Rennberichte

Die Lage am Kap in der Übersicht!

Die vergangenen zwei Wochen verliefen rückblickend leider nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hätte und vor allem nach der Imbuko big5 Challenge plagte mich ein starkes Unwohlsein und auch der Dampf in den Beinen blieb aus.  Am Anfang der Saison ist es immer etwas schwierig, den Flow wieder zu finden und auch die ganze Reiserei und die Klimawechsel forderten vlt. doch etwas mehr Substanz als geplant (ich bin halt leider auch nicht mehr 20 Jahre alt……)

Das Klima am Kap ist im Vergleich zu Namibia nämlich etwas verschieden und während im nördlichen Nachbarland der Sommerregen die Gräser sprühen und die Pollen fliegen lässt, so bleibt die Luft  extrem trocken. Am Kap gibt es normalerweise erst im Winter Regen und dementsprechend trocken sieht es momentan auch aus. Die Luftfeuchtigkeit ist allerdings etwas höher und somit verdurstet man nicht bereits nach jedem Atemzug aufs Neue, dafür ist der Wind vom Meer her um diese Jahreszeit besonders stark. Das Radfahren macht aktuell vor allem auf der Strasse ausschliesslich in eine Richtung Spass und der Rückweg oder teilweise sogar die Abfahrten erfordern mehr Muskelkraft als die Anstiege! Es ist also die richtige Einstellung gefragt und an das Pfeifen im Ohr gewöhnt man sich nach einer gewissen Zeit ebenfalls. Das Haus zu reinigen ist dafür im Moment keine grosse Kunst, denn man kann einfach einmal alle Fenster öffnen und nach 1 Std. Durchzug ist die Bude wieder sauber und der Staub weg, hehe…….

Spass beiseite!

Das Unwohlsein und der Druck im Brustbereich beschäftigten mich so stark, dass ich mich bei einem Kardiologen durchchecken liess, und zum guten Glück gab es kein Grund zur Sorge und Entwarnung!

Am letzten Wochenende reiste ich mit meiner Frau nach Stanford, ein kleiner Ort gut 90 Autominuten östlich von Somerset. Beim diesjährigen Cape Epic werden die ersten beiden Etappen in dieser Gegend ausgetragen und bei der Stanford MTB Classic führte die Strecke des Rennens über 80 Km und grössten Teils über die Originalstrecke des Epic’s. Normalerweise darf man die Strecken im Vorfeld nicht besichtigen, denn viele Abschnitte führen über Privatfarmen und da kriegt man nur Ärger oder man kommt gar nicht erst auf die Grundstücke. Somit bot sich das kleine Rennen zur Streckenbesichtigung perfekt an und wurde am Ende durch das Ausbleiben starker Konkurrenz ein ideales «Training» unter Rennbedingung inkl. erstem Saisonsieg.

Für mich waren die letzten drei Wochen gerade, was das neue Material anbelangt, sehr wichtig und ich bin superglücklich damit. Bis am Ende nach einem Materialwechsel die perfekte Position (richtige Vorbaulänge usw.) gefunden ist, braucht es doch stets ein paar Feineinstellungen-/ Tests und aktuell ist es mir sprichwörtlich «vögeliwohl» auf dem neuen Bike! Neben dem Training habe ich mich auch ausgiebig mit meiner ersten USA Reise auseinandergesetzt. Visa abgeklärt, Flüge gebucht, Unterkunft und Mietauto organisiert und am 8. März werde ich bereits vom Veranstalter auf den Onlinekanälen als einer der ersten Athleten genauer vorgestellt. Ob es mit dem Cape Epic noch etwas wird, das weiss ich aktuell noch nicht und wenn ich am Ende doch noch fahren sollte, dann werde ich mir 2 Etappen herauspicken und da das Podest anpeilen und den Rest der Woche verhalten angehen. Schliesslich möchte ich am 22. April beim ersten Showdown in den USA in voller Frische antreten und somit kann ich mich die verbleibenden Wochen in Südafrika ohne Druck aufs Training konzentrieren. Die Saison wird noch lange genug und die Vorfreude darauf steigt von Tag zu Tag!

Mit steigender Form fällt nämlich auch der Rückweg im Gegenwind etwas leichter und nebenbei machen auch die Abfahrten wieder Spass!

Einzig an die permanenten Stromausfälle muss man sich als «Ausländer» gewöhnen. Bei uns hört man ja nicht allzu viel in den Nachrichten aber die aktuellen Zustände in Südafrika sind doch sehr bedenklich. Je nach Phase haben wir aktuell bis 11 Stunden am Tag keinen Strom und so ist es keine Seltenheit, dass man mit der Stirnlampe in der eigenen Küche auf dem Campingkocher den ersten Kaffee aufsetzt. Die Phasen des Stromausfalls ändern ständig und so haben wir zB. an einem Tag von 4-6 Uhr, 10-12 und 16 bis 20 Uhr keinen Strom. Am nächsten Tag von 8 -10 Uhr, 14-16 Uhr und 20-22 Uhr usw…. Es hat natürlich auch nicht das ganze Kap auf einmal keinen Strom, die Ortschaften wechseln sich logischerweise ab. So ist es dann zB. in Stellenbosch dunkel und in Somerset hell oder umgekehrt…. An den wirtschaftlichen Schaden für das Land möchte ich gar nicht denken und auch die ganzen Restaurants tun mir leid. Je nach Wind und Lage des Dieselgenerators schmeckt das Essen halt am Ende nur halb so gut, denn die Abgase und Geräuschkulisse vertreiben irgendwann auch den letzten Stammgast! Auch die Probleme mit der Abwasserversorgung und Kläranlagen werden immer grösser und aktuell sind leider keine schnellen Lösungen in Sicht. Verfolgt man aktuell das gesamte Weltgeschehen, so gibt es sicherlich grössere Probleme als der ausbleibende Strom und trotzdem denke ich, könnte man mit dem Geld der Waffen einige der Probleme an diesem Ort hier lösen!

So, soviel zu meiner Philosophiestunde…. Naja, ab und zu darüber reden tut halt trotzdem gut!

Ride on!

Happy Trails Konny