Rennberichte

Sieg bei der Kreuzegg Classic, Rang 2 in Wetzikon!

Ein erfolgreiches Rennwochenende liegt hinter mir. Mit dem Sieg bei der Kreuzegg Classic am Samstag und dem 2ten Rang am Sonntag konnte ich gleich zwei Podestplätze erzielen. Ehrlich gesagt war das Ganze überhaupt nicht selbstverständlich, denn ich durchlebte eine sehr kräftezehrende Woche. Ich kann höchstens zwei Eintagesrennen aufzählen, nach welchen ich jeweils so kaputt bin, wie nach der TransVesubienne vom letzten Wochenende (Grand Raid & Desert Dash)! Es war sicherlich die ganze Woche zusammen mit Training, Reiserei und schliesslich das super harte Rennen obendrauf, welche mich dermassen leerte. Ich fühlte mich bis Donnerstag in etwa so, als hätte ich einen Box-Kampf gegen Klitschko hinter mir, haha! Mir tat fast jeder einzelne Muskel weh, doch kein Wunder, denn bei der TransVesubienne ging es ja nicht nur um das Treten alleine. Die vielen Tragepassagen, die ganzen Schläge auf den Rücken, das Ziehen und Zerren am Lenker und Rad, die Fehltritte durch die Geröllpassagen und steinigen Bachdurchquerungen….. schliesslich zog ich nach dem Training am Mittwoch die Notbremse und gönnte mir zwei komplette Ruhetage.

Am Samstag fuhr ich dann mit dem Bike nach Bütschwil, wo ich nach ein paar Jahren „Auszeit“ wieder einmal bei der Kreuzegg Classic starten konnte. Der Sportanlass ist der grösste des Toggenburg’s und neben dem Bike-Bergrennen und dem Berglauf auf die Kreuzegg gibt es vor allem für die Jugend viele Möglichkeiten, sich beim Inline Rennen oder dem Dorflauf zu messen. Insgesamt lockt der Event jedes Jahr rund 900 Sportler nach Bütschwil und die Veranstalter geben sich stets grosse Mühe, um eine schöne Veranstaltung durchzuführen!
Ich konnte das Rennen bereits 2 Mal gewinnen und dies war natürlich auch diesmal das Ziel. Die Beine drehten erfreulicherweise nicht allzu schlecht, doch richtig frisch war ich immer noch nicht und so wollte ich möglichst wenig investieren. Dies gelang mir schlussendlich ziemlich gut und so konnte ich das 15 Km lange und mit 850 Hm gespickte Bergrennen auf die Kreuzegg nach 47 Minuten gewinnen.

Am Sonntag stand dann das Hauptrennen des Wochenendes auf dem Programm. Nach dem Auftaktsieg in Schwändi konnte ich mit dem Leadertrikot beim zweiten Lauf des EKZ Cup’s in Wetzikon starten. Das Rennen ist kein „üppiges“ Bikerennen, da die Strecke praktisch keine Höhenmeter aufweist und eher einer Querstrecke ähnelt. Trotzdem mag ich das Rennen genau deshalb sehr, weil es für einmal etwas Abwechslung bringt und genau das zeichnet am Ende den EKZ Cup aus. Es hat für jeden Fahrer mindestens eine Strecke, die auf ihn zugeschnitten ist und schliesslich sollen vor allem die Kleinen lernen, komplette Rennefahrer zu werden! Zudem ist die Strecke extrem übersichtlich und mit nur 3 Km Rundenlänge kurz, was für die Zuschauer mehr Runden bringt und somit automatisch mehr Möglichkeiten, das Rennen mit zu verfolgen!
Für uns standen dann 10 Runden auf dem Programm und mir war klar, dass es vor allem auf einen Zweikampf gegen den Querspezialisten Simon Zahner und mich auslaufen würde. Für zusätzliche Spannung sorgte dann einmal mehr das Rennformat, denn die Junioren wurden auch diesmal mit 2 Minuten Vorsprung gestartet! Da sich mein Teamkollege Luca Schätti vom Wheeler-Team für einen Start entschied, stand ein sehr schneller junger Mann am Start und so war klar, dass wir zuerst einmal richtig Gas geben mussten, um die Katz & Mausjagd zu beenden!

Mir gelang ein guter Start und eine schnelle erste Runde von der Spitze aus. Simon Zahner machte dann auch ziemlich schnell deutlich, dass ihm die Strecke liegt und so harmonierten wir ziemlich gut. Nach 4 Runden waren wir schliesslich nur noch zu Zweit unterwegs, doch vor uns lagen immer noch zwei Junioren. Schliesslich fuhren wir die Lücke in der 5ten Runde zu, womit ich eigentlich etwas später spekulierte. ich dachte, dass Zahner durch die Neutralisation der Rennsituation etwas Tempo raus nehmen würde doch da irrte ich mich gewaltig. Statt kurz zu verschnaufen setzte er gleich zum Konter und so schossen wir an den zwei Eingeholten nur kurz vorbei und hämmerten auch die nächsten Runden voll drauf. Ich litt ganz schön, denn es gab keinerlei Verschnaufspausen und ein Anstieg, welcher in meine Karten spielte gab es ja auch nicht. Zudem waren die Beine einfach immer noch nicht frisch genug und so traute ich mir auch keine Attacke zu.

So kam es, dass wir gemeinsam in die letzte Runde bogen und da hätte ich rückblickend etwas versuchen und am einzigen kurzen Anstieg wenigstens eine Attacke lancieren sollen. Stattdessen wartete ich weiter zu und hoffte, auf der langen Gerade vor dem Ziel mit einem langen Sprint durch zu ziehen. Leider war die Gerade dann 10 Meter zu lang und Zahner kam im letzten Moment noch einmal aus dem Windschatten und bog somit von der Spitze aus in die letzten paar Kurven vor dem Ziel. Da war natürlich kein Vorbeikommen mehr möglich und so musste ich mich mit Rang 2 begnügen. Am Anfang war ich sauer auf mich, doch am Ende hat der stärkere Fahrer verdient gewonnen und ich konnte auch die Führung im Cup verteidigen. Viel bringt mir das allerdings nicht, da es wahrscheinlich das letzte Rennen für mich war, da es bei den restlichen EKZ Cup’s stets Überschneidungen mit Marathonrennen gibt.

Am Ende war ich vor allem zurfrieden mit meiner Umstellung zu den kurzen Rennen. Genau dies war mein Ziel in der Zwischenzeit vom Cape Epic bis zu den Schweizer Marathonrennen, dass ich nach meiner Operation auch die kurzen super intensiven Belastungen wieder fahren kann. Die Form ist nun für beide Beanspruchungen nicht allzu schlecht und es war gut, nach einem fast 6 stündigen Rennen von letzter Woche auch bei einem 1 stündigen Rennen vorne mit dabei zu sein!

Nun werde ich mich die kommende Zeit nochmals ausschliesslich dem Training widmen und vlt. noch ein Bergrennen mit einbauen. Ich hoffe, dass mir die Erholung diesmal etwas leichter fällt!

Picy by Michael Sutter, https://lightmoment.ch/