Rennberichte

Enttäuschender 4ter Rang am Eiger Bike!

Zweiter Lauf der Garmin Swiss Bike Classics bei idealen äusseren Bedingungen an der 20. Eiger Bike Challenge, am Sonntag, 13. August 2017 in Grindelwald.
Foto Martin Platter

Mit Rang 4 schrammte ich in Europa erst das zweite Mal in diesem Jahr am Podest vorbei. Obwohl es ein solides Resultat war, ist es für mich eine grosse Enttäuschung! Ich hatte mir ganz klar mehr erhofft & vorgenommen, doch leider mag mich die anspruchsvolle Strecke in Grindelwald genauso wenig wie ich sie (sie liegt mir einfach nicht, schön wäre sie schon!)!

Bereits am Freitag war ich ungewohnt angespannt und nervös, dies wohl einfach deswegen, weil ich ein Top-Resultat anstrebte und ich nach der Pause unsicher über den Stand meiner Form war.

Bereits früh im Jahr fragte mich der Veranstalter an, ob ich beim Prolog am Samstagabend mit dabei sein möchte. Dieser wurde das erste Mal im Rahmen des 20jährigen Jubiläums der Eiger Bike Challenge ausgetragen und ich dachte, es würden auch einige Elite-Kollegen der Einladung folgen. Dem war dann leider nicht so und ich war der Einzige, der aus dem Profifeld am Sprintrennen startete. Die Strecke führte mitten über den Dorfplatz von Grindelwald und die kurze Strecke war gesäumt von vielen Zuschauern, darunter auch unzählige Touristen aus Asien, welche wohl die Welt nicht mehr verstanden. Im Hintergrund die einmalige Kulisse der Eiger Nordwand! Eigentlich eine perfekte Ambiente und deshalb umso bedauernswerter, dass sich nicht mehr Fahrer eingeschrieben hatten. Für den Sprint wurden dann jeweils 4 Fahrer zusammen gestartet, wobei die ersten 2 der Läufe eine Runde weiter kamen. Ich konnte alle 3 Vorläufe gewinnen und am Ende auch das Finale, wobei ich am Ende dann doch ganz schön fahren musste, damit es für den Sieg reichte.

Heute Morgen freute ich mich dann umso mehr auf das richtige Rennen über 88 Kilometer und knapp 3‘900 Höhenmeter! Endlich ging es also los, mit den Schweizer Klassikern! Das Wetter hätte nicht besser sein können und  ich war bereit, Alles zu geben! Im ersten Anstieg hinauf zur Grossen Scheidegg diktierten Huber & Chenaux das Tempo und so sind wir nach 46 Minuten bereits die ersten 1‘000 Hm geklettert! Oben angekommen folgte eine kurze Abfahrt, bevor der nächste Anstieg hinauf zum First kam und da bekam ich bereits das erste Mal Probleme. Als ich einen Gel zu mir nahm, verkrampfte sich plötzlich mein Magen und mir war gar nicht mehr wohl. Zudem hatte ich plötzlich Mühe, dem Tempo der Spitze zu folgen und mein Ziel, als Erster in die Abfahrt hinunter zum Bort zu fahren, misslang mir ebenfalls. Dazu fielen mir beinahe die Augen zu, ich war müde und komplett neben der Spur! Ich konnte die Hinterräder nicht halten, obwohl es eigentlich keine schwierige Abfahrt war und so hatte ich mir gut 20 Sekunden Rückstand eingehandelt. Vorne fuhren die beiden Teamkollegen Zurbrügg & Stauffer sowie Huber & Stutzmann. Nun musste ich also bereits gehörig investieren, dass ich wieder aufschliessen konnte und dabei tat ich mir richtig weh. So weh, dass ich kurz nach dem Aufschliessen beim Anstieg hinauf zum Feld erneut abreissen lassen musste! Es kam einfach nichts aus den Beinen und noch immer war ich unglaublich müde und leer.

In der Abfahrt nach Grindelwald konnte ich dann Chenaux wieder einholen, (er hatte mich beim Feld überholt) und zusammen schlossen wir zu Huber auf, welcher einen Rahmenbruch erlitten hatte. Beim nächsten steilen Anstieg hinauf zum Bort fuhr mir dann Chenaux schnell davon und von hinten kam nun auch noch Moser heran. Ich war am Ende und in der folgenden Abfahrt zurück nach Grindelwald konnte ich nur mit grosser Mühe den Hinterrädern von Huber & Moser folgen. Gels konnte ich keine mehr nehmen und so musste eine Flasche Cola reichen, um noch über die Kleine Scheidegg zu kommen. Da Huber durch den Defekt zurück fiel, waren wir zu zweit auf den Rängen 5 & 6 unterwegs und nach vorne hatten wir über 2.30 Min Rückstand und hinter uns schien auch weit und breit niemand zu kommen. So nahm ich mir den 5ten Rang zum Ziel und zwar mit möglichst wenig Aufwand, damit ich für den Grand Raid ein wenig Körner sparen würde. Mein Tagesziel war ja sowieso dahin ……

Knapp 3 Km vor dem Gipfel kam dann tatsächlich Teamkollege Huguenin von hinten angeschossen und zog auch gleich vorbei! Weiter vorne kam dafür Zurbrügg immer näher und als wir die gut fünfminütige Laufpassage durch eine steile und morastige Alpwiese erreichten, fand ich neue Motivation. Ich glaubte an den 4ten Rang!! So rannte ich Moser davon und schloss zu Huguenin auf. Gemeinsam stachen wir mit gut 15 Sekunden Rückstand in die letzte Abfahrt zurück nach Grindelwald. Was uns entgegen kam war, dass es noch eine kleine Gegensteigung gab und genau da schafften wir den Anschluss an Zurbrügg. Eine ungünstige Situation, denn nun waren wir alle 3 Teamkollegen zusammen unterwegs. Wir hätten auch einfach ins Ziel rollen können, doch im finalen kurzen Anstieg hinauf zum Ziel fuhren wir die Sache dann doch noch aus und so konnte ich mir im Sprint den 4ten Rang sichern und somit wichtige Punkte für die Gesamtwertung holen.

Ich war ganz klar enttäuscht vom heutigen Rennen. Doch ich denke, dass ich die Gründe kenne. Ich war zu nervös, was mir viel Energie raubte…  dazu der krampfende Magen und die Müdigkeit, da ich wohl keine Energie aufnehmen konnte und der eigens auferlegte Druck……  keine Ausreden und Rang 4 war heute mein Maximum. Nun habe ich bereits in 6 Tagen die Möglichkeit, es besser zu machen! Der Grand Raid, eines meiner Lieblingsrennen wartet mit seinen 5‘000 Höhenmetern und 127 Km auf mich!

Ein grosses Dankeschön ans gesamte Team für die perfekte Betreuung!

Bis nächste Woche!

Zweiter Lauf der Garmin Swiss Bike Classics bei idealen äusseren Bedingungen an der 20. Eiger Bike Challenge, am Sonntag, 13. August 2017 in Grindelwald.
Foto Martin Platter
Zweiter Lauf der Garmin Swiss Bike Classics bei idealen äusseren Bedingungen an der 20. Eiger Bike Challenge, am Sonntag, 13. August 2017 in Grindelwald.
Foto Martin Platter