan Louw, welcher aufs Gas drückte. Kurz vor der letzten und einzigen Kurve attackierte Louw von der Spitze und mir war klar, dass ich sofort mitgehen und evlt. kontern musste. Ich zog auf die andere Strassenseite und holte tatsächlich ein paar Meter raus. Doch nach der Kurve wartete nicht der Bogen, sondern eine nächste Rampe auf mich. Die Situation war somit klar und mit viel Schmerzen und Säure verbunden! Mit einem weiteren Antritt holte ich schliesslich den Bergpreis und seit da weiss ich wieder, wo meine Laktat-Toleranz liegt! Nach der Abfahrt (ein weiterer super cooler Trail) bildete sich wieder eine 5 köpfige Spitzengruppe. Aus dieser attackierte dann Franti gut 10 km vor dem Ziel und gewann sein erstes  Bikerennen. Somit hatte unser Haus sämtliche Siege geholt, denn Erik Kleinhans gewann neben der ersten Etappe auch den Gesamtsieg. Aus dem Sprintfinale unserer Verfolgergruppe hielt ich mich dann raus, auf eine zweite Ladung Laktat hatte ich wirklich keine Lust mehr! Rang 4.

Alles in allem kam es doch noch zu einem sehr coolen Rennwochenende und ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Formstand. Die Rennen wurden hart ausgefahren aber die Stimmung nach dem Rennen war wie immer einmalig in Südafrika!

Das neue Bike kam ebenfalls mit den super harten Bedingungen zurecht und auch mein Rücken hielt den Belastungen problemlos stand. Dazu durfte ich einmal mehr unzählige sehr nette Leute kennen lernen und vor allem das Fachsimpeln mit Franti über den Unterschied vom Strassen und Bikesport war sehr spannend. Vielen Dank an dieser Stelle an Erik Kleinhans und Specialized für den Support und die Gastfreundschaft!

Über den Grund meiner beinahe schlaflosen Nacht erzähle ich Euch im nächsten Blog! Sonst endet das hier ja nie mehr……

06.02.2014 Isuzu ride the rock! Erstes Saisonrennen steht vor der Türe!

Heute Vormittag werde ich zum ersten Rennen der neuen Saison reisen. Das Etappenrennen „Isuzu ride the rock“ führt von Freitag bis Sonntag über 3 Etappen (85, 55,65 km) und wie es der Name schon verrät, soll es anscheinend ziemlich „rockig & felsig“ sein. Das Rennen liegt gut 3 Autostunden von Stellenbosch entfernt und führt durch das Cederberg Naturschutzgebiet. Ich bin gespannt auf diese Region, denn einmal mehr werde ich durch ein Rennen die Möglichkeit haben, einen weiteren Teil Südafrikas kennen zu lernen! Die letzten Tage konnte ich mich hier in Stellenbosch gut an die „Hitze“ gewöhnen und meinem Training nachgehen. Trotzdem war es sehr schwierig, die Motivation hoch zu halten. Das ständige auf und ab machte mir zu schaffen und so konnte ich mich bislang auch noch nicht für das Rennen aufbauen. Da es zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Saison liegt, ist es auch eher eine Standortbestimmung und ja auch noch keine WM. Ich versuche einfach Spass am Rennen fahren zu haben und vlt. auch etwas die Strecke und Landschaft zu geniessen. Mit Erik Kleinhans und Rabon Frantisek (Sausers Partner für das Cape Epic) werden zwei sehr schnelle Fahrer am Start stehen und somit werde ich spätestens am Sonntag Nachmittag wissen, wie es um meine Form steht. Da wir in Zelten übernachten werden, lasse ich mein „Büro“ in Stellenbosch. Den Bericht zum Rennen gibt’s dann am Montag! Kette rechts und Full Gaz!

http://www.cederbergevents.co.za/

03.02.2014 Mit dem Epic will es einfach nicht!

Die Sonne brennt, der Asphalt ist dem Verlaufen nahe, die Luft schimmert am Horizont durch die Hitze und der Schweiss läuft in Strömen….. die Beine drehen jeden Tag besser und da ich diese Bedingungen liebe, scheint eigentlich alles perfekt zu sein! Trotzdem erhielt ich leider einmal mehr schlechte Nachrichten und so schien die Sonne für ein paar Stunden nicht mehr wie gewohnt vom Himmel! Meine Cape Epic Pläne wurden durch die Absage von meinem Cape Pioneer Partner Brandon Stewart zerstört! Ebenso die eine Strassenrundfahrt! Über die Details werde ich zu einem späteren Zeitpunkt Stellung nehmen, da ich bis dato nur sehr schwach informiert bin! Mit dem Team FedGroup werde ich mich jedoch per sofort distanzieren, eigentlich gar nicht nötig, da ich so gut wie keinen Kontakt mehr hatte seit meinem letzten Afrika Aufenthalt! Nach dem Rücktritt von Thomas Stoll, der Verletzung von Lakata und somit der Absage des Team Topeaks ist es nun das dritte Mal, dass ich mich auf etwas Neues einstellen muss und mein Ziel etwas verloren geht! Trotz dem ganzen Pech versuche ich jetzt einfach wieder den Fokus auf mein Training zu richten und schaue, dass ich auf jeden Fall einen guten Grundstein für die Saison legen kann, Cape Epic hin oder her……..

Hier in Stellenbosch geht es auch neben dem Training ganz schön zu! Die Studenten beginnen die kommende Woche mit ihren Semestern und bis dahin nutzen sie ihre freie Zeit vor allem mit einem… Party machen! Auf allen Strassen sind Bühnen aufgebaut und überall läuft die ganze Nacht Musik! Kein Wunder, den mit 30’000 Studenten ist hier ganz schön was los! So ist manchmal das Profileben etwas zäh, da die DJ’s auf den Strassen doch für die ein oder andere nightsession locken… haha! Die Freude am Training überwiegt allerdings und so setze ich die Prioritäten da, wo sie eben sein müssen!

29.01.2014 Die ersten Kilometer in den Teer gebrannt!

Etwas traurig war ich schon, als mich meine Familie an den Flughafen brachte. 11 Wochen sind eine ziemlich lange Zeit, doch ich bin mir sicher, dass sie durch das grosse Programm relativ schnell vorbei gehen wird. Heute habe ich bereits die ersten Trainingskilometer erfolgreich in den Teer gebrannt. Vor lauter Freude über die geniale Landschaft und das perfekte Wetter verschätzte ich mich zwar schon am ersten Tag bei der Wahl meiner Runde, doch es hatte sich mehr als gelohnt. Die Reise nach Stellenbosch verlief ebenfalls reibungslos. Ausser der Flug war etwas anstrengend, da ein Kleinkind ein paar Reihen vor mir bei seinem wohl ersten Flug nicht wirklich glücklich war und so verliess ich trotz Schlaftabletten und Ohrenpucks das Flugzeug mit grossen Augenringen, haha! Am Flughafen wartete bereits das Taxi des Meerendal wine estate Hotels (http://www.meerendal.co.za/) und brachte mich mit meinen zwei Kartons und der grossen Tasche zu meiner Unterkunft nach Stellenbosch. Herzlichen Dank für diesen Support! Am ersten Abend traf ich dann auch gleich meine beiden Teamkollegen Lukas Buchli und Hansueli Stauffer und so konnten wir bereits etwas fachsimpeln über das bisherige Training und die weiteren Aussichten. Morgen werde ich bereits das erste „kick ass“ Training haben und ich hoffe, dass die Schmerzen unter dem blauen Himmel und an der frischen Luft etwas mehr vergessen gehen, als auf der Rolle im Keller! In einer Woche fahre ich ja bereits zum ersten Rennen und bis dahin wartet schon noch ein klein wenig Arbeit auf mich!

Keep pushing hard!

Und ich dachte, ich wäre der einzige Affe auf der Strasse!

26.01.2014 Mein neues Arbeitsgerät im Cape Epic Design!

26.01.2014 Time’s running…..! 11 Wochen Südafrika!

Es ist eine Mischung zwischen Freude und „Respekt“, mit der sich meine Gefühlswelt im Moment auseinander schlägt. Bereits Morgen Abend werde ich um 22.35 Uhr in Zürich mit der Edelweiss Maschine abheben und für die nächsten 11 Wochen nach Südafrika reisen. Einerseits ist die Freude auf die Wärme und die vielen Renneinsätze riesig, doch auf der anderen Seite wird es viel von mir abverlangen, zumal ich diesmal oftmals meinen eigenen Weg gehen werde. Das Rennprogramm habe ich mir bewusst relativ dicht und umfangreich zusammengestellt. Die ersten 9 Nächte werde ich in Stellenbosch trainieren und mich an die Temperatur gewöhnen. Danach starte ich bereits mit dem ersten 3 Tagesrennen in die neue Saison. In den letzten Tagen fühlte ich mich sehr gut, die Form und der Aufbau stimmen und ich kann es kaum erwarten, wieder eine Nummer an den Lenker montieren zu können! Die letzten Wochen waren etwas zermürbend. Nach den unzähligen Einheiten auf der Rolle ist es langsam wieder Zeit, um auch das Bike wieder in Bewegung zu setzen. Die Trails rund um Stellenbosch und auch die ersten zwei 3 Tagesrennen werden mir perfekte Rahmenbedingungen geben, um mein neues Arbeitsgerät da ausfahren und testen zu können, wofür es gebaut wurde!

Damit nicht nur ich, sondern auch mein gesamtes Material (Rennrad, Hardtail, Fully) den weiten Weg nach Südafrika schaffen, darf ich auf die grosszügige Unterstützung der Edelweiss Airline zählen! Für mich natürlich genial, den so fehlt es mir wirklich an nichts! Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei der Edelweiss Airline bedanken!

www.flyedelweiss.com

Mein Ziel ist es natürlich, euch auf meinem Blog so oft wie möglich von meinen Erlebnissen und Eindrücken zu erzählen! Falls ihr auch laufend aktuelle Bilder sehen möchtet, so könnt ihr mir neu nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Instagram folgen: bachtelbiker

Bis bald….. Konny

ach ja….. das Teil kommt natürlich auch mit!

Mein Vorsatz fürs neue Jahr:

wer immer das tut, was er schon kann, bleibt das, was er schon ist….!

17.01.2014 Die Rolle glüht, der Fahrplan stimmt! Das Programm steht fest! Einblick in den Alltag.

Zum guten Glück habe ich eine gute Durchlüftung in meinem Keller, ansonsten hätte ich wahrscheinlich schon lange ein eigenes Hallenbad inkl. Salzwasserpot, gefüllt vom gesamten Schweiss der letzten paar Wochen. Obwohl das Wetter extrem gut war, absolvierte ich meinen strikten Trainingsplan und so fuhr ich beinahe täglich am Vormittag meine Übungen auf der Rolle. Am Nachmittag stand dann meistens noch das zweite Training an, doch dann nutzte ich das gute Wetter natürlich und ging an die frische Luft. Neben dem Radtraining ergänzte ich das Training auf den Langlaufskiern und dem Fitnesstraining im Center! Aufgrund der Tatsache, dass ich mein gesamtes Training auf den Kopf gestellt habe, verfolge ich im Moment ganz andere Trainingsprinzipien als in den vergangenen Jahren. Durch die genaue Überwachung der Trainings durch das SRM System kann ich unzählige Daten sammeln, auswerten, analysieren und schliesslich vergleichen und meine Fortschritte 1 zu 1 nachvollziehen. Es stehen somit nicht mehr die langen Grundlagenausfahrten auf dem Programm, sondern vielmehr teilweise hoch intensive Trainings, welche ich auf der Rolle wesentlich gleichmässiger und effektiver fahren kann. Somit macht auch das Rollentraining trotz teilweise heftigen Schmerzen (haha) richtig Spass und meistens geht die Zeit sehr schnell rum. Dazu hatte ich bislang noch nie Gegenwind und der „Kuhnagel“ and den Händen & Füssen blieb ebenfalls aus! Neben dem Training habe ich erfolgreich meine Prüfungen in Zürich abgelegt und organisierte meinen gesamten Aufenthalt in Südafrika.

Die Vorfreude auf die bevorstehende Zeit ist riesig und da ich bereits vom 7.-9. Februar mein erstes Rennen fahre, stieg ich umso motivierter ins tägliche Training! Aufgrund der unglücklichen Umstände rund ums Cape Epic habe ich nebenbei ein cooles und intensives Rennprogramm zusammen gestellt. Dazu kommen noch ein paar Strassenrennen, welche ich als Vorbereitung fahren werde. (der prov. Rennkalender ist bereits online) Dieses Jahr werde ich definitiv ein etwas anderen Weg einschlagen und ich freue mich auf die kommenden Herausforderungen und den Geschmack der Sonnencreme, haha!

Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an meinen „Webmaster“ und Götti Urs! Er hat die gesamte HP auf Vordermann gebracht. Für eine komplette Neuaufschaltung fehlte mir schlichtweg die Zeit.

 

05.01.2014 Ehrung zur Hinwiler Sportskanone 2013!

Heute Nachmittag wurde in der Gemeinde Hinwil anlässlich des „Neujahrs-Apéro“ das erste Mal eine Sportlerehrung durchgeführt. Durch das neu ins Leben gerufene Sportnetz Hinwil wurden in 6 verschiedenen Kategorien erfolgreiche Hinwiler Sportler geehrt. Da ich dieses Jahr bei keiner WM oder EM durch gute Leistungen überzeugen konnte, war ich in der Kategorie Sportskanone aufgestellt und darf nun diesen „Titel“ ein Jahr lang tragen. Der Hinwiler Neujahrs-Apéro ist ein jährliches Zusammenkommen der Bevölkerung, wo man gemeinsam auf das neue Jahr anstossen und auch einmal mit dem Gemeindepräsidenten ein paar Worte wechseln kann. Vielen Dank für die Ehrung, den schönen Anlass und die netten Gespräche! Ich wünsche natürlich auch von meiner Seite euch allen ein erfolgreiches, gesundes und erlebnisreiches Jahr 2014! Gibihm….!

04.01.2014 Up & down! Eine hektische und belastende Zeit neigt sich dem Ende zu!

Ehrlich gesagt hatte ich mir die Weihnachtszeit und vor allem Neujahr etwas weniger anstrengend vorgestellt. Im letzten Blog Eintrag habe ich euch von meinen Plänen erzählt. Der Weg und das Ziel schienen klar gesetzt und ich hatte die Möglichkeit, als Gastfahrer für das Team Topeak das Cape Epic zu bestreiten. Nach dem Rücktritt von meinem Teamkollegen Thomas Stoll fehlte mir zunächst ein Partner für dieses prestigeträchtige Rennen. Mit dem Deutschen Meister Robert Mennen als Teamkollegen hätte ich mit einem super starken Partner ins Rennen gehen können. Der Flug ins erste Trainingslager war gebucht und die Motivation beim Training stieg von Tag zu Tag! Kurz vor Neujahr reiste ich an einem Ruhetag noch zu meinem Teamchef nach Adelboden und verbrachte einen Traumtag auf den Skiern! Nach einem perfekten Tag im Schnee erhielt ich am Abend die traurige Nachricht, dass sich Alban Lakata die Achillessehne gerissen hatte. Lakata wäre mit dem Neuzugang bei Topeak, dem Tschechen Kristian Hynek ins Rennen gegangen und da Lakata nun für die nächsten paar Monate ausfallen wird, war meine Situation ziemlich klar. Ich musste mich wieder nach einem neuen Partner umsehen.

Das ganze Projekt mit Topeak kam vor allem deshalb zustande, da mir lange Zeit die nötigen Informationen aus Südafrika fehlten, um etwas Festes planen zu können. Doch nach ein paar kurzen Telefonaten war klar, dass ich schon lange einen festen Platz beim Team FedGroup für das Cape Epic haben würde. Nach ein paar hektischen Tagen, an denen ich ziemlich am rotieren, organisieren und planen war, habe ich nun ein neues Projekt auf die Beine gestellt und ich freue mich wie ein kleines Kind darauf. Das Trainingslager auf Gran Canaria habe ich gestrichen, ebenso das Andalusien Bike Race, welches ich als Vorbereitung hätte fahren wollen. Nun reise ich bereits am 27. Januar nach Kapstadt und werde mich dort für längere Zeit in Stellenbosch einrichten. Die ersten Rennen bestreite ich bereits anfangs Februar. Neben dem eigentlichen Hauptziel, dem Cape Epic, werde ich auch noch die grösste Südafrikanische Strassenrundfahrt über 6 Etappen bestreiten. Das Rennen findet am Rande des Krüger Nationalparks statt und wird das letzte Rennen vor meiner Heimreise, welche ich am 15. April haben werde, sein! Der definitive Rennkalender schalte ich in den nächsten Tagen auf. Im Moment stehen mir noch zwei Prüfungen zum Fitnesstrainer und eine Staplerprüfung bevor, damit ich neben dem Bike auch mit dem ganz schweren Gerät (16 Tonnen und 26 Meter Arbeitshöhe) die Strassen unsicher machen kann. Ob es noch für den neuen geplanten Internetauftritt reicht, weiss ich im Moment noch nicht. Der Fokus liegt im Moment voll und ganz auf dem Training, damit ich an die erfolgreiche Zeit von meinem letzten Südafrika Trip anschliessen kann! Es steht eine intensive und super spannende Zeit bevor! Ich hoffe, ihr seid auch dabei….

Ende gut, alles gut….. dies kann man im Moment wohl so sagen. Ich wünsche an dieser Stelle meinem Rennfahrer Kollegen Alban Lakata ganz gute Besserung und eine schnelle Genesung!

Keep on dreaming pushing & fighting hard!